Foto: cigdem/Shutterstock

Kapitulation! Weil die Knäste alle voll sind will Niedersachsen häufiger auf offenen Vollzug setzen

Nicht nur unser Sozial- und Gesundheitssystem bricht zusammen. Nein auch auf diesem wichtigen Gebiet werden nun die weißen Fahnen geschwenkt:

Angesichts voller Gefängnisse will das Land Niedersachsen an Lockerungen für den Strafvollzug einführen und künftig mehr Inhaftierte in den offenen Vollzug überführen. “Ich plädiere sehr deutlich dafür, den offenen Vollzug zu stärken”, sagte Landesjustizministerin Kathrin Wahlmann (SPD) der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (Mittwochausgaben). “Denn zum einen haben wir dort erhebliche freie Kapazitäten und zum anderen ist die Stärkung des offenen Vollzuges auch aus inhaltlichen Gründen sinnvoll – denn letztlich schafft sie sogar mehr Sicherheit.” Für wen bitte schön? Vielleicht für die vergewaltigten Frauen, Frau Wahlmann?

Der offene Vollzug habe “große Vorteile bei der Resozialisierung”, weil die Gefangenen bereits direkten Kontakt mit der Welt außerhalb der Haft hätten. “Es ist keinem damit gedient, wenn jemand zu einer fünfjährigen Freiheitsstrafe verurteilt wird, diese bis zum Ende absitzt und dann ohne jegliche Vorbereitung aus dem Gefängnis wieder ins normale Leben entlassen wird”, sagte die SPD-Politikerin. “Die Menschen sollen ja im Anschluss an ihre Haft straffrei bleiben und das gelingt deutlich besser, wenn schon frühzeitig mit der Resozialisierung begonnen wird.”

Der offene Vollzug ist eine “besonders weitgehende Form der Lockerung”, so Wahlmann. Er biete insbesondere die Möglichkeit, bereits eine reguläre Arbeit außerhalb der Justizvollzugsanstalt aufzunehmen. “Das hat den Vorteil, dass die Betroffenen unmittelbar nach ihrer Entlassung irgendwo andocken können und gar nicht erst in die Verlegenheit kommen, mit früheren Weggefährten Kontakt aufzunehmen und dadurch zurück in alte, kriminelle Verhaltensmuster zu verfallen.”

In Betracht für eine solche Haftlockerung kommen nach den Worten der Ministerin nur Insassen, bei denen es während der Haft schon Anlass für eine positive Prognose gebe. “In diesen Fällen halte ich es für sinnvoll, spätestens einige Monate vor der eigentlichen Entlassung über einen vorzeitigen Wechsel in den offenen Vollzug nachzudenken.”

Ihr Haus arbeite momentan an einem entsprechenden Gesetzesentwurf. Wer in der Haft Probleme mache, komme für den offenen Vollzug nicht infrage. “Wir können das nicht bei jedem machen”, sagte Wahlmann. Die etwa 6.000 Haftplätze im geschlossenen Vollzug in Niedersachsen sind laut Justizministerium derzeit zu etwa 95 Prozent belegt.

So und nun hätten wir mal genauer gewusst, wer hinter diesen 95 Prozent steckt. Gibt es da eine Antwort von Frau Wahlmann? Mit Sicherheit nicht. (Mit Material von dts)

9c7bf4c78837425ba800f794fecd0fc3

Themen

AfD
Brisant
Brisant
Deutschland
Nicole Höchst MdB; Bild: Nicole Höchst
AfD
Brisant
Brisant
Brisant
Brisant
Brisant
Hintergrund
Brisant
Satire
Ukraine
Wahlkampf
Lotto Gewinnchancen - So steht es um die Wahrscheinlichkeit einer Ausschüttung
Wirtschaft, Tipps

Entdecke mehr von Journalistenwatch

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen