Haben es grade nötig, dem Ausland Nachhilfe in ausgewogener Berichterstattung zu geben: ARD und ZDF erweisen sich als würdige Nachfolge von "Sudel-Edes" schwarzem Kanal (Foto:Imago)

ARD-Kritik an Medienpropaganda in der Türkei: Das sagen die Richtigen…

Nach den Wahlen in der Türkei veröffentlichte die ARD-“Tagesschau” letzte Woche einen Bericht über die Forderungen von OSZE und EU nach transparenten Auszählungsverfahren und einer fairen Behandlung der Opposition in den Medien. Der Koordinator der Wahlbeobachtermissionen von OSZE und Europarat, Michael Link (FDP), mahnte, es dürfe nicht der Fehler wiederholt werden, dass die Regierungsseite eindeutig in den Medien bevorzugt werde. Oppositionskandidat Kilicdaroglu habe große Probleme gehabt, in den Medien vorzukommen. „Gelang ihm das, war es meist negativ“, kritisierte Link weiter. Diese Forderung Links verbreitete die “Tagesschau” sogar noch einmal gesondert auf ihrer Facebook-Seite.

Was der Redaktion entging, fiel vielen Lesern sofort auf – nämlich die bittere Ironie, dass die ARD (ebenso wie das ZDF) schon seit vielen Jahren exakt das gleiche Verhalten in Bezug auf die AfD an den Tag legt. Selbst als sie noch die stärkste Oppositionspartei war, kam sie im Talkshow-Reigen der ÖRR entweder gar nicht oder nur mit extrem negativer Konnotation vor. AfD-Politiker wurden dann zwar eingeladen, aber nur mit dem Ziel, von den anderen Gästen, mit tätiger Mithilfe der eigentlich zu Neutralität verpflichteten Moderatoren, bloßgestellt zu werden. Auf keinen Fall sollte es gelingen, dass die AfD beim Publikum Punkte machen könnte. Die jeweiligen Sendungen glichen dann auch häufig Tribunalen oder die AfD-Teilnehmer wurden so weit wie möglich außen vor gelassen.

“Politische Präferenz der Journalisten bestimmt die Inhalte”

Zuletzt vermied man aber sogar dies noch – indem man die Partei de facto komplett boykottierte. 2022 wurden Politiker der im Bundestag vertretenden Parteien insgesamt 457 mal in die Politik-Talkshows des ÖRR eingeladen: die SPD 129 mal, CDU/CSU 125 mal, die Grünen 100 mal, die FDP 67 mal, die Linke 34 mal – und die AfD ganze zweimal! Damit lag ihr Gästeanteil bei 0,432 Prozent! Wie die “Junge Freiheit” bereits im Februar feststellte, sähe eine repräsentative Verteilung unter anderem so aus, dass die AfD 51 mal, die Grünen aber nur 73 und die Linke nur 24 mal eingeladen worden wäre. Auf Anfrage, wie dieses frappierende Ungleichgewicht zustande kommt, verwahrten sich ARD und ZDF natürlich vehement gegen den Verdacht, dass Parteien bevorzugt oder benachteiligt würden. Vielmehr wähle man die Gäste anhand der jeweiligen Themen und nach „rein journalistischen Kriterien“ aus. „Die politische Präferenz ihrer Journalisten bestimmt die Inhalte. Das gilt auch für die Talkrunden“, kritisierte dagegen AfD-Medienexperte Leif-Erik Holm.

Damit bringt er die Realität auf den Punkt. 2020 ergab eine Umfrage unter ARD-Volontären, dass 92 Prozent (!) Anhänger von Rot-Grün sind. Bei den älteren Mitarbeitern, vor allem den Redakteuren, dürfte der Trend nicht wesentlich anders aussehen. Es ist, angesichts der unbestreitbar linken Schlagseite des ÖRR, bis in die reinen Unterhaltungsprogramme hinein, geradezu lächerlich, zu behaupten, dass man die Talkshowgäste nicht nach politischen Vorlieben auswählen würde. Wenn also etwa das ZDF beklagt, dass man etwa in Ungarns Medien nur die Ansichten von Ministerpräsident Viktor Orban zu hören bekomme, oder die undemokratischen Medienverhältnisse in der Türkei – wie übrigens auch Russland, Belarus oder Polen – beklagt, ist dies an Heuchelei nicht mehr zu überbieten. Man sieht nur den Splitter im Auge des anderen, nicht aber den Balken im eigenen. Die zwangsgebührenfinanzierten Staatsfunker sollten erst einmal vor der eigenen Türe kehren. (DM)

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