Was für ein freundliches Gesicht? - Foto: Collage

Islam & Integration: Wessen Fehler?

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In Europa gibt es ein riesiges Problem mit islamischen Gewalttätern. Wenn im Iran Schwule gehenkt werden oder sonstwo in der islamischen Welt Steinigungen stattfinden, dann schütteln die Europäer sich mt Abscheu. Wenn Kirchen geschändet werden, Priester geköpft oder 2015 ein Massaker wie im Club Bataclan stattfindet, eine Redaktion wie die von Charlie Hebdo abgeschlachtet wird, zeigen alle Finger auf “der Islam”. Das kann man machen, aber es hilft nichts.

von Max Erdinger

Eine Frage, die sich die Europäer auf jeden Fall stellen müssen, Deutsche ganz besonders, ist die, was sie eigentlich glauben, wohinein sich ein Kulturfremder aus dem islamischen Kulturkreis integrieren soll. In eine Gesellschaft, die sich in jeder Hinsicht erkennbar auf dem absteigenden Ast befindet? Eine Gesellschaft, die sich selbst nicht leiden kann und ihre eigenen Traditionen und Gebräuche zur Disposition stellt, wie allerweil Weihnachten? Eine Gesellschaft, in der ernsthaft darüber diskutiert wird, ob Weihnachten noch “zeitgemäß” ist? “Der Islam” ist schon zutreffend erkannt worden. Was absolut fehlt, ist, daß die Kritiker von “der Islam” sich selbst erkennen. Oder, um das einmal aus den Augen von “der Islam” zu betrachten: Wer seid ihr überhaupt, ihr wehrunfähigen Waschlappen mit eurem bigotten Westwertgelaber, um euch uns gegenüber wie die Moralweltmeister aufzuführen?  Viel Glück dabei, dem “der Islam” einmal klarzumachen, worin die westwertliche Überlegenheit von heute eigentlich noch besteht.  Den Versuch würde ich gar nicht mehr unternehmen. Zu viel Dreck am eigenen Stecken. Was bleibt, ist die Inkompatibilität. “Der Islam” ist mit dem, was er für islamische Werte hält, nicht kompatibel mit jenem Wertewesten, der von Werten nur noch labert, anstatt welche zu bewahren. Realitätssinn und ein Interesse an Selbsterkenntnis wären vermutlich die ersten, die da zu nennen sind.

Was ist sinnvoll?

Ist es sinnvoll, dem “der Islam” ständig vorzuwerfen, daß er der Islam ist? Müsste sich irgendjemand dafür interessieren, was “der Islam” in dessen eigenem Kulturkreis treibt? Oder wird “der Islam” erst deshalb zum Problem, weil er hierzulande Einzug gehalten hat? Ist Sahin ein Problem? Sahin wanderte vor über vierzig Jahren nach Deutschland ein, betreibt einen Dönerstand mit dem besten Döner der Stadt und ist ein überaus freundlicher Zeitgenosse, beliebt bei allen seinen Mitbürgern – und über den Verfall des Wertewestens so entsetzt wie sie. Vielleicht sogar noch mehr. Wenn seine Kunden wegen des Andrangs länger auf einen Döner warten müssen, serviert ihnen Sahin derweilen einen köstlichen Apfeltee. Der kostet ihn wenig und die Kunden gar nichts. Ist Sahin “der Islam”? – Wohl kaum. Moslem ist er, glaube ich. Es hat mich aber nie interessiert und deswegen habe ich ihn auch nie danach gefragt. Er hat ein Porträt von Kemal Atatürk in seinem Geschäft hängen und arbeitet dort jeden Tag, ohne jemals nach einem 8-Stunden-Tag gefragt zu haben. An welchen deutschen Werten orientieren sich junge Türken, die hierzulande auf die Welt gekommen sind und einen deutschen Paß haben? – Ich weiß es: An BMW M-Power und Mercedes AMG. Welche anderen deutschen Werte sollten sie denn hochhalten, außer den materiellen? Bei den immateriellen sind sie den heutigen Deutschen doch haushoch überlegen und finden sie in ihrer eigenen überlieferten Kultur. Familie, Zusammenhalt, Loyalität, das Eigene. Ist es das, was wir noch zu bieten haben als Integrationsangebot: M-Power und AMG? Sollen sie uns dafür mögen, von uns für so blöd gehalten zu werden, daß sie unsere opportunistische Beliebigkeit und unsere Feigheit mit überlegener Friedfertigkeit verwechseln würden?

Was bildet sich der Wertewesten eigentlich ein, in Afghanistan Frauenrechte durchsetzen zu wollen, afghanische Frauen “männliche Bastionen stürmen” zu lassen im Schutz westlicher Militärmacht und dergleichen arrogantes Gehabe mehr? Was bildet sich der Wertewesten eigentlich ein, die Ölfelder in Syrien zu besetzen, den Irak zu bombardieren und Muslime zu hunderttausenden umzubringen, um dann auch noch dem Wahn zu erliegen, er dürfe “der Islam” zu sich ins eigene Land importieren, weil “der Islam” scharf wie Larry darauf ist, nicht mehr “der Islam” zu sein? Sollen Iraker hierzulande sagen, daß wir sie ganz wundervoll bombardiert haben? Sollen sie dem Wertewesten dankbar sein dafür? Was bilden wir uns eigentlich ein?

Ja, es gibt tausend Eigenarten von “der Islam”, mit denen ich nichts zu tun haben will. Aber hier in Europa: Wessen Problem ist das? Das von “der Islam” oder das der Europäer? Muß ich wirklich ständig auf “der Islam” schimpfen und Moslems runtermachen, anstatt mir endlich die Bagage zu greifen, die “der Islam” wegen “die Menschen” unterschiedslos nach Europa importiert hat und immer noch weiter importiert? “Der Islam” ist in millionenfacher Gestalt von unterschiedlichen Muslimen europäische Realität. Und jetzt? Was will er da machen, der Europäer, außer den weiteren Import sofort zu stoppen? Und wenn er ihn stoppt, wie will er dann den Geburten-Dschihad derer verhindern, die schon da sind? Will er sie alle ausweisen? Wohin? Will er sie alle umbringen? Was will er, der westliche Wertemensch in seiner grenzenlosen Individualität und seiner je eigenkonstruierten Realität bar sämtlicher Werte, die einstmals welche gewesen sind in jenem Wertewesten, der nur als Erinnerung in der Einbildung existiert. Wer schafft sie denn ab, die Westwerte? Ist es “der Islam”? Oder sind es die “wertewestlichen” Relativisten, Zensoren, Gleichheitsschwätzer, Gutmenschen und Gesinnungsterroristen selber? Will der “Westwertmensch” vielleicht lieber weiterhin behaupten, daß die Fortpflanzung keinesfalls der eigentliche Sinn der menschlichen Zweigeschlechtlichkeit sei? Weil es sowieso viel mehr als zwei Geschlechter gibt – und daß das wiederum so sei, damit der Westwertmensch Spaß hat und sich selbst verwirklichen kann nach dem Motto “sei ganz du selbst”. Ist doch so mit der Geschlechtervielfalt, oder nicht? Wenn nicht: Wem gehört dann aufs Maul? Dem “der Islam”?

Es ist nicht der Fehler von “der Islam”, daß er der Islam ist. Worum es sich dabei handelt, hätte man wissen können, bevor man ihn sich ins Land geholt hat. Wer ist der Depp? “Der Islam” oder beispielsweise die grüne Küchenhilfe? Die evangelische Bischöfin vielleicht? Der Multikulti-SPD-Schwafler? Ich will den “der Islam” nicht hierhaben. In Afghanistan oder sonstwo ist er gut aufgehoben. Da gehört er hin. Es liegt mir aber fern, den “der Islam” dafür zu kritisieren, daß er ist, was er ist oder vielleicht auch nicht. Der Islam interessiert mich nicht!

Kultivierte Barbarei

Köpfe abhacken, Schwule aufhängen, Frauen steinigen – pfui Teufel! Sich und andere in die Luft sprengen – ebenfalls pfui Teufel! Killen ist schließlich Geschmackssache. Warum jemandem den Kopf abhacken, wenn man ihm auch eine elegante Giftspritze verpassen kann, um ihn “away passen” zu lassen? Der blutet wenigstens nicht. Auf dem elektrischen Stuhl grillen ist auch klasse. Oder Gaskammer. Das hat Stil, das zeugt von Geschmack. Das ist kultiviert. Warum auf Motorrädern, bewaffnet mit Kalaschnikows, einen bestialischen Terroranschlag durchführen und selber dabei ums Leben kommen, wenn man doch ebenso aus großer Höhe Bomben auf die lieben “die Menschen” abwerfen – und selber dabei am Leben bleiben kann? Da muß man nicht einmal sehen, was man gerade anrichtet bei den lieben “die Menschen” weit unter einem, diesen “Untermenschen” im wahrsten Sinn des Wortes.  Die sind so dämlich, sich selber in die Luft zu sprengen bei einem Attentat, ohne dabei zu merken, daß so etwas genau ein einziges Mal überhaupt funktioniert. Um wieviel kultivierter ist da der Bomberpilot, der zwanzig oder dreißig Einsätze fliegen kann? Das ist killerische Nachhaltigkeit! Und Nachhaltigkeit ist der Bringer überhaupt. Weiß doch jeder: Sparsamer Umgang mit Ressourcen und so weiter.

Mindestens so wie “der Islam” in Europa kotzt meineneinen der heutige “Westwertmensch” mitsamt seinen selbstgerechten Schuldzuweisungen an. Und so lange er sich nicht allmählich ganz gehörig an der eigenen Nase faßt, dieser “Westwertmensch”, der noch nie – nicht! – rechtgehabt hätte seit ich lebe, obwohl ihm während dieser Zeit sämtliche Werte abhanden gekommen sind, braucht mir hier keiner mehr mit seinem Gejammer über die Unzumutbarkeiten von “der Islam” zu kommen. Der ist zwar unzumutbar in Europa, aber wer war’s denn, der das partout nicht wahrhaben wollte? Jetzt heißt es: Leb´damit! Laß dir etwas einfallen, “Westwertmensch”. Irgendwie muß es gehen. Wenn´s nicht geht, dann war´s das für dich, oh du schlauer “Wertewesten”.