Und ewig winkt die erste Klasse (Foto: Ververidis Vasilis/Shutterstock)

“Bildungshochburg” Ludwigshafen: Hier bleibt ein Drittel der Erstklässler sitzen

Die Zukunft der einstigen Bildungshochburg Deutschland sieht dunkeldüster aus: In Ludwigshafen schreibt die Gräfenau-Grundschule bittere Geschichte: Hier schaffen 40 von 132 Erstklässlern nicht einmal den Sprung von der ersten in die zweite Klasse. 

Die rheinland-pfälzische Grundschule erfreut sich eines extrem hohen Migrantenanteils von 98 Prozent und liegt in dem Stadtteil Hemshof , der als sozialer Brennpunkt gilt.

Die Rektorin ist erschrocken angesichts der extrem hohe Zahl und stetig weiter wachsenden Zahl: “Im vergangenen Jahr waren es 23 oder 24“, erklärt Barbara Mächtle gegenüber der Bildzeitung.
“An der Schule hatten schon immer etwa 98 Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund“, so die 47-Jährige.”Wer hier aufwächst, lernt nicht zwingend Deutsch, aber in der Schule brauchen die Kinder es dann”, führt sie aus. Offenbar passen sich die Lehrer flexibel der Situation an: “Viele der Lehrer sind mehrsprachig, reden mit den Kids Türkisch oder Albanisch”, weiß die Mutter des 6-jährigen Yannick, die aus den Niederlanden stammt. Seine Eltern zogen aus den Niederlanden nach Deutschland, weil sie glaubten, hier sei das Schulsystem besser. Jetzt ist das Entsetzen groß. Yannick findet sich in einer Klasse wieder, in der er zur Minderheit gehört – umgeben von fast nur ausländischen Kindern. “Die meisten können gar kein oder nur schlecht Deutsch”, berichtet seine Mutter Nathalie Blok . Immerhin – ihr Sohn wurde in zweite Klasse versetzt.

Und schon biegen die Klugschwätzer um die Ecke: Der Chef der Gewerkschaft Erziehung Wissenschaft (GEW) Rheinland-Pfalz Klaus-Peter Hammer fordert Klassen, die mehr als 14 Schüler umfassen, betreut von zwei Lehrkräften. Angesichts der Realität, allein in Rheinland-Pfalz sind 6000 Lehrerstellen umgesetzt, der blanke Hohn.  Und  auch Jochen Ring (52) vom Philologenverband hat einen Traum: “Die Kinder müssen Rechnen, Schreiben und Lesen lernen – nicht Englisch, bevor sie Deutsch können.“

Immerhin scheint wenigstens der Ex-Präsident des Deutschen Lehrerverbandes ein wenig Durchblick zu haben. In Klassen mit mehr als 30 Prozent Migrantenanteil sinke das Leistungsniveau signifikant, erklärt Josef Kraus und ist sich sicher: “Schulen sind überfordert von der seit Jahren praktizierten Zuwanderungspolitik”. So einen Satz kann man heute auch nur noch aus dem Ruhestand öffentlich frei lassen.

Die Situation ist dramatisch: Inzwischen können 6,2 Millionen Menschen oder 12,1 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung in Deutschland nicht oder nur unzureichend lesen und schreiben. Bei weiteren 10,6 Millionen Menschen oder 20,5 Prozent der Erwachsenen tritt fehlerhaftes Schreiben selbst bei gebräuchlichen Wörtern auf. Ausländische Schüler verlassen die Schule deutlich häufiger ohne einen allgemein bildenden Schulabschluss als die deutschen. Darüber hinaus erzielen sie häufiger einen Hauptschulabschluss und seltener einen Realschulabschluss oder die Fach- oder Allgemeine Hochschulreife.
Und im März wurde eine weitere “gute” Nachricht vermeldet. Zehntausende Jugendliche beenden ihre Schulkarriere ohne zumindest den Hauptschulabschluss erworben zu haben. Im Jahr 2021 traf dies auf rund 47.500 junge Menschen zu, was einem Anteil von etwas mehr als sechs Prozent an allen gleichaltrigen Jugendlichen entspricht. Im Jahr 2019 lag der Anteil mit Migrationshintergrund bei 12,8 Prozent. Rund achtmal so hoch wie bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (1,6 Prozent). (MS)

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