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Deutsche Autoindustrie im freien Fall: Minus 9 Prozent Produktion und düstere Aussichten

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Die Produktion der deutschen Autoindustrie fällt dramatisch. Dies wirkt sich auf ganz Europa aus, da die deutsche Wirtschaft schwächelt. Im Juli verzeichnete die deutsche Autoindustrie einen Produktionsrückgang von 9,4 %, wie das Statistische Bundesamt bekannt gab. Die Financial Times warnt vor düsteren Aussichten für die Branche und deren Auswirkungen auf ganz Europa (berliner-zeitung: 07.09.23).

Ein Beitrag von Blackout-News

Deutsche Wirtschaft vor Turbulenzen: Autoindustrie im Sturzflug – Klima-Maßnahmen belasten

Die schlechten Zahlen in der Kfz-Branche belasten die gesamte deutsche Wirtschaft. Die Produktion ist im Monatsvergleich um 0,8 % gesunken. Im Jahresvergleich gab es ein Minus von 2,1 %. Drei führende Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizieren deshalb für 2023 einen Rückgang der deutschen Wirtschaft um 0,4 bis 0,6 % und eine hohe Inflation von sechs Prozent. Die negative Entwicklung in Deutschland beeinflusst deshalb auch die Wirtschaft in der Eurozone. Die Europäische Statistikbehörde hat ihre Wachstumsprognose für das zweite Quartal auf magere 0,1 % gesenkt. Besonders betroffen sind Länder wie Österreich und Italien, die im Bereich der Automobilzulieferung stark vertreten sind. Das RWI-Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung erwartet einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,6 % in diesem Jahr.

Die Situation bleibt für die deutsche Autoindustrie angespannt, nicht nur wegen des Wettbewerbs aus China. Innerhalb der EU werden schärfere Maßnahmen gegen den Klimawandel ergriffen. Diese haben mittlerweile einen protektionistischen Charakter. Die britische Großbank HSBS berichtet, dass Frankreich im nächsten Jahr eine Steuer für schwere Autos einführen wird, insbesondere für SUVs.

Frankreichs SUV-Steuer bedroht deutsche Autobauer: 3500 Euro zusätzlich pro Auto

Die Steuer betrifft aber nur Modelle ab einem Gewicht von 1,6 Tonnen, dies trifft vor allem deutsche Autobauer. Einzelne Städte wie Paris und Lyon planen dazu auch noch höhere Parkgebühren für zu schwere Autos. HSBC warnt: „Durch die SUV-Steuer könnten die Absätze deutscher Autohersteller in Frankreich sinken. Bei einem Gewichtsüberschuss von 350 Kilogramm fallen zusätzliche 3500 Euro an.“

Frankreich bietet derzeit gute Bedingungen für seine Autohersteller. Stellantis, einer der größten Automobilhersteller, verzeichnete im ersten Halbjahr einen Nettogewinnanstieg von 37 % auf 10,92 Milliarden Euro. Stellantis, das Marken wie Peugeot, Opel und Maserati vertritt, ist zuversichtlich, die anstehenden Kosten für die Transformation zu einem klimaneutralen Unternehmen bewältigen zu können.