Giovanni Zarrella beim Auftritt in seiner TV-Show am Samstag in Baden-Baden (Foto:Imago)

Politisch korrekter “Schlappschwanz” Giovanni Zarrella textet Udo Jürgens um

Gegen alle Kritik und obwohl er sich immer wieder der Lächerlichkeit preisgibt, hält der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk an seiner woken Zensur alter Lieder fest, die gerade sein verbliebenes Stammpublikum der Altersgruppe 60 aufwärts noch in bester Erinnerung hat: Am Wochenende traf es den Udo-Jürgens-Klassiker „Aber bitte mit Sahne“. In der nach ihm benannten ZDF-Show gab der Sänger Giovanni Zarrella ein Medley von Jürgens Hits zum Besten. Dummerweise enthält dessen Sahne-Song jedoch die Zeile: „Sie pusten und prusten, fast geht nichts mehr rein. Nur ein Mohrenkopf höchstens, denn Ordnung muss sein.

Bei dem Wort „Mohrenkopf“ zündet in woken Hirnen natürlich ein ganzes Feuerwerk grauenhafter Assoziationen mit Rassismus, kolonialer Ausbeutung und theoretisch verletzten Gefühlen. Darum wurde der begrifflich höchst kontaminierte Mohrenkopf zum „Schokokuss“ verfälscht – ein Wort, das Udo Jürgens nie verwendete und gesungen hätte. Aber Hauptsache im Land herrscht Ruhe. Immerhin befinden sich Zarrella und das ZDF damit im Einklang mit dem Duden, der den Mohrenkopf bereits seit 2012 auf der Giftliste der “möglicherweise diskriminierenden“ Begriffe listet.

Dreiste Umdichtung

Die dreiste Umdichtung von Liedgut im Sinne des neuen perversen Woke-Zeitgeistes hatte sich auch Zarrellas ARD-Kollege Florian Silbereisen angemaßt, als er es – gerade erst vergangenen Monat – für zwingend notwendig hielt, bei einer Abschiedsshow für Schlager-Veteran und Ballermann-König Jürgen Drews den Klaus-Lage-Gassenhauer „1000 und 1 Nacht (Zoom!)“ vom Unwort „Indianer“ zu befreien. Damit handelte sich die politisch korrekte “Traumschiff”-Schmalzlocke übrigens jede Menge Ärger – berechtigterweise auch juristischer Art – ein: Der Linken-Politiker Dieter Dehm, der das Lied mitgetextet hatte, stellte Strafanzeige wegen Urheberrechtverletzung.

Umso befremdlicher, dass sich nun der nächste rückgratlose Schlaffi bei der Wokista einen braunen Hals zu holen versucht, statt selbstbewusst und “werktreu” am Originaltext festzuhalten und auf die Devise zu verweisen: Wer textliche “Fehler” findet, darf sie gerne behalten. Dass Zarrella und das ZDF nicht davor zurückschrecken, die Peinlichkeit Silbereisens zu wiederholen, lässt den (bereits 2014 verstorbenen) Udo Jürgens vermutlich im Grabe rotieren. Ob sich auch in diesem neuen Fall verunstalteten deutschen Schlagerguts  jemand findet, der den öffentlich-rechtlichen Fehdehandschuh aufgreift, bleibt abzuwarten. (DM)

 

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