Foto: Manuela Schwesig (über dts Nachrichtenagentur)

Hochdotiert aufs gebührenfinanzierte Altenteil: Schwesig wird Mitglied im ZDF-Verwaltungsrat

Keine noch so vehemente Kritik an den völlig überhöhten Rundfunkgebühren und deren Verschwendung, an der Bezahlung seiner Journalisten durch die Regierung oder die immer wieder beklagte Kungelei mit der Politik, scheinen den ÖRR auch nur einen Millimeter von seinem Kurs abbringen zu können. Wie am Wochenende bekannt wurde, wird Manuela Schwesig (SPD),  Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, in den Verwaltungsrat des ZDF einziehen. Damit übernimmt sie die Nachfolge von Dietmar Woidke, ihres Parteifreundes und Ministerpräsidentenkollegen aus Brandenburg. In diesem erlauchten Gremium sind bereits die rheinland-pfälzische Landeschefin Malu Dreyer (ebenfalls SPD) als Vorsitzende, Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und der baden-württembergische Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) vertreten.

Nachdem im Mai das Ausscheiden Woidkes aus dem Kontrollgremium bekannt geworden war, hatte dessen Regierungssprecher Florian Engels mitgeteilt: „Ministerpräsident Woidke ist der Auffassung, dass regelmäßige Wechsel in Kontrollgremien richtig sind.“ Dieser Wechsel wird sich natürlich nicht im Geringsten auf das Programm oder die Struktur des Senders auswirken. Der Verwaltungsrat des ZDF besteht aus zwölf Mitgliedern und ist, neben dem Fernsehrat, das zweite nominelle Kontrollorgan, das nach außen die Illusion aufrechterhalten soll, bei dem Sender ginge es unabhängig zu.

Das ZDF als Erbhof für abgehalfterte Politiker

Erst kürzlich hatte Günther Jauch eine ungeheuerliche Begebenheit öffentlich gemacht, bei der der damalige rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck sich in den 90er Jahren drei wohlwollende Beiträge in den „Heute“-Nachrichten aussuchen durfte, weil er bei einer Fernsehgala seiner Meinung nach nicht oft genug im Bild war. Genau das ist die Folge dieses politmedialen Filzes. Das ZDF war schon immer vor allem ein Erbhof für Politiker, die es als zu ihren Pfründen gehörendes Verlautbarungsorgan ansehen. Dass bei einem Sender, der groteskerweise Staatsferne für sich in Anspruch nimmt, gleich vier Ministerpräsidenten im Aufsichtsgremium sitzen, ist schon an sich an Absurdität kaum noch zu überbieten und würde selbst in einer Bananenrepublik für Kopfschütteln sorgen.

Diese ganze Struktur macht die immer wieder angemahnten Reformen des gigantischen ÖRR-Molochs unmöglich, weil jeder Politiker ARD und ZDF braucht, um eine immer älter werdende Wählerschaft zu erreichen. Zugleich wird die Ablehnung dieses Konstrukts dadurch immer mehr gefördert. Das Ganze ist ein Teufelskreis, der beiden Sendern letztlich das Genick brechen wird, weil die Akzeptanz dieser Mauscheleien, gerade im derzeit und auf unabsehbare Zeit bis zum Äußersten angespannten politischen Klima, immer weiter sinkt. (TPL)

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