Foto: Annalena Baerbock (über dts Nachrichtenagentur)

Baerbocks Krokodilstränen: Hilfe, mein Opa war Nazi!

Es hat den Anschein, als würden in Deutschland Politiker regieren, die nicht nur keine Ahnung von dem haben, was sie fach- und ressortbezogen eigentlich als Minimum beherrschen müssen, sondern die auch keinen Schimmer von der deutschen Geschichte haben. Einer Geschichte, für die sie sich entweder ebensowenig wie für das Schicksal des verhassten eigenen Landes interessieren, oder aus der sie sich arglistig immer nur die Häppchen herauspicken, die sich in der Gegenwart gerade zur Herleitung absurder Ablassrituale und für die Rechtfertigungslehre maximal selbstzerstörerischer Handlungen eignen. Dazu gehören natürlich die – heillos aufgebauschte und verklärte – kurze deutsche Kolonialgeschichte und vor allem das – inzwischen in Grund und Boden relativierte – Dritte Reich. Ausgerechnet jene, die den ganzen Tag nur überall Nazis herumspuken sehen, haben offenbar keinen Dunst und keinen Schimmer von dem, was damals wirklich passiert ist.

Nur so ist es zu erklären, dass es zu einer Meldung wird, der Großvater der bundestrampolinspringenden außenministrierenden personifizierten Peinlichkeit Annalena Baerbock sei Nationalsozialist gewesen und habe eine braune Vergangenheit gehabt. Was? Ein Deutscher, der in den 1930er Jahren tatsächlich Nazi war? Das kann doch nicht sein! Potztausend! Die Evidenz, dass Baerbock nicht etwa von den gefühlten 90 Prozent deutschen Widerstandskämpfern jener Jahre abstammt, sondern doch tatsächlich von einem NDSAP-Parteigänger, sorgt für Schockwellen im linken Filter. Im endverblödeten Pisa-Alptraum Deutschland kann man anscheinend Journalisten und ihr Publikum mit so einer trivialen “Enthüllung” ernsthaft in Wallung und Verwunderung versetzen.

Aufschlussreich an der Debatte ist alleine, wie verlogen auch hier wieder die Doppelmoral der Linken und vor allem der Medien ist: bei Annalena Baerbock verweisen Sie nun – völlig zu Recht und zutreffend – darauf, dass sie ja das nicht das Geringste dafür kann, was ihr Großvater einst dachte und tat – so wenig wie all die anderen deutschen Nachkommen von Tätern und Mitläufer jene dunklen Jahre übrigens. Doch dieselben Medien, die diese Klarstellung vornehmen, schämten sich nicht, bei AfD-Politikern genau das zu tun. Im Fall etwa Beatrix von Storch etwa, die mit Methoden übelster Sippenhaft auf ihre familiäre Wurzeln hin (sie ist Herzogin von Oldenburg) in eine “braune” Kontinuität gestellt wurde:

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Je länger das Dritte Reich nun zurückliegt und je seltener noch lebende Zeitzeugen aufzufinden sind, umso größer wird das Bedürfnis nach “Entnazifizierung” und nach hohlen Ritualen, und umso panischer werden Nach- und Wiedergänger des damaligen Unrechts gesucht; und wo man sie nicht findet, dichtet man eben Regierungskritiker und Oppositionelle zu solchen um. Noch besser zieht aber eine persönliche biographische Verbindung zu den “wahren Nazis”. In diesem gestörten Meinungsklima muss dann buchstäblich alles zum Skandal herhalten. So ist sich Baerbock natürlich nicht zu dämlich, zu der entdeckten Akte über die nationalsozialistische Vergangenheit ihres Großvaters klarzustellen, dessen Einstellung sei ihr “nicht bekannt” gewesen. Nur wer in vollkommener, geschichtlicher Ahnungslosigkeit über die damalige Realität aufwächst, erweislich ebenso unbelesen wie in der eigenen Familiengeschichte bewandert und zudem gänzlich blind für Ähnlichkeiten von damals und heute ist, kann so reagieren auf einen Skandal, der keiner ist.

Denn genauso – sogar noch zahlreicher gar -, wie heute linksradikale Mitläufer als Gutmenschen mit der Inbrunst moralischer Überzeugung für die Regierung auf die Straße gehen, “Nie wieder “plärren und sich für die besseren Deutschen halten, so taten das eben vor 90 Jahren dieselben Deutschen mit einem damals ganz ähnlichen Mindset für die Nationalsozialisten. Das macht Baerbocks Großvater zu keinem schlechteren Mensch als seine Enkelin; im Gegenteil: Denn obwohl diese eigentlich über den Vorzug des warnenden geschichtlichen Beispiels verfügt, trommeln sie und ihre Partei wieder einmal blinde Massen gegen eine politische Minderheit und Andersdenkende auf den Straßen zusammen. Darüberhinaus hat Baerbock offensichtlich jede intellektuelle Bringschuld verweigert, sich auch nur ein einziges Mal in die Haut der Deutschen von damals zu versetzen – so wenig wie das heute alle anderen moralisch überheblichen, im unfehlbaren Gratismutig schwelgenden “Demokraten” tun, ohne die Parallelen zu einst zu erkennen. (DM)

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