Professor Michael Esfeld schreibt über ein "Land ohne Mut" - in dem die Buchmesse nicht mal den Mut hat, ihn auftreten zu lassen (Foto:ScreenshotYoutube)

Die Reichsschrifttumskammer verkündet: Wirtschaftsphilosoph Esfeld wird von der Frankfurter Buchmesse verbannt

„Land ohne Mut“ lautet der Titel des neuen Buches von Michael Esfeld, das der Wirtschaftphilosoph eigentlich auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse präsentieren wollte. Esfeld gehört sogar der spätestens seit Corona-Zeiten in der Politik so wohlgelittenen Leopoldina-Stiftung an… doch ausgerechnet dort will man in Frankfurt dieses Jahr nicht haben: Wie das Portal “Nius” berichtet, darf Esfeld nicht auftreten – noch nicht einmal im ohnehin in der ohnehin als “publizistischer Katzentisch” geltenden Nische der  Livro-Gemeinschaftsausstellung für kleinere Verlage. Der Achgut-Verlag, der Esfeld verlegt, erhielt die Ausladung für die vom 18. bis 21. Oktober stattfindende größte deutschsprachige Buchmesse.

Eigentlich, so “Nius”, bietet  der Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels (MVB) der mit seinem „Livro“-Katalog “kleineren Verlagen die Möglichkeit an, auf der Buchmesse ihre neuen Werke vorzustellen.. Grundsätzlich können dabei alle deutschen Verlage teilnehmen. Die MVB ist ein Tochterunternehmen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.”

Feigheit des deutschen Kulturbetriebs

Motiv für die Ausladung scheint jedoch weniger proaktive Ausgrenzung und aktive Mundtotmachung zu sein, sondern die übliche Feigheit eins in intellektueller Selbstauflösung begriffenen deutschen Kulturbetriebs, das sich feige vor dem zunehmenden Klima von Verfolgung und Unterdrückung missliebiger Meinungen beugt. „Die Präsentation eines vergleichbaren Titels bei einer der vergangenen Livro-Ausstellungen sowie die Listung im begleitenden Livro-Ausstellungskatalog stießen bei Messebesuchern und vor allem bei anderen Ausstellern unserer Gemeinschaftspräsentation auf starke Ablehnung“, teilte der MVB gegenüber “Nius” mit.

Es war also gar nicht Esfelds Buch, sondern ein anderer, nicht näher bezeichneter  Titel eines anderen Autors, wegen dem Esfeld gecancelt wird. Zumindest vordergründig – denn natürlich ist sein gegenwartskritisches Wert “Land ohne Mut” linksgrünen Utopisten nicht minder ein Dorn im Auge. Der MVB befürchtet “drohende Geschäftseinbußen“. Aus Angst vor linken Randalen oder Boykottaufrufen also wird hier nicht nur dem ohnehin zur Farce verkommenen “gesellschaftlichen Diskurs” ein Bärendienst erwiesen.

Die Feinde der offenen Gesellschaft

Ein wichtiges Organ der deutschen Buchverlagsbranche zeigt sich im Land der Bücherverbrennungen zudem von einer besonders erbärmlichen Feigheit und Rückgratlosigkeit. Poppers “Feinde der offenen Gesellschaft” lassen grüßen!

Eigentlich – so der MVB selbst – dürfen nur solche Titel von der Buchmesse verbannt werden, deren Inhalt gegen „gesetzliche Bestimmungen“ oder „behördliche Verbote“ verstößt, sowie Bücher, „deren Präsentation dem Veranstalter aus anderen Gründen nicht zumutbar ist“. Dass dies nun offenbar auch schon bei irgendwie als “rechts” oder gegen regierungskritisch geflaggten Werken der Fall ist, zeigt, welchen Verhältnissen sich dieses Deutschland – in dem ironischerweise so viel von “Demokratie” und “Vielfalt” die Rede ist – mit Siebenmeilenstiefel annähert… (DM)

 

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