Manfred Weber (Bild: shutterstock.com/Drop of Light)

Wie korrupt darfs für euch noch werden? Sattes Extragehalt für Manfred Weber, Fraktionschef im Europa-Parlament

Der CSU-Politiker Manfred Weber kassiert neuerdings außer seinen ohnehin hohen Bezügen als Fraktionschef im Europa-Parlament noch ein dickes Gehalt als Parteivorsitzender. Diese Raffgier könnte dem Parteisoldaten nun zum Verhängnis werden.

Der Vorsitz in einer europäischen Parteienfamilie ist bislang ein Ehrenamt. Das gilt zumindest, wenn der Parteichef auch im Europaparlament sitzt und auf diesem Weg finanziell abgesichert ist. Beim Chef der Europäische Volkspartei, dem CSU-Parteisoldaten Manfred Weber scheint das allerdings anders zu laufen: Kurz vor Weihnachten hat der EU-Politiker in einer sogenannten Selbstauskunft angegeben, 10.001 bis 20.000 Euro im Monat in seiner Funktion als Parteichef zu verdienen. Dieses Gehalt kommt wohlgemerkt zu seinen ehe schon satten Diäten hinzu: Als Abgeordneter kassiert Weber 9.809 Euro brutto, hinzukommen noch eine steuerfreie Aufwandspauschale von 4778 Euro und Tagegelder; als Abgeordneter darf er Sitzungstage mit 338 Euro täglich. Weber verdient mit beiden Ämtern also mindestens 25.000 Euro im Monat. Raffzahn-Weber kassiert also doppelt.

Offenbar weiß aber niemand so genau, wie viel sich der saubere Herr Weber, der sich in der Merkelschen Massenmigrationskrise als großer Unterstützer seiner Patronin aufspielte und nun den Hardliner gibt, indem er über über Zäune an den EU-Außengrenzen spekuliert, tatsächlich aus der Parteikasse genehmigt hat.  Unklar ist jedoch nicht nur die Höhe, sondern auch wer Webers Gehalt als Parteichef abgesegnet hat. Laut einer Parteisprecherin sei der Beschluss dazu auf dem EVP-Parteitag in Lissabon Ende 2022  gefällt worden. Teilnehmer können sich laut Spiegel aber nicht an eine solche Abstimmung erinnern. Und im Protokoll gebe es auch keinen Vermerk zu dieser Entscheidung. Die genaue Höhe lässt der saubere Herr Weber im Unklaren. Ohne auf Einzelheiten einzugehen, sagte er dem Spiegel nun, es sei alles in Ordnung.

Das imposante Extragehalt von Weber soll in der Parteienfamilie für Unmut gesorgt haben. Demnach soll es als „total unglückliche Angelegenheit“ betitelt worden sein von Webers Parteifreund Andreas Schwab, Dennis Radtke kritisierte das doppelte Gehalt offen in einer internen Sitzung der Parlamentarier in Brüssel, berichtet der Spiegel. Am 9. Februar traf sich wegen der Causa Weber bereits das EVP-Präsidium zu einer Krisensitzung.  (SB)

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