Habeck (Bild: shutterstock.com/penofoto)

Konsequent: Habeck streicht Atomkraft aus Forschungsprogramm

Am 15. April wurden in der Nacht die letzten drei Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet. Damit hat die Ampelkoalition, die Ära der Atomkraft in Deutschland endgültig beendet. Kurz darauf wurde aus dem Wirtschaftsministerium ein neuer Entwurf des Energieforschungsprogramms veröffentlicht – in diesem Entwurf findet allerdings die Atomkraft keine Erwähnung mehr. Wirtschaftsminister Habeck hat die Atomkraft einfach aus dem Forschungsprogramm genommen.

Ein Beitrag von Blackout-News

Wirtschaftsminister plant Neuordnung in der Zuständigkeit für Nuklear-Wissenschaften, Irritation bei deutschen Kernphysikern

Der Bundeswirtschaftsminister plant, die Zuständigkeit für Nuklear-Wissenschaften auf jetzt mehrere Fachressorts zu verteilen, wobei das Umweltministerium die federführende Rolle übernehmen soll. Diese Neuordnung stößt allerdings bei deutschen Kernphysikern auf komplettes Unverständnis und zur Irritation.

Die „Welt am Sonntag“ zitiert aus dem Papier, dass die Forschung an Atomkraft stattdessen „als Elemente der jeweiligen Politikbereiche außerhalb des Energieforschungsprogramms fortgeführt werden“ soll (Welt: 15.04.23). Das Wirtschaftsministerium unter Robert Habeck bestätigt diese Information gegenüber der Zeitung. Allerdings betont das Ministerium, dass die Streichung aus dem Forschungsprogramm nicht zwangsläufig eine Kürzung der Forschungsmittel bedeutet.

Forscher betonen Bedeutung von Kompetenzen in der Nukleartechnik-Bewertung

Trotzdem zeigen sich Forscher gegenüber der „Welt am Sonntag“ besorgt. „Das Energieforschungsprogramm des Bundes ist für uns von großer Bedeutung“, sagt beispielsweise Jörg Starflinger vom Institut für Kernenergetik und Energiesysteme an der Universität Stuttgart.

Marco Koch, der Leiter einer Arbeitsgruppe an der Ruhr-Universität Bochum, betont, dass es wichtig ist, dass Deutschland weiterhin über Kompetenzen verfügt, um neue Entwicklungen im Bereich der Nukleartechnik bewerten zu können.

Jan Wörner, Präsident der Deutschen Akademie für Technikwissenschaften, sagt der „Welt am Sonntag“: „Forschung erfordert immer einen langen Atem.“ Er betont weiterhin: „Die Zeit der Kernspaltung ist noch lange nicht vorbei“, insbesondere angesichts der offenen Frage der Endlagerung.