Das gegenwärtige Kanzleramt in der Seitenansicht - es soll noch viel größer werden (Foto:Imago/Zeitz)

Kanzleramt stimmt Import von Wasserstoff aus französischem Atomstrom zu

Der Staatssekretär im Kanzleramt, Jörg Kukies, erklärte in Paris, dass Deutschland die Rolle der Kernenergie beim Erreichen der Klimaziele der EU anerkennen und nicht ablehnen werde. Außerdem werde man sich nicht gegen die Nutzung von Atomstrom für die Produktion von Wasserstoff sperren (Euractiv: 10.03.23).

Ein Beitrag von Blackout-News

Deutschland laut Kanzleramt Wasserstoff aus französischem Atomstrom importieren

Auf einer Podiumsdiskussion des Jacques-Delors-Instituts betonte Kukies, dass Deutschland keine Barrieren für Wasserstoff aus Kernenergie errichten oder diskriminieren werde. Er erklärte auch, dass Deutschland französischen Wasserstoff importieren werde, der durch Kernenergie entsteht. Frankreichs Kernkraftwerke gelten als potenzielle Quelle für wettbewerbsfähigen, CO₂-freien Wasserstoff.

Obwohl Deutschland und Frankreich traditionell in der Frage der Kernenergie uneins sind, wird Deutschland bis 2035 versuchen, 100 Prozent der Elektrizität des Landes aus erneuerbaren Energien zu gewinnen, während Frankreich nach Jahren des Zögerns und der Unterfinanzierung wieder voll auf Atomkraft setzt.

 

 

Deutschland setzt auf Wasserstoff aus Frankreich, um Energiemix zu diversifizieren

Kukies äußerte in Paris, dass Gaskraftwerke für Notfälle in Zukunft mit Wasserstoff betrieben werden sollen. Er bezeichnete dies als radikale und aggressive Vorgehensweise. Der gleichzeitige Ausstieg aus der Kernenergie im eigenen Land und Import von Wasserstoff aus Frankreich sei eine überzeugende Dichotomie, da dies die EU ermutige, ihren Energiemix zu diversifizieren, anstatt von einer einzigen Quelle abhängig zu sein.

Elisabeth Borne, die französische Premierministerin, äußerte letzte Woche „Fragen“ zu Deutschlands Energiestrategie, da das Land seine letzten Kernkraftwerke im April 2023 abschalten wolle.

Frankreich kämpft in der EU für die Anerkennung von nuklearem Wasserstoff als „grün“

Die französische Regierung setzt sich seit langem dafür ein, dass nuklear erzeugter Wasserstoff nach den neuen europäischen Vorschriften als „grün“ anerkannt wird und dafür öffentliche EU-Fördermittel bekommt. Hintergrund ist, dass die EU den Import russischer Energiequellen aufgeben möchte.

Frankreich war auch Vorreiter bei der Entwicklung der Kernenergie und hat sich kürzlich für die Anerkennung der Kernenergie als CO₂-arme Energiequelle in der EU stark gemacht.

 

 

Frankreich führt EU-Atomallianz an – Deutschland hält am Ausstieg fest

Mittlerweile führt Frankreich eine neue „EU-Atomallianz“ mit 10 anderen Mitgliedstaaten an, um über die gesamte nukleare Versorgungskette hinweg enger zusammenzuarbeiten und strategische Projekte zu fördern (Blackout-News: 04.03.23). Deutschland gehört dieser Allianz jedoch nicht an und hält nach wie vor am Atomausstieg fest.

Der Staatssekretär aus dem Kanzleramt betont aber auch, dass die Kernenergie nur begrenzt zur Unterstützung des grünen Wandels in der EU beitragen kann. Kernenergie sei CO₂-arm, aber nicht erneuerbar und dürfe im Rahmen der EU-Richtlinie über erneuerbare Energien nicht als „gleichwertig“ mit erneuerbaren Energien eingestuft werden.

Frankreich fordert derzeit, dass Atomkraft in die Erneuerbaren-Richtlinie aufgenommen wird, was zu Verzögerungen in den Verhandlungen führt. Die Überarbeitung der Richtlinie zielt darauf ab, dass bis 2030 45 Prozent des gesamten Energiebedarfs der EU aus erneuerbaren Energien stammen sollen.

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