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Briten werden aufgefordert, Häuser abends nicht zu heizen

Millionen von Familien werden aufgefordert, ihre Häuser abends nicht zu beheizen, um der Regierung zu helfen, ihr Netto-Null-Ziel zu erreichen. Das Komitee für Klimawandel (CCC) erklärte, die Menschen sollten ihre Heizungen zu Spitzenzeiten abschalten, als Teil einer größeren Anstrengung, „Emissionen einzusparen”. Alle Klimapläne der britischen Regierung werden durch das Komitee für Klimawandel (CCC) bestätigt und dieser hat in seinem 6. Budget-Plan  bereits die Jahre 2033 bis 2037 mitgedacht und das Budget wird nicht nur diskutiert, sondern bereits umgesetzt.

In einem Dokument über Verhaltensänderungen” empfahl das Gremium den Briten nun, ihre Häuser am Nachmittag vorzuheizen”, wenn der Stromverbrauch niedriger ist. Kritiker behaupten jedoch, der wahre Grund sei, dass erneuerbare Energien nicht in der Lage seien, die Nachfragespitzen zu decken. Wie dem auch sei: Ein Viertel der Bevölkerung hat sowieso kein Geld zum Heizen.

Großbritannien gehört zu den reichen Industriestaaten der Welt. Es zählt sogar als das fünftreichste Land der Welt. Trotzdem wird die Schere zwischen armen und reichen Menschen wird immer größer. Das heißt, dass es wenige Reiche gibt, aber immer mehr Arme. Es gibt in Großbritannien mehr Obdachlose als in Deutschland. Mieten sind teuer und zudem gibt es zu wenige Wohnungen, insbesondere günstige Sozialwohnungen. Man schätzt, dass etwa 20 Prozent der Briten unter Armut leiden. 2022 galten 13 Millionen Briten als arm. Davon sind 4 Millionen Kinder.

Immer mehr Menschen in die Armut

Immer mehr Menschen rutschen in die Armut ab, weil Energiekosten und Inflation extrem steigen. Millionen von Britinnen und Briten sind in großer Not wegen der stark steigenden Preise von Gas, Strom und Nahrungsmitteln. Erschreckend viele müssen sich entscheiden, ob sie beim Essen oder beim Heizen verzichten. Wegen der enorm steigenden Preise für Strom und Gas will in Großbritannien fast jeder Vierte einer Umfrage zufolge im Winter die Heizung sowieso nicht einschalten. Bei Menschen mit minderjährigen Kindern ist der Anteil mit 27 Prozent sogar noch höher.

Viele Briten können sich die steigenden Lebenshaltungskosten nicht mehr leisten. Tafeln und Lebensmittelretter versorgen Millionen Menschen. Die Tafeln in Großbritannien sind allerdings von der größten Nachfrage ihrer Geschichte überwältigt und kommen kaum hinterher.

Die Pandemie und die Folgen des Ukraine-Krieges sind in Großbritannien deutlich zu spüren. Jahre von Austerität, dürftigen Hilfsleistungen, Einschnitten bei der öffentlichen Wohlfahrt und Infrastruktur sowie ein Mangel an Regulierung auf dem Energiemarkt haben Millionen Menschen in Probleme bei der Versorgung mit Wärme gestürzt.

Es steht nicht gut um die einstige Weltmacht

Viele Pubs, Shops und Büroflächen sind verrammelt, für immer geschlossen. Mehr als sieben Millionen Menschen warten auf einen Arzttermin. Kaum eine Woche vergeht ohne größeren Streik. Es sind die Mittelständler, die ihre Stromrechnung nicht mehr bezahlen können, die ihre Wohnung verlieren, von Essensspenden abhängig sind. Es trifft nicht die Ränder des Königreichs, die seit jeher strukturschwache Regionen gelten. Das Einzige, was derzeit im Königreich wächst, ist die Ungleichheit: Es gibt mehr Milliardäre denn je, gleichzeitig lebten noch nie so viele Briten in Armut.

Die Aufforderung, ihre Wohnungen nicht mehr zu heizen, um „Emissionen einzusparen“, während ein Viertel der Bevölkerung friert und hungrig ist, dürfte nicht weiter zum sozialen Frieden beitragen.

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