Windkraft (Bild: shutterstock.com/luckylight)

200 Millionen Euro im Januar – Der Kampf der Netzbetreiber gegen ein instabiles Stromnetz

Deutschland setzt immer mehr auf erneuerbare Energien wie Wind und Sonne. Das bringt eine große Herausforderung für die Übertragungsnetzbetreiber mit sich. Sie müssen die Stabilität im Stromnetz sichern, trotz großer Schwankungen in der Energieproduktion. Diese Schwankungen nennt man oft „Flatter-Strom“. Sie zwingen zu häufigen und genauen Eingriffen, um Angebot und Nachfrage auszugleichen. Allein im Januar waren 1.934 „Redispatch“-Maßnahmen nötig. Diese hielten das Stromnetz stabil, kosteten aber allein im Januar fast 200 Millionen Euro (nius: 07.02.24).

Ein Beitrag von Blackout-News

Stromnetz am Limit: Wie Deutschland mit Gigawatt-Schwankungen ringt

Die Notwendigkeit dieser Eingriffe entsteht durch die inhärente Unberechenbarkeit der Wind- und Solarenergie. An Tagen mit starkem Wind oder intensiver Sonneneinstrahlung kann das Energieangebot weit über den tatsächlichen Bedarf hinausgehen. Umgekehrt kann es während der sogenannten „Dunkelflaute“, insbesondere in den Wintermonaten, zu einem signifikanten Mangel an verfügbarer Energie kommen. Es gibt eine Lücke zwischen Energieproduktion und -bedarf. Deshalb sind sofortige Ausgleichsmaßnahmen nötig. Sie verhindern Netzüberlastungen. So bleibt die Energieversorgung durchgehend gesichert.

Eine besondere Herausforderung besteht in der erforderlichen Leistung für diese Ausgleichsmaßnahmen. Im Januar beispielsweise mussten Schwankungen von bis zu 52 Gigawatt bewältigt werden. Das entspricht der Leistung von etwa 1,5 Atomkraftwerken, die kontinuierlich reguliert werden muss, um die Netzstabilität zu gewährleisten. Wegen Netzüberlastung wurden 1,7 Milliarden Kilowattstunden Strom nicht eingespeist. Zum Ausgleich waren 1,9 Milliarden Kilowattstunden nötig. Diese Zahlen zeigen die großen technischen und finanziellen Herausforderungen. Sie entstehen durch die Eingliederung erneuerbarer Energien ins Stromnetz.

Strompreis-Schock: Warum die grüne Wende uns Milliarden kostet und die CO₂-Bilanz belastet

Die finanziellen Auswirkungen dieser Netzstabilisierungsmaßnahmen sind beträchtlich. Die Kosten für Netzanpassungen sind in den letzten zehn Jahren sprunghaft angestiegen, von 210 Millionen Euro im Jahr 2012 auf 4,2 Milliarden Euro im Jahr 2022. Diese steigenden Kosten werden letztendlich auf die Verbraucher umgelegt und führen zu höheren Strompreisen.

Zusätzlich zu den finanziellen Belastungen führen die Redispatch-Maßnahmen, insbesondere durch das Hochfahren von Kohle- und Gaskraftwerken, zu einem Anstieg der CO₂-Emissionen. Eine Studie des Forums „Ökologisch soziale Marktwirtschaft“ hat aufgezeigt, dass diese Maßnahmen mehr als 1 Million Tonnen zusätzlichen CO₂-Ausstoß verursachen können.

 

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