Autorin Susanne Schröter (Bild: IMAGO / Mauersberger)

Solidarität mit Islamforscherin Susanne Schröter

850 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, darunter viele Hochschulprofessoren, fordern die Politik und die Universität Frankfurt auf, die Leiterin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam (FFGI) Susanne Schröter gegen Diffamierungen in Schutz zu nehmen. Anlass der Stellungnahme des “Netzwerk Wissenschaftsfreiheit” sind die Angriffe auf Schröter nach einer Veranstaltung mit dem ehemaligen Grünen-Politiker Boris Palmer und dem, von Medien hochgejubelten “Neger-Skandal”.

Das von Susanne Schröter mitgegründete Netzwerk Wissenschaftsfreiheit, ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern mit dem gemeinsamen Anliegen, die Freiheit von Forschung und Lehre gegen ideologisch motivierte Einschränkungen zu verteidigen und zur Stärkung eines freiheitlichen Wissenschaftsklimas beizutragen, fordert die Politik und die Universität Frankfurt auf, die Leiterin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam (FFGI). Susanne Schröter unsäglichen Diffamierungen in Schutz zu nehmen. Susanne Schröter habe es als Veranstalterin der Konferenz „Migration steuern, Pluralität gestalten“ nicht zu verantworten, was der Ex-Grüne Boris Palmer von sich gegeben hat. Seither wird die Veranstaltung, die unter der Schirmherrschaft des hessischen Ministerpräsidenten stattfand genutzt, um Susanne Schröter zu diskreditieren und ihre wichtige Forschungsarbeit zum Globalen Islam zu untergraben.

Dabei haben sich merkwürdige Allianzen gebildet, stellt auch die Giordano Bruno Stiftung in einer Presseaussendung fest: Islamisten, Linksidentitäre und sog. „Israelkritiker“ versuchen schon seit Langem, jede noch so verhaltene Kritik am „Politischen Islam“ als Ausdruck „antimuslimischen Rassismus“ abzuwehren. Die Äußerungen von Boris Palmer kommen dieser Fraktion gerade recht, um den Druck auf Schröter und das Forschungszentrum zu erhöhen. Das deutsche Wissenschaftssystem auf die immer stärker werdende Bedrohung der Wissenschaftsfreiheit wieder einmal nicht adäquat reagiert, sondern ist, wie allzu oft in der Vergangenheit, vor der links-woken Empörungswelle der Proteste eingeknickt.

Dagegen wendet sich die Stellungnahme der 850 Unterstützer, die ihre Solidarität mit Susanne Schröter bekunden. Sie wehren sich entschieden „gegen jede Diffamierung der islamismuskritischen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen“, insbesondere gegen „Forderungen nach Schließung des Forschungszentrums Globaler Islam“. Schließlich sei „eine kritische Debatte über den politischen Islamismus und die aktuelle Migrationspolitik essenziell“. Weiterhin heißt es in der Stellungnahme, dass eine Kritik an den Positionen von Islam- und Migrationsforschern wie Susanne Schröter, Ralph Ghadban, Ruud Koopmans oder Ahmad Mansour selbstverständlich legitim sei, dass diese aber in „argumentativer Auseinandersetzung“ erfolgen sollte und nicht in Forderungen nach der Abschaffung von Konferenzen oder gar in persönliche Diffamierungskampagnen abgleiten dürfe.

Die Stellungnahme endet mit einem Appell an die Politik sowie an die unsägliche Leitung der Goethe-Universität Frankfurt, an der Susanne Schröter den Lehrstuhl für die „Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen“ innehat, die Leiterin des Forschungszentrums Globaler Islam gegen die Diffamierungen in Schutz zu nehmen, sie in ihrer Forschungsarbeit weiterhin zu unterstützen und ihre Wissenschaftsfreiheit zu verteidigen.

Netzwerk Wissenschaftsfreiheit verurteilt Unterschriftenaktion gegen Susanne Schröter

Zudem wertet das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit die „Stellungnahme zur Billigung von Rassismus am Frankurter Forschungszentrum Globaler Islam“ des „Exzellenzclusters Africa Multiple“ an der staatlichen Universität Bayreuth als Versuch der Einschränkung der Wissenschaftsfreiheit. Anlass ist die Forderung des „Exzellenzclusters Africa Multiple“, dass die Goethe-Universität Frankfurt das von Susanne Schröter geleitete Forschungszentrum „auf den Prüfstand“ stellen müsse.

Zudem verlasse die Stellungnahme mit zahlreichen diffamierenden Zuschreibungen und persönlichen Angriffen den Rahmen zulässiger wissenschaftlicher Kritik. Vollends im Ton vergreift sich die Stellungsnahme, indem sie das Forschungszentrum als „Schande“ bezeichnet und ihm gar – bar jeder sachlicher Substanz – „weiße Nekropolitik“ (ein auf Achille Mbembe zurückgehender Ausdruck, der Machtausübung über Leben und Tod bezeichnet) vorwirft. Das ist ein Sprachgebrauch weit jenseits dessen, was unter Wissenschaftlern gebräuchlich sein sollte, und trägt zur Verrohung der Debatte bei.

Das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit fordert die Unterzeichner auf, sich von diesem völlig unangemessenen Angriff auf die Wissenschaftsfreiheit zu distanzieren.

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Die Stellungnahme wurde von weit über 200 Hochschulprofessorinnen und -professoren unterzeichnet, u.a. von dem Juristen Ebrahim Afsah (Kopenhagen), der Medizinerin Heike Allgayer (Mannheim), der Juristin Britta Bannenberg (Gießen), der Philosophin Maria-Sibylla Lotter (Bochum) und dem Historiker Sönke Neitzel (Potsdam). Ihre Solidarität mit Susanne Schröter haben auch Beiräte der Giordano-Bruno-Stiftung bekundet. (SB)

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