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Gaza: Israels Ex-Premier für europäisch-amerikanische Eingreiftruppe

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Tel Aviv – Der frühere israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hat die Entsendung von amerikanischen und europäischen Soldaten in den Gazastreifen vorgeschlagen. “Wir brauchen die Europäer und die Amerikaner, um eine militärische Eingreiftruppe für die Übergangszeit nach Gaza zu schicken, weil die Araber und die Palästinenser nicht kommen werden und wir, Israel, nicht dort bleiben sollten”, sagte er dem “Spiegel”.

Um die Amerikaner und die Europäer zu überzeugen, müsse Israel einen politischen Horizont aufzeigen. “Unmittelbar nach der Militäraktion sollten wir mit den Verhandlungen über eine Zweistaatenlösung beginnen.”

Olmert hatte in seiner Regierungszeit (2006-2009) dem bereits damals regierenden Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde Mahmoud Abbas einen weitreichenden Plan für eine Zweistaatenlösung vorgeschlagen. Abbas hatte ihn abgelehnt. “Ich stehe bis heute mit Abu Mazen in Kontakt”, sagte Olmert. Er hoffe immer noch, dass dieser seinen Friedensplan unterstütze. “Das ist ein sehr ehrgeiziger Friedensplan für Israel und für die Palästinenser”, sagte Olmert. “Aber es wird keinen besseren geben.”

Olmert sagte dem heutigen Premier Benjamin Netanjahu ein baldiges politisches Ende voraus. “Die Verbitterung und Enttäuschung werden sich zu einer Wut aufstauen, die wie ein Vulkan ausbrechen wird.” Anstelle von Netanyahu brauche Israel einen politischen Anführer, der bereit sei, sich unbeliebt zu machen, sagte Olmert. “Man kann die Geschichte nicht ändern, ohne das Risiko einzugehen, sich unbeliebt zu machen.”

Derweil hat Israels Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, beim Trauerstaatsakt für Wolfgang Schäuble im Bundestag demonstrativ ein sogenanntes “Dog Tag” getragen.

Dabei handelt es sich um ein an einer Halskette befestigtes Metallplättchen im Stil einer militärischen Erkennungsmarke, die Soldaten im Kampfeinsatz üblicherweise um den Hals tragen, und die traditioneller Weise im Todesfall abgebrochen und zur Identifizierung eingesammelt wird.

Das offene Tragen von “Dog Tags” hat sich in Israel in den letzten Wochen als Symbol etabliert, mit dem Solidarität mit den israelischen Soldaten und den im Gazastreifen noch immer von der Hamas festgehaltenen Geiseln gezeigt wird. Es soll über drei Monate nach dem Überfall der Hamas auf Israel und dem seitdem andauernden Gegenschlag daran erinnern, dass sich das Land im Krieg befindet.

Und Israel wird auch gegen den islamisierten Wertewesten den Krieg gewinnen. Das Gute besiegt schließlich immer das Böse – so sagen es zumindest die Märchen. (Mit Material von dts)