Wenn der Muezzin ruft... predigt schon mal ein Taliban (Symbolfoto: Von Petr Bonek/Shutterstock)

Passend zu Erdogan-Besuch: Taliban-Islamist darf ungestört in Kölner Ditib-Moschee hetzen

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Passend zum Erdogan-Triumphbesuch in Berlin, wo ein morgenländischer Herrscher seine mitteleuropäische Provinz besuchte und von den linksgrünen Statthaltern der servilen Scholz-Regierung unterwürfig empfangen wurde, zeigte sich am Vorabend in Köln, dass sich der institutionelle türkisch-politische Islam hierzulande alles erlauben kann. Am Donnerstag durfte in einer Moschee des von der türkischen Religionsbehörde Dyanet kontrollierten DITIB der hohe radikalislamistische Taliban-Beamte Abdul Bari Omar sprechen – und auch noch um Spenden werben. Seine Zuhörer forderte er auf, die Taliban nach „Erfolgen“ zu beurteilen und “nicht auf die Medien” zu hören. Die Sicherheit in Afghanistan sei gewährleistet und der Wiederaufbauprozess im Gange.

„Es lebe das Emirat“, brüllte das begeisterte Publikum. „Danke an alle immigrierten Brüder in Europa für die Liebe für Afghanen in Europa“, twitterte Omar nach seinem Auftritt. Zuvor war er bereits auf einer Konferenz in Den Haag aufgetreten. In Deutschland habe er „auf Einladung eines afghanischen Kulturaktivisten“ Halt gemacht, um eine Rede zu halten und Publikumsfragen zu beantworten. Die Entrechtung von Frauen und Minderheiten im Taliban-Steinzeitregime kam natürlich nicht zur Sprache.

Wie praktisch: Bis heute kein Taliban-Verbot in Deutschland

Obwohl die Taliban sowohl von der EU als auch von Deutschland und den USA als Terrororganisation eingestuft werden, konnte Omar ungestört einreisen und einen öffentlichen Auftritt absolvieren. Dass sie die Taliban in Deutschland als Organisation bis heute nicht verboten sind, erleichterte dies; nicht einmal ein Betätigungsverbot liegt vor. Offiziell distanzierte sich der lokale DITIB-Verein sich von dem Auftritt und gab sich entrüstet: Die Veranstaltung sei vom „Afghanischer Kulturverein Köln Meschenich e.V.“ organisiert worden, dem man bisher Räume für religiöse Zwecke zur Verfügung stellte. „Entgegen vertraglicher Vereinbarung wurde daraus eine politische Veranstaltung, zu der ein uns unbekannter Redner eingeladen wurde“, hieß es weiter.

Diese Darstellung wird man getrost bezweifeln dürfen – denn die Islaminterpretation der DITIB dürfte sich allenfalls in Nuancen von der der Taliban unterscheiden. Die gespielte Entrüstung ist wohl eher der Außendarstellung geschuldet, um das gute Verhältnis zur deutschen Politik nicht zu gefährden, welches ein Skandal für sich ist. Tatsache bleibt, dass der hochrangige Vertreter eines radikalislamischen Regimes völlig unbehelligt in Deutschland ein und aus gehen kann, offenbar ohne dass die Behörden die geringste Kenntnis davon hatten. Es ist ein Abbild dessen, was sich seit acht Jahren täglich an den deutschen Grenzen abspielt und zeigt ein Land, das sich von jedem lächerlich machen lässt. (TPL)