Ein deutsches Krankenhaus im Jahre 2024? (Foto: Andrii Oleksiienko/Shutterstock)

Riskiert Lauterbach die Krankenhausversorgung auf dem Land?

Wenn der Sparhammer fällt, könnte die Krankenhausversorgung gefährdet werden, aber das spielt für Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) wohl keine Rolle. Er hält bestimmte Krankenhäuser in Deutschland für verzichtbar. Es gebe Kliniken, die ein Überangebot darstellten und die zu viele Leistungen erbringen würden, sagte er vor der nächsten Bund-Länder-Runde zur Krankenhausreform den Sendern RTL und ntv. Er wollte allerdings keine Zahl nennen.

Der SPD-Politiker wies Bedenken zurück, dass seine Reform die flächendeckende Medizinversorgung im Land gefährde. Das Problem sei nicht, dass einige Häuser die Neuregelung nicht überlebten, so Lauterbach. “Sondern, wenn wir die Reform nicht machen, dann werden sehr viele Kliniken in die Insolvenz geraten.”

Mit der Umgestaltung würden künftig etwa 60 Prozent der Kosten über Vorhalte- und Pflegepauschalen fix erstattet. “Die Kliniken, die wir wirklich brauchen, werden damit viel besser klarkommen.” Lauterbach kündigte an, dass es bei den Gesprächen am Donnerstag auch um eine Übergangsfinanzierung der Krankenhäuser bis zur Reform und um eine mögliche Erstattung für hohe Energiekosten gehen werde.

Er könne keine Zusage für eine Finanzspritze für die angeschlagenen Krankenhäuser geben. “Ich glaube nicht, dass wir gut bedient sind, indem wir sagen, wir geben immer mehr Geld in ein System, das so nicht funktioniert.” Neue Finanzzusagen werde es erst geben, wenn die Krankenhausreform ausverhandelt sei.

“Wenn die Reform steht, dann kann ich auch sagen, das sind die Kosten der Reform”, so Lauterbach. Beschlüsse erwartet er demnach am Donnerstag noch nicht.

Patientenschützer fordern jetzt auch schon Sofort-Maßnahmen zum Erhalt der Krankenhausversorgung auf dem Land. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) müsse sich mit den Ländern zuallererst auf mindestens 250 Krankenhäuser der ländlichen Grundversorgung verständigen, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagausgaben). Nötig sei jetzt ein Sofort-Programm zur Stützung der Kliniken.

“Es braucht einen Strukturwandel, der vor allem die stationäre Versorgung im ländlichen Raum sofort sicherstellt”, so Brysch. Sollten sich die derzeitigen Verhandlungen zwischen Bund und Ländern und die Umsetzung der geplanten Krankenhausreform weiter hinziehen, würden die aus Patientensicht notwendigen Hospitäler schon längst geschlossen sein. Brysch beklagte in diesem Zusammenhang eine in seinen Augen falsche Gewichtung im Ringen um die zukünftige Krankenhausversorgung in Deutschland: Anstatt die Krankenhausreform an den Patientenzahlen und Bedarfen zu orientieren, würden zeitaufwendige Verteilungskämpfe geführt und Ängste in der Bevölkerung geschürt.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Politiker die Bürger dazu auffordern, die Städte zu verlassen und aufs Land zu ziehen – wo es dann keine richtige ärztliche Versorgung gibt…(Mit Material von dts)

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