Der deutsche Rechtsstaat: Eine Lachnummer (Foto: Collage)

„Staatsstreich” der verhinderten Lauterbach-Entführer: Die wahren Umstürzler im Land bleiben unangetastet

Die gestrige Ankündigung, dass die Die Bundesanwaltschaft vor dem Oberlandesgericht Koblenz Anklage gegen fünf deutsche Staatsangehörige erhoben hat, die geplant haben sollen, Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zu „entführen”, zeigt in ihrer Bizzarheit und vor allem in der Weise, wie deutsche Medien genugtuungstriefend und bierernst über diese Farce berichten, wo in Deutschland die eigentlichen Feindbilder liegen: Alte, einheimische und weiße Wirrköpfe sollen also die Hauptgefährder und größte Bedrohung für diese sogenannte Demokratie sein. So absurd diese Darstellung anmutet, sie deckt sich komplementär mit der gleichzeitig laufenden beharrlichen Verharmlosung und Totschweigen der wahren, für jedermann offensichtlichen und so auch erlebten Gefahren und Bedrohungen für unser Gemeinwesen: Zu allem entschlossene Klima-Terroristen. Hochgradig aggressive Migrantenarmeen in den Vorstädten und Problembezirken unserer Städte, die Polizisten sowie Feuerwehr- und Rettungskräfte attackieren und das staatliche Gewaltmonopol mit Füßen treten. Messermörder und Gruppenvergewaltiger. Islamistische Fanatiker, die Anschläge mit Rhizin vorbereiten. DAS sind die wahren Umstürzler in diesem Land, die unsere Gesellschaft und Freiheit und Art zu leben aus den Angeln heben wollen.

Doch über all diese riesigen realen Bedrohungen, die von Jahr zu Jahr in ihrer Dimension zunehmen, wird ein Mantel des Schweigens gebreitet. Dafür wird die eklige weiße Mehrheitsgesellschaft der rassistischen Kartoffeln, die sich dem „Weltoffenheitsdiktat” der unbegrenzten Humanbereicherung widersetzen, hemmungslos unter Generalverdacht gestellt – und wann immer sich dubiose Anlässe bieten, Exempel für den Popanz dieser Scheinbedrohung zu konstruieren, werden sie begierig verfolgt und zu „Putschisten“ aufgebauscht, die den Staatssturz propagieren. Deshalb werden 3.000 Polizisten aufgeboten, um ein paar Reichsrentner dingfest zu machen – während nach schwerstem Landfriedensbruch ergriffene Täter in Berlin nach einem Tag wieder auf freiem Fuß sind und die einzige mediale Empörung darin besteht, dass einzelne Politik die Vornamen der uns als „Deutsche“ präsentierten Verantwortlichen wissen wollten.  Dieser Linksstaat ist auf Paranoia aufgebaut, bei gleichzeitiger Hypertoleranz gegenüber seinen wahren Todfeinden.

Paranoia des Linksstaats

Wir wissen noch immer nicht genau, was den Sven B., Michael H., Thomas K., Thomas O. und Elisabeth R. im Detail vorgeworfen wird, die einige Wochen vor dem vereitelten Reichsrollatorenputsch ergriffen wurden, weil sie angeblich Karl Lauterbach aus einer TV-Talkshow entführen wollte (oder was dergleichen an Äußerungen in spinnerten Telegram-Gruppen uns hier als angeblich ausgereifter Plan eines terroristischen Coups präsentiert wird). Die Bilder der tapsigen Seniorin R. als Hauptverdächtiger, die nach ihrer Verhaftung verhuscht und Einkaufsbeutel in der Hand, in gekrümmtem Gang von starken Jungs der Bundespolizei aus einem Hubschrauber in Karlsruhe eskortiert wurde, wirkten jedenfalls surreal. Es heißt,  R. und ihre Komplizen seien hinreichend verdächtig, eine „inländische terroristische Vereinigung” gegründet oder sich darin „mitgliedschaftlich betätigt” zu haben, wie der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof gestern mitteilte. Zugleich werde allen Angeschuldigten die Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens gegen den Bund vorgeworfen.

Diese – ebenfalls betagten – Angeschuldigten sollen sich spätestens Mitte Januar 2022 „zu einer Gruppierung zusammengeschlossen” haben, die es sich zum Ziel gesetzt hatte, mittels Gewalt sowie zumindest unter Inkaufnahme von Todesopfern in Deutschland bürgerkriegsähnliche Zustände auszulösen und damit den Sturz der Bundesregierung und der parlamentarischen Demokratie herbeizuführen. Man wüsste gerne, was heutzutage schon genügt, um dem – nach Beweisen für die „Gefahr gegen Rechts“ dauerbegierigen Ermittlungsapparat für das Kriterium eines „Zusammenschlusses in einer Gruppierung“ zu genügen. Unbedachte Wutreden am Stammtisch? Mitgliedschaft in einer Whatsapp-Gruppe, wo macheinem Teilnehmer die Hutschnur platzt und er Ohnmachtsphantasien äußert? Vielleicht hat dort irgendeiner von einem „Bürgerkrieg“ geträumt  und das reicht heute schon aus, um einen solchen angeblich vorzubereiten? Sieh da, was in der Anklage steht: „Zur Realisierung ihrer Umsturzpläne suchten Sven B. und Thomas O. schon spätestens seit Oktober 2021 in verschiedenen Telegram-Chatgruppen nach Unterstützung”.

Konkurrenz für Heini Reuss

Die „nach Vorstellung der Angeschuldigten unter anderem aus der Lauterbach-Entführung resultierenden bürgerkriegsähnlichen Zustände”, wie es vom Generalbundesanwalt heißt, sollten es der Vereinigung schließlich „ermöglichen, in Berlin öffentlichkeitswirksam eine
konstituierende Versammlung‘ anzuberaumen, welche die bisherige Regierung offiziell absetzen und eine neue ‚Führungsperson‘ bestimmen würde, so der Generalbundesanwalt. Für die Zeit nach der geplanten Machtübernahme war vorgesehen, dass Sven B., Michael H., Thomas O. und Elisabeth R. zentrale Funktionen in der neuen Exekutive wahrnehmen. Zur Klarstellung bei all der Verwirrung: Es handelt sich hier offenbar nicht um die Truppe um den Adels-Opa Heinrich XIII Reuss.

Man darf gespannt sein, was hier noch alles ans Licht kommt und welche haarsträubenden Details dieses Verfahren noch bereit hält, hinsichtlich dieses angeblichen Abgrunds an Landesverrat, der gerade noch von den heldenhaften Demokratiehütern aufgedeckt wurde. Vielleicht sollte Lauterbach ja deshalb zunächst Verteidigungsminister werden, damit er schnelleren Zugriff auf Soldaten hat, wenn er wieder einmal Ziel von Entführungsplänen werden sollte? (TPL)

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