Öffentlich-rechtliche Doppelmoral: Die Rammstein-Momente von Tokio-Hotel

Die öffentlich-rechtliche Doppelmoral: NDR-Late-Night-Talkerin Ina Müller beklatschte und lobte bei der Teenyband Tokio Hotel in ihr Plapperrunde “Inas Nacht” das Groupie- und “Row zero”-System der Band. Ein Interview mit dem Rammstein-Keyboarder aber wird nun aber aus dem Programm geschmissen.

Die Zwillingsbrüder Bill und Tom Kaulitz – bekannt geworden mit der Teenyband Tokoi Hotel – der eine ist mit dem medialen  Tausendsassa Heidi Klum liiert, der andere changiert zwischen den Geschlechtern – plauderten in Zeiten vor Rammstein fröhlich mit der öffentlich-rechtlichen Bespaßerein Ina Müller in ihrem Late-Night-Talk-Format “Inas Nacht”.

Dort gaben sie just genau das zum Besten, wofür der Sänger der Band Rammstein, Til Lindemann, aktuell – medial geteert und gefedere – durch diese miese, vor Doppelmoral triefende Gutmenschengesellschaft getrieben wird. In lauschiger Runde erzählen die beiden Musiker zum Thema “Groupie-Sex, dass der Manager der Band Tokio Hotel, die Groupies vorher ausziehen ließ, die Order erging, sich vorher zu waschen und Kameras abzugeben, bevor sie zur Band durften.

Ina Müller, lustig wie man die Plaudertasche kennt, fand das “gut” und “konsequent” was da Backstage ablief. Wörtlich: “Jetzt sind die (die Mädchen) schon halb nackt in die Zimmer gekommen, das finde ich wirklich konsequent. Das find ich gut, dass man sagt: Ihr wollt hier rein, ihr kommt hier rein, aber ihr zieht alles vorher aus”. Tom Kaulitz bekräftigt: Das klingt jetzt unglaublich alt, aber damals, da hatten wir es einfacher als heute. Weil da gab es ja das ganze Sozial Media nicht.

Was die holde Ina Müller bei den beiden Kaulitz-Brüdern mit “gut” und “konsequent” bewertete und für das “Row zero”-System der Band vollen Beifalls zollte, das findet Müller nun bei Rammstein, systemkonform, ganz ganz schlimm und zeigt par excellence wie dieser scheinheilige, doppelmoralische öffentlich-rechtliche Rundfunk tickt:

Ein für „Inas Nacht“ aufgezeichnetes Gespräch mit dem Rammstein-Musiker Christian „Flake“ Lorenz soll nun nicht ausgestrahlt werden. Die NDR-Redaktion hat sich entschieden, das Gespräch für die aktuelle Staffel nicht einzuplanen, teilte der NDR mit, so die „Bild“ . Der Grund: „Als das Gespräch aufgezeichnet wurde, waren die aktuellen Vorwürfe noch nicht öffentlich bekannt – daher konnte Christian ‚Flake‘ Lorenz dazu nicht befragt werden bzw. Stellung nehmen“, teilte der Sender zur Begründung mit. „Die jetzige Ausstrahlung eines Interviews, in dem Christian ‚Flake‘ Lorenz aber nicht zur Debatte um Rammstein befragt wird, erscheint der Redaktion zurzeit nicht angebracht und würde bei den Zuschauenden falsche Erwartungen wecken.“

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