Klimagruppen kritisieren Berlins Vorschlag für autonome Magnetschwebebahnen

Klimagruppen kritisieren Berlins Vorschlag für autonome Magnetschwebebahnen

Berliner Kommunalpolitiker haben ehrgeizige Pläne zum Bau eines Pilotnetzes für Magnetschwebebahnen in der Stadt vorgelegt. Umweltschützer kritisieren, dass das Projekt nur minimale Auswirkungen auf die Erreichung der Klimaziele der Stadt haben wird. Wenn das Projekt genehmigt wird, könnte Berlin eine alte Verkehrstechnologie aus den 1980er Jahren, die M-Bahn, wieder aufleben lassen. Die neu gewählte konservativ geführte Koalition, die die Berliner Landesregierung kontrolliert, hat Vorschläge zum Bau einer 5-7 km langen Magnetschwebebahn als ersten Schritt zu einem breiteren Netz vorgelegt.

Der Fraktionsvorsitzende der Christlich Demokratischen Union (CDU), Dirk Stettner, erklärte, das Projekt könne innerhalb von zwei Jahren zu geschätzten Kosten von 80-85 Millionen Euro in Betrieb genommen werden. Er hob die überlegenen Eigenschaften der Magnetschwebebahn im Vergleich zu herkömmlichen Bahnen hervor und betonte ihren autonomen Betrieb und die Integration von KI-Technologie. Diese Technologie wird in zahlreichen Branchen eingesetzt, unter anderem in der Robotik, der Fertigung, bei Online-Glücksspielplattformen wie Casino online mit schweizer Lizenz und im elektronischen Handel. Darüber hinaus wies er darauf hin, dass Magnetschwebebahnsysteme weniger komplex zu bauen sind als unterirdische Bahnlinien.

Kritik von Umweltschützern

Umweltverbände haben den Vorschlag jedoch scharf kritisiert. Tilmann Heuser vom Bund für Umwelt und Naturschutz e.V. bezeichnete die Magnetschwebebahn als eine “Verhöhnung” der Berliner Klimaziele. Er wies darauf hin, dass die Stadt bereits über ein umfangreiches unterirdisches, oberirdisches Bahn- und Busnetz verfüge, das ausgebaut werden sollte, anstatt “absurde” Projekte zu finanzieren. Es sei sinnvoller, in bewährte emissionsfreie öffentliche Verkehrsmittel zu investieren, die von den Bürgern problemlos genutzt werden können, als mit veralteter Magnetschwebetechnik zu experimentieren. Ute Bonde von der Verkehrsbehörde bezweifelte auch, dass der Betrieb der Züge allein mit Solarenergie realistisch sei, wie die Befürworter behaupten.

Wiederbelebung einer alten Idee

Mit dem vorgeschlagenen Magnetschwebebahnprojekt soll ein experimentelles System aus den 1980er Jahren, die M-Bahn, wiederbelebt werden, die etwa ein Jahrzehnt lang zwischen Kreuzberg und Tiergarten im Westen Berlins verkehrte. Stettner hat Pläne vorgelegt, die zeigen, wie eine moderne Version Teile der Stadt wieder miteinander verbinden könnte. Kritiker argumentieren jedoch, dass es bessere Verwendungsmöglichkeiten für Klimamittel gibt als die Wiederbelebung eines Verkehrsträgers, der als unpraktisch gilt und vor über 30 Jahren wegen hoher Kosten und mangelnder Zuverlässigkeit stillgelegt wurde.

Fragwürdige Klimabilanz

Umweltgruppen behaupten, dass es kaum Beweise dafür gibt, dass die neue Magnetschwebebahn-Infrastruktur Berlins rechtlich bindende Ziele, bis 2045 klimaneutral zu werden, sinnvoll voranbringen würde. Der Bau umfangreicher Betonstrecken und -bahnhöfe könnte die Klimaschutzbemühungen der Stadt durch die beim Bau entstehenden Emissionen sogar untergraben.

Herausforderungen bei der Finanzierung

Auch die Finanzierung stellt ein großes Hindernis dar, da die CDU gehofft hatte, für das Projekt den Anteil Berlins an den milliardenschweren Klimamitteln des Bundes nutzen zu können. Da keine weiteren Mittel zur Verfügung stehen, ist man skeptisch, ob die Magnetschwebebahn über das Planungsstadium hinauskommen wird. Auch frühere deutsche Magnetschwebebahnprojekte scheiterten an zu hohen Kosten – so wurde beispielsweise in den 1990er Jahren der Vorschlag für eine Verbindung Berlin-Hamburg wegen der geschätzten Kosten von 5 Milliarden Euro aufgegeben.

Schlussfolgerung

Innovation spielt zwar eine Rolle, aber die Beweise und Expertenmeinungen deuten darauf hin, dass die Wiederbelebung der Magnetschwebetechnologie aus den 1980er Jahren als ernsthafte Lösung für das Klima in Berlin wenig Sinn macht. Bestehende Verbesserungen im Schienen- und Busverkehr bieten besser skalierbare Emissionssenkungen ohne die gleichen technischen und finanziellen Risiken. Wenn das Ziel darin besteht, die Verkehrsemissionen so schnell wie möglich zu reduzieren, gibt es wahrscheinlich bessere Verwendungsmöglichkeiten für öffentliche Gelder als spekulative Prototypenzüge, die sich als unbrauchbar erweisen. Die Berliner Führung würde die Budgetierung innovativer Projekte nur dann überdenken, wenn diese mit einer strengen Bewertung ihres Klimaauswirkungspotenzials im Vergleich zu Alternativen verbunden sind.

Bildquelle Titelbild: Magnetschwebebahnen

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