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Biden stoppt LNG-Exporte: Woher bekommt Deutschland nun Gas?

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Die Bundesregierung hat voll auf LNG aus den USA gesetzt. Nun hat US-Präsident Joe Biden völlig überraschend einen LNG-Stopp angeordnet – wegen des Klimas. Die Entscheidung hatte sich seit einigen Tagen abgezeichnet, jetzt ist es offiziell: US-Präsident Joe Biden will die Gasexporte der USA drosseln und stoppt eine Reihe bereits geplanter Ausfuhrgenehmigungen für Flüssigerdgas (LNG).

Deutschland steht damit bald vor neuen energiepolitischen Herausforderungen: Am Freitag ordnete Biden an, den Bau neuer Terminals an der US-Küste bis auf weiteres auszusetzen. Es gehe darum, die Klimakrise als „bestehende Bedrohung“ anzuerkennen. Das meiste durch Fracking gewonnene Gas kommt aus Texas und Louisiana und aus weiter entfernten Bundesstaaten wie Oklahoma und Pennsylvania. Dort wird es in speziellen Terminals unter großem Energieeinsatz auf minus 161 Grad Celsius gekühlt und damit verflüssigt. Wegen der hohen Nachfrage wachsen dort aktuell die Export-Kapazitäten. Aus diesem Grund hat die USA die Schiefergasproduktion in den letzten Jahren deutlich ausgebaut und sind damit derzeit der weltweit größte Exporteur von Flüssigerdgas. Es sind sieben Exportterminals in Betrieb und weitere sind geplant, um die Export-Kapazität zu erhöhen.

LNG-Exporte sind Kohlenstoff-„Megabomben

Von Umweltschützern werden LNG-Exporte als Kohlenstoff-„Megabomben“ bezeichnet werden, weil sie enorme Mengen Treibhausgase verursachen. Biden sagte in einer Erklärung: „Wir werden die Auswirkungen von LNG-Exporten auf die Energiekosten, die Energiesicherheit Amerikas und unsere Umwelt genau unter die Lupe nehmen. Denn die Klimakrise ist die existenzielle Bedrohung unserer Zeit.“

Diese Entscheidung kann zu grundlegenden Problemen in der Energieversorgung Deutschlands führen. Nach dem Abschied von der russischen Gaspipeline und den Explosionen der Nord-Stream-Pipeline setzt die Bundesregierung vor allem auf LNG aus den USA. Deutschland wolle seinen Angaben zufolge unabhängig von russischen Lieferungen werden und sei daher auf amerikanische Lieferungen angewiesen. Mit dem Wegfall des LNG-Gases aus den USA wird die Wirtschaft in Deutschland noch mehr Probleme bekommen, denn die Energie wird noch teurer werden.

Wetten gegen die deutsche Wirtschaft

So ist es auch nicht verwunderlich, dass der Londoner Hedgefonds Qube eine Milliarde Euro gegen deutsche Aktien wettet. Verdienen an der schwächelnden deutschen Wirtschaft – das ist offenbar das Ziel des milliardenschweren Hedgefonds aus London. Gegen große deutsche Unternehmen wie Volkswagen, Siemens Energy und Rheinmetall hat der Fonds in dieser Woche insgesamt 1 Mrd. Dollar gesetzt und wettet damit auf fallende Kurse deutscher Aktien. Hinter dieser Wette steckt das Unternehmen „Qube Research and Technology“ (QRT). Solche Wetten werden von Hedgefonds in der Regel nur eingegangen, wenn dieser sicher sein kann, dass er sie auch gewinnt. Eine logische Schlussfolgerung wird sein, dass noch mehr Firmen schließen oder aus Deutschland abwandern. Insbesondere in die USA. Aber einen Wirtschaftskrieg gegen Deutschland zu vermuten, ist natürlich abwegig.

Mira Jäger von Greenpeace findet die Entwicklung hingegen positiv. „Präsident Bidens Ankündigung, alle neuen LNG-Exportprojekte in den USA vorerst zu stoppen, setzt ein wichtiges Signal. Klimaschutz und die weitere Nutzung von fossilem Gas sind nicht vereinbar, wissenschaftlich ist das längst klar. Wenn die Flüssiggas-Projekte jetzt ernsthaft überprüft werden, muss dies zu demselben Schluss kommen. Diese Projekte gehören dauerhaft gestoppt. Auch deutsche Konzerne wie EnBW und die verstaatlichte SEFE haben diese schmutzigen Projekte mit langfristigen Importverträgen ermöglicht und damit die fossile Abhängigkeit auf Jahrzehnte zementiert. Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck sollte dem Vorbild von Präsident Biden folgen und weitere LNG-Terminals an der deutschen Küste stoppen. Habeck sollte sich zudem dafür einsetzen, dass der Staatskonzern SEFE seine US-Verträge kündigt. Verlässliche Energiesicherheit schaffen nur saubere, erneuerbare Energie“, so die Expertin.

Während Deutschland ohne Gas aus Russland und demnächst auch ohne Gas der USA da steht und diesen Zustand als gut für das Klima empfindet, beziehen die USA reichlich Rohstoffe aus Russland wie zum Beispiel Uran, um die eigenen Atomkraftwerke zu versorgen. Auch die Nachbarländer versorgen sich mit Atomkraftwerken selbst, während Deutschland auf saubere Energie setzt. Dieser Mythos wird zumindest aufrecht gehalten, solange die Subventionen weiter fließen.

Saubere Energie am Beispiel Windkraft

Am Beispiel Windkraft wird Folgendes völlig ausgeblendet. Die immer höheren Türme von Windkraftanlagen bestehen größtenteils aus Stahl oder Stahlbeton. In den Ringgeneratoren einer einzigen Anlage sind mehr als 100 km Kupferdraht, also zig Tonnen Kupfer, verbaut. Das Fundament einer Drei-Megawatt-Anlage besteht ebenfalls aus rund 3500 Tonnen Stahlbeton. Die immer längeren Rotoren bestehen aus Aluminium. Alle genannten Rohstoffe sind sehr energieintensiv in der Produktion. Der massive Ausbau von Windkraftanlagen bringt zusätzlich gravierende ökologische Probleme mit und wirft geopolitische Fragen auf. Das Energiewende-Debakel ist auch Ausdruck des Versagens naturwissenschaftlichen Denkens. Außerdem stellte die Netzagentur letzte Woche ihr Eckpapier vor, aus dem hervorgeht, dass die Energiewende bis 2030 nicht wie vorhergesagt 250 Mrd., sondern 500 Milliarden kosten wird.

Während die Nachbarländer, selbst Griechenland, wirtschaftlich an Deutschland vorbeiziehen, die Menschen sich Strom und Gas nicht mehr leisten können, die Bauern auf der Straße toben, feiert sich die Regierung selbst und ruft zu Demos gegen Rechts auf. Wegen einer Veranstaltung, aus der die Wannseekonferenz gemacht wurde, an der mehr Menschen aus der CDU als der AfD teilnahmen. Dass dieser Begriff die Opfer des Nationalsozialismus mehr als verhöhnt, spielt ebenfalls keine Rolle im Kampf um die gute Sache.

Und nur um die geht es! Und so können wir uns vermutlich sicher sein, dass wenn wir alle erst in Höhlen hausen und jemand mit einer Fackel um die Ecke kommt, um uns Wärme zu spenden, selbst dann wird das Gekreische der Gutmenschen die Annahme verhindern.