Zerstörte Pipeline - Symbolfoto: KateStudio/Shutterstock

Narrativ & Sprengung: Nordstream – fiese Ukrainer machten “Bumm”!

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Olaf der Anständige, seines Zeichens Bundeskanzler zu Krisenzeiten, ist vergangene Woche in Washington beim Führer der freien Welt gewesen. Der heißt Joe Biden und gilt als US-Präsident. Die Resultate dieses Besuchs sind beeindruckend.

von Max Erdinger

Man hat nicht viel erfahren über den Zweck von Scholz’ Besuch in Washington. Ein paar schöne Erinnerungsfotos sind entstanden. Dem Bundeskanzler schien es beim Führer der freien Welt gut gefallen zu haben. Ein Scholz-Tweet legt das nahe. Offenbar darf er den Führer der freien Welt jetzt duzen. (“You can say you to me, Olaf. – Säts nice of you, Tscho.”)

Scholz Biden
Olaf Scholz und der liebe Joe – Screenshot Twitter

Worüber die Beiden sonst noch geredet haben, weiß niemand so genau. Krieg & Ukraine wahrscheinlich. Vielleicht auch über schickliches Händchenhalten. Solches legte der “Stern” mit seinem jüngsten Titelblatt nahe.

stern biden scholz
“Take me by se händ” – Screenshot Facebook

Der unglaubliche Zufall

Olaf Scholz ist seit einigen Tagen wieder zurück aus Washington und die aktuellen Ereignisse begründen den Verdacht, daß er sich mit dem Führer der freien Welt über eine Reportage von Seymour Hersh unterhalten haben könnte. Hersh hatte sehr plausibel nachgewiesen, warum die für Europäer so überaus nützliche Gaspipeline in der Ostsee auf Geheiß des Führers der freien Welt gesprengt worden sein muß, um nicht zu sagen “worden ist”. Angesichts der Konsequenzen, die es für die transatlantischen Beziehungen und die NATO haben müsste, wenn allgemein als feststehende Tatsache akzeptiert würde, daß Hersh rechthatte mit seinem Report, wäre zweifellos ein heilendes “Narrativ” nützlich, das sich der Enthüllungs-Story von Hersh entgegensetzen ließe. Zufällig gibt es auf einmal genau ein solches. Narrative dienen der Realitätskonstruktion. Einem linkssoziologischen Glaubensdogma zufolge konstruiert sich zwar jeder Mensch seine eigene Realität – so das 1. Axiom der Sozialpsychologie – , aber bisweilen ist das lästig. Besonders lästig ist es, wenn sich viele eine eigene Realität konstruieren, die perfekt zu der Realität passt, die sich viele andere ebenfalls konstruieren. So war das mit der individuellen Freiheit nämlich nicht gedacht. Wenn sich viele individuelle Realitätskonstruktionen gleichen wie ein Haar dem anderen – und wenn sich das nicht verträgt mit dem, was eine Regierung gern hätte, muß die je individuelle Realitätskonstruktion der Vielen in die gewünschte Richtung umgelenkt werden.

Der ganz und gar unglaubliche Dialog

Es ist also nachvollziehbar, daß sinngemäß folgender Dialog zwischen dem Führer der freien Welt und Olaf dem Bundeskanzler aus “good old Germany” stattgefunden haben könnte.

“Olaf … ” – Ja, Joe?” – “… laß mich ausreden. Wir müssen dieser Hersh-Geschichte … ” – “Ja, Joe?” – ” … über die Nordstream-Sprengung ein nützliches Narrativ entgegensetzen. Der Vorwurf, daß wir, die amerikanische Regierung als Lordsiegelbewahrer sämtlicher westlichen Werte, eure Pipeline gesprengt haben, ist ganz furchtbar schlecht für unsere Glaubwürdigkeit. Auch wenn es natürlich zutrifft, wie leider wir beide genau wissen – und nicht nur ich.” – “Oh, mein Joe!” – “Unterbrich mich nicht ständig, Bratwurst-Olaf. Wir brauchen …” – “Ja, Joe?” – ” … ein Narrativ, in welchem der Sprengmeister von außerhalb der USA, von außerhalb der EU, von außerhalb der NATO und von außerhalb der ukrainischen Regierung kommt.” – “Oh ja, Joe. Tscho-tscho.” – “Das ist dir also soweit klar, Olaf?” – “Ja-ja-ja, mein Führer Joe. Klar wie Close-Brew, Kloßbrühe, Dumplingwater …” – “Aber es geht noch weiter, Kraut-Olaf. Wir müssen nämlich auch zusehen, daß wir uns allmählich aus der Ukraine verabschieden, bevor uns der gerissene Putin endgültig gar die Narrenkappe aufsetzt. Jester-cap, you know?” – “Yes-ess-ess, mein Joe-Führer! Not gut Jester-Cap.” – “By the way, nebenbei, Eichenlaub-Bratwurstkraut, was bedeutet das Wort Purzelbaum?” – “Let me show you, mein Joe. I will purzelbaum for mein Führer.” – “Ah, ok, that’s what it is. Also paß auf, Purzelbaum-Olaf: Wir brauchen eine pro-ukrainische Gruppe, von der noch keine Krautwurst je etwas gehört hat. Nicht ukrainisch! Nur pro-ukrainisch! So muß das in den Medien erzählt werden. Die pro-ukrainische Gruppe hat die Pipeline gesprengt …” – “Oh mein Genie Joe!” – “… und je älter das Narrativ von der pro-ukrainischen Gruppe wird, so nach zwei bis drei Wochen, lassen wir das ‘pro’ in ‘pro-ukrainisch’ allmählich verblassen und reden nur noch von ‘ukrainische Gruppe’. Wenn das sitzt, entdecken wir, daß der Selenskyj eben doch seine Finger mit drinhatte. Dann sind wir enttäuscht und fühlen uns übelst hintergangen von dem Schlawiner. Und dann können wir ihm natürlich nicht mehr helfen. Schließlich hat er uns nur ausgenutzt und übel verarscht. Dann hat ER unsere westlichen Werte verraten und nicht wir selbst. Dann muß er eben wieder der korrupte Schurke sein, der er vorvergangenes Jahr noch gewesen ist. Hast du das verstanden, German Olaf?” – “Oh ja, mein Joe. Tricky Narrativ. I know Tricky Narrativ, mein Führer Joe.” – “Very good, Olaf. And now: Get out of here … ” – ” Jawohl, mein Joe. Se heilige Wolodymyr has to werden se Ubeltater.”

Seit Olaf der Bundeskanzler wieder zurück ist aus Washington, könnte, wer ihn  gesehen hat, schwören, daß über seinem Kopf nicht ganz unsichtbar ein rotes Herzchen schwebt, auf dem das Wort “Joe” geschrieben steht. Er wirkt wie befreit nach den langen Wochen, in denen ihn niederdrückte, daß er nicht wusste, was er sagen soll angesichts der Tatsache, daß höchstwahrscheinlich Amis und Norweger die Pipeline gesprengt hatten auf Geheiß seines Westwert-Führers Joe. Es ist immer erleichternd, wenn man plötzlich weiß, was zu tun ist.

Lobet den Herrn! Ein Narrativ ward uns geboren!

Und so verkünden wir hiermit freudig die Nachricht von der Geburt des jüngsten Narrativs in der bumsrepublikanischen Westwertfamilie. Stellvertretend für viele andere klingt das im O-Ton der antirechtskämpferischen Wochenpostille “ZEIT” folgendermaßen:

Nach einer gemeinsamen Recherche von ARD-Hauptstadtstudio, des ARD-Politikmagazins Kontraste, des SWR und der ZEIT konnte im Zuge der Ermittlungen rekonstruiert werden, wie und wann der Sprengstoffanschlag vorbereitet wurde. (…) Konkret ist es den Ermittlern nach Informationen von ARD-Hauptstadtstudio, Kontraste, des SWR und der ZEIT gelungen, das Boot zu identifizieren, das mutmaßlich für die Geheimoperation verwendet wurde. (…) Auf dem Tisch in der Kabine haben die Ermittler den Recherchen zufolge Spuren von Sprengstoff nachweisen können.

Zug der Ermittlung
Höchste Eisenbahn: Der Zug der Ermittlungen – Screenshot Facebook

Da schau her. Wenige Tage nach der Rückkehr von Olaf dem Bundeskanzler und nach langen Monaten des Tappens im Dunkeln entdecken ausgerechnet die Staatsfernsten von allen, die sogenannten Unbestechlichen – ARD und die ZEIT – , daß es “mutmaßlich konkret” ein Anschlag von außerhalb des politisch-militärischen Bündnisses gewesen ist. Was einem halt so einfällt, wenn man auf die Schnelle eine Story braucht, bei der konkrete Aspekte mutmaßlich zu berücksichtigen sind. Konkret wurde ein Boot entdeckt, das mutmaßlich verwendet wurde. Mit Spuren von Sprengstoff auf dem Tisch in der Kabine. Da scheinen die Sprengladungen auf dem Boot zusammengebastelt worden zu sein. Jeder weniger perfide Sprengmeister hätte einfach konkret fertige Explosiva mit auf das mutmaßliche Boot genommen, solche also, die so dicht realkonstruiert gewesen wären, daß kein Sprengstoff auf den konkreten Tisch in der Kabine des mutmaßlichen Boots herausrieselt. Wer weiß, ob das wirklich konkrete Spuren von mutmaßlichem Sprengstoff gewesen sind, was sich da auf dem Kabinentisch hat zusammenkratzen lassen. Zuletzt wären es konkrete Reste von mutmaßlichem Kokain gewesen – und der heilige Wolodymyr hätte höchstpersönlich einen kleinen Segeltörn über die konkrete Ostsee gemacht. Wegen nichts hat die Aufrichtigste und Lauterste von allen, die grüne Außenministrierende, sicherlich nicht von der “Kokaine” anstatt von der “Ukraine” gesprochen. Weiß der Kobold, was sie damit ausdrücken wollte und ob sie sich das mutmaßlich an einem grauen Tag ganz konkret hat ausrechnen lassen.

Fortgesetzte Bärenjagd

Die Geschehnisse in der Ukraine illustrieren nur ein weiteres Mal, daß die Führung des Wertewestens  kein glückliches Händchen hat bei der Bärenjagd. Zwar gelingt es ihr zuverlässig, den Bären aus der Höhle zu locken, aber sie kann ihn nicht erlegen. Es hat 2008 in Georgien nicht geklappt, es hat mit der Inszenierung eines Aufstandes in Kasachstan Anfang 2022 nicht geklappt – und in der Ukraine klappt es schon wieder nicht. Der Bär muß aber unbedingt erlegt werden, wenn es mit einer US-dominierten, unipolaren Weltordnung weitergehen soll. Wenn nicht, tanzen dem Führer des Wertewestens bald Russen, Chinesen und eine Menge anderer Rachedurstiger hämisch auf der Nase herum. In Afrika werden sie schon frech, wie der wertewestliche Macron erst kürzlich im Kongo erfahren musste, als ihm der dortige Präsident unwirsch in die Redeparade fuhr. Ähnliches erlebte der deutsche Westwert-Emissär Lammert in Namibia.

Also gilt wie beim Rosaroten Panther: “Heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder, keine Frage.” Via Ukraine läßt sich kein Bär mehr erlegen, folglich ist nach 15 Jahren wieder Georgien mit Farbrevolution an der Reihe, diesmal komplettiert durch Moldawien. Der russische Bär muß in Europa beschäftigt bleiben, wenn es den Chinesen an den Kragen gehen soll. Das maximal denkbare Desaster bahnt sich an. Und dieses Mal wird es auch das Land zwischen Atlantik und Pazifik treffen. Die USA verstärken gerade massiv ihre Truppenpräsenz in Alaska.

Der Friedensdeutsche

Nun hätte Olaf der Bundeskanzler in Washington auch einfach sagen können, daß in “good old Germany” niemand mehr den Met aus den Schädeln seiner Feinde trinkt, und daß die Deutschen nach den schmerzhaften Lektionen des 20. Jahrhunderts die Fähigkeit kultiviert haben, in Frieden mit allen anderen Nationen auf Gottes schönem Erdenrund zu leben, sowie, daß ihm der schießwütige Führer Joe einmal geplegt den Schuh aufblasen kann. Solange nicht hieb- und stichfest klar sei, wer die Pipelines gesprengt hat – Fakten, Beweise und Dokumente, die Seymour Hersh widerlegen, statt eines grottendämlich erfundenen Narrativs, das jeder mit einem IQ oberhalb von 80 durchschauen kann – werde die Bundesrepublik genau gar nichts mehr im Rahmen ihrer NATO-Mitgliedschaft tun.

Aber wie es eben so ist mit einem Bundeskanzler, der einer Partei angehört, in welcher gilt, daß, wer die menschliche Gesellschaft will, die männliche überwinden muß: Der ist eben lieber Mensch als Mann. Deshalb gilt auch: Das Fleisch ist willig, doch der Geist ist schwach.

Die Allerglaubwürdigsten

Unterdessen kommt heraus, wie Pfizer und die FDA getrickst haben, wie der britische Gesundheitsminister mithilfe der Presse die Panik am Laufen gehalten hat, wie Fauci den US-Kongreß belogen hat, mit welchen schwachsinnigen Maßnahmen und nutzlosen “Impfungen” Westwertregierungen ihre Völker sprichwörtlich bis aufs Blut gepeinigt haben, wer diesen Ukrainekrieg über wieviele Jahre sorgfältig geplant und tatsächlich provoziert hatte, wieviele Ukrainer und Russen das mit ihrem Leben und der Flucht aus ihrer Heimat bezahlen mussten, was das den westlichen Steuerzahler bislang gekostet hat, wie die Westwert-Medien und die sozialen Medien nach der Pfeife von FBI, CIA und NSA getanzt haben, daß die “Erstürmung des Kapitols” eine False-Flag-Aktion gewesen ist, daß sich Olaf der Bundeskanzler an nichts erinnern kann, wenn es ihm nicht nützt, daß die Grünen im Wahlkampf ’21 nicht um 360 Grad, sondern um 180 Grad etwas anderes propagiert hatten, als sie nach der Wahl getan haben, daß die FDP keine liberale Partei ist, daß Windräder ein gigantisches, völlig sinnloses Verbrechen an Flora & Fauna sind, mit dem ganze Heimatlandschaften entstellt werden wie ein Gesicht durch einen Säureanschlag, daß aus einem Korrupten nicht über Nacht ein Heiliger wird, daß das ganze Geschwurbel vom menschengemachten Klimawandel lediglich als dahergelogenes Generalargument für noch jedes Detail einer neomarxistischen Umgestaltung einstmals funktionierender Nationen in dysfunktionale Dystopiegebiete dient  – und daß dieser ganze westwertliche Drecksladen von San Diego bis nach Charkow und von Hammerfest bis nach Lampedusa eine einzige Farce ist.

Außerdem steht fest, daß stimmt, was ich in den vergangenen Jahren immer wieder beschrieben habe: In einer solchen Matrix müssen die Lügen mit jedem weiteren Tag immer grotesker, die Narrative immer phantastischer werden – und der Wille zur Vernichtung der Wahrheit und ihrer Sucher immer entschiedener. Wer dafür noch einen Beweis gebraucht hätte – mit dem neuesten Narrativ zur Nordstreamsprengung hat er ihn. Es ist eine einzige Verhöhnung des gesunden Menschenverstandes. Und Gott bewahre, daß irgendwer irgendwelche voreiligen Schlüsse zieht!  Nicht, daß noch einer auf die Idee kommt, im kollektiven Wertewesten zögen absolut verlogene Erzverbrecher die polit-medialen Strippen. Wir sind schließlich der Wertewesten und halten unsere Westwerte in Ehren, oder nicht?

Hier noch zwei Meldungen der dts-Nachrichtenagentur aus Windelweichland:

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Unionsfraktion hat im Zusammenhang mit dem Anschlag auf die Nord-Stream-Pipelines im September die Informationspolitik der Ampel-Koalition kritisiert. Das “intransparente Vorgehen der Bundesregierung” leiste “Spekulationen in alle Richtungen Vorschub”, sagte der Sprecher für Krisenprävention der CDU/CSU-Fraktion, Roderich Kiesewetter, dem “Tagesspiegel”. Man müsse “weiterhin die Frage stellen”, wer ein “Interesse an der Sprengung” hatte, warum nur “drei der vier Stränge” gesprengt worden seien, und wem “die Unsicherheit, die Spekulationen und die Beschuldigungen” nutzten.
“Auch deshalb brauchen wir endlich eine bessere Kommunikation und Informationspolitik.” Sein Eindruck sei, dass den deutschen Ermittlern bislang keine Ergebnisse vorlägen, die sie “kommunizieren können oder wollen”, die Beweislage sei “viel zu dünn”. Zuvor war bekannt geworden, dass ein verdächtiges Schiff von der Bundesanwaltschaft untersucht worden war.

Für wie blöde halten die den Bürger eigentlich? Was kommt denn als nächstes? Eine “Tatort”-Folge vielleicht, in der Kommissar und Täter – gemeinsam! – vor der Leiche stehen und “mysteriös, mysteriös” murmeln, obwohl der Täter und seine Gang seit Jahren angekündigt haben, daß sie das Opfer am liebsten umbringen würden und daß sie es umbringen werden, wenn eine bestimmte Bedingung erfüllt sei? Woraufhin sie dann – gemeinsam! – versuchen, einen anderen Täter zu finden? Was für eine Story wäre das denn? Eine, die geeignet wäre, das Fernsehgerät zu erschießen? – Aber hallo.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Im Zusammenhang mit neuen Erkenntnissen über den Anschlag auf die Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee haben Politiker mehrerer Bundestagsfraktionen vor voreiligen Schlüssen und Spekulationen gewarnt. “Die Ermittlungsbehörden arbeiten derzeit mit Hochdruck daran, diesen Sabotageakt schnellstmöglich aufzuklären. In Rechtsstaaten ist es eine Selbstverständlichkeit, die Ergebnisse dieser Ermittlungen abzuwarten”, sagte der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums, Konstantin von Notz (Grüne), den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagausgaben).
Zum jetzigen Zeitpunkt seien “Rückschlüsse auf die Urheberschaft des Sabotageaktes reine Spekulationen”. Über die Ergebnisse der Ermittlungen werde Parlament und Öffentlichkeit “zum richtigen Zeitpunkt informiert”. Auch Thorsten Frei, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, verweist auf die Ermittlungen des Generalbundesanwalts und rät zur Vorsicht.

“Außer weiteren Indizien scheinen bislang keine echten Beweise vorzuliegen, Spekulationen in einer so sensiblen Phase verbieten sich daher.” Nils Schmid, außenpolitischer Sprecher der SPD im Bundestag, sagte, man nehme die Berichte sehr ernst, gleichzeitig bleibe abzuwarten, “inwieweit sich diese bestätigen”.

Es ist völlig klar, was dieses verdruckste Geschwurbel der Bidentrolle soll. Das ist der Versuch, auszuloten, ob man die Story mit allen ihren Konjunktiven, ihrem “konkret mutmaßlich” und “mutmaßlich konkret” in dieser Fassung  dem Volk aufs Auge drücken kann, ob es diese Story schon frißt in dieser Form, oder ob hier und da noch ein wenig modifiziert werden muß. “Pro-ukrainische Gruppe”, “Pässe gefunden”, “Sprengstoffspuren auf Kabinentisch von mutmaßlichem Boot”, “keine voreiligen Schlüsse ziehen” – und bla-bla-bla. Das alles ausgerechnet in der “New York Times”, in der ARD und der “Zeit”!? In Publikationen, die schon während der “Pandemie”, über die mRNA-Impfungen, über den “Russia Collusion-Hoax”, die “Erstürmung des Kapitols” und die “Klimakrise” die Wahrheit und nichts als die Wahrheit berichtet haben? Eine solcherart groteske Räuberpistole, ohne daß überhaupt jemand versucht, Punkt für Punkt Seymour Hersh zu widerlegen? Weil das entschiedene Dementi der Schwerstverdächtigen auszureichen hat? – Wie abgehoben muß man sein, um auf ein derartig schmales Brett zu kommen? Es ist nämlich so: Wenn eine “pro-ukrainische Gruppe” die Pieline gesprengt hätte, dann würde an Seymour Hershs Report nicht nur dieses oder jenes Detail nicht stimmen – sondern die Story wäre von vorne bis hinten erstunken und erlogen. Danach sieht sie aber nicht aus.

Mit diesem vorläufigen Gipfel an Perfidie bei der Konstruktion eines Narrativs wird das Faß gar zum Überlaufen gebracht. Das kann man sich schlicht nicht mehr bieten lassen. Jedes Hausschwein bekommt von seinem Züchter mehr Achtung als der Bürger des Wertewestens von seinen Volksvertretern und deren Propagandaorganen. Für wie blöde müssen die einen halten, wenn sie annehmen, niemandem würde aufallen, wie astrein dieses neukonstruierte Narrativ ihre eigenen Bedürfnisse – und sonst gar keine abdeckt. Vor allem nicht das Bedürfnis nach Wahrheit und nach einem Leben in der Realität.

Psychologische Kriegsführung?

Man braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, was dieses neu konstruierte Narrativ im Kreml auslöst: Lachkrämpfe! Womöglich versucht es der Wertewesten neuerdings mit psychologischer statt mit ballistischer Kriegsführung. Regimechange in Moskau per Totlachen. “Pro-ukrainische Gruppe”, Täter unbekannt. Bekannt ist nur “pro-ukainisch”. Das muß man sich einmal geben: Man weiß nicht, wer der Täter ist, hat keine Namen, aber man weiß, daß er “pro-ukrainische Gruppe” ist. Wenn ich der megakorrupte Oberukrainer des Jahres 2021 oder auch der heilige Wolodymyr des Jahres 2022 wäre, dann würden bei mir ab sofort pausenlos sämtliche Alarmglocken klingeln. Dann wäre mir klar, was das neukonstruierte Narrativ soll: Diejenigen, die mir diesen Krieg aufgeschwatzt hatten, wollen sich abseilen und mich allein im Dreck sitzen lassen. Ich glaube, meine Tage sind gezählt.

Selenskyj hätte nur auf meineneinen zu hören brauchen. Vor einem Dreivierteljahr hatte ich prophezeit, wie die Geschichte für ihn persönlich ausgeht, wenn dem Wertewesten klar wird, daß ein schweigender Held und Heiliger wesentlich weniger gefährlich für ihn wäre als ein redseliger Selenskyj. Allerweil beharkt er sich schon mit seinem Topgeneral Zalushny. Meinereiner würde sich nicht wundern, wenn der heilige Wolodymyr als amerikanische Marionette demnächst – einer amerikanischen Tradition folgend in Betonschuhen aufrecht auf dem Grund des Dnjepr stehend – unauffindbar werden würde. Höchste Zeit für Selenskyj, sich ein Beispel am georgischen Saakaschwili zu nehmen, aus seinem Land zu verduften und unterzutauchen.

Was ist mit Georgien?

Das ist übrigens auch noch etwas, das so interessant ist, daß es restlos aufgeklärt werden müsste: Weshalb sitzt der frühere georgische Präsident Saakaschwili seit dem Herbst 2021 tatsächlich im georgischen Knast? Weshalb ist er freiwillig nach Georgien eingereist, obwohl er wusste, daß er in Abwesenheit zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden war? Weil der Knast in Georgien der einzige siochere Ort für ihn ist? Was hat das alles mit dem Lugar-Health-Research-Center in Tiflis zu tun, das dort noch während seiner Amtszeit in Betrieb ging, mit den Coronadaten, die dort nach Angaben des georgischen Innenministeriums im Herbst 2020 abhanden gekommen sind, mit der Milzbrandepidemie in Georgien und der Impfkampagne dagegen, mit Saakaschwilis Funktion als ukrainischem Präsidentenberater ab Februar 2015, seinem Gouverneursposten in der Ukraine – und das wiederum mit den Aktivitäten von Hunter Bidens Firma “Metabiota” in der Ukraine? Warum fragte Ex-Präsident George W. Bush am Telefon, als er von den Russen Lexus & Vovan “geprankt” wurde, als erstes, ob sein alter Freund Saakaschwili aus Georgien für die Ukraine an der Front kämpft? Was ist dran an dem Gerücht, daß in der Ukraine AIDS-Experimente an Soldaten der ukrainischen Armee vollzogen wurden?

Es gibt noch viele Geheimnisse im wertewestlichen Kaninchenbau. Das Narrativ von der “pro-ukrainischen Gruppe”, die angeblich Nordstream gesprengt haben soll: Don’t buy it! Das ist mutmaßlich konkreter  Bullshit!