Gutmensch (Bild: shutterstock.com/elmar gubisch)

Gutmenschen begleichen horrende Stromrechnung für sudanesische Migrantenfamilie

Eine hereingeflüchtete Familie aus dem Sudan bekommt 2022 eine hohe Stromrechnung. Weil diese natürlich nicht bezahlt wird, wird der Strom abgeschaltet. Gutmenschen starten eine Spendenaktion und begleichen die Rechnung. Aber auch im Folgejahr liegt die Stromrechnung wieder über dem Normalverbrauch einer Almans-Familie in der Größe. Frage: Begleicht dieser Gutmenschentrupp auch die Stromrechnung für eine alte Rentnerin? 

Die Familie Alsayed flüchtete über Tausende von Kilometer zielstrebig aus dem Sudan nach Deutschland in das niedersächsische Örtlein Otze nahe Hannover. In der dort bezogenen Wohnung liefen aufgrund eines überdurchschnittlich hohen Verbrauchs der vierköpfigen Familie im Jahr 2022 Schulden bei den Stadtwerken auf, die nicht beglichen wurden. Daraufhin passierte den Alsayeds das, was jeder anderen Almans-Familie auch passieren würde: Ihnen wurde von den Stadtwerken der Strom gesperrt. Daraufhin stimmt der sudanesische Familienpapa endlich einer monatlichen Ratenzahlung in Höhe 600 Euro zu, um seine aufgelaufenen Schulden zu begleichen.

Das wiederum rief Andre Ohnhold, Sprecher von Amnesty International, auf den Gutmenschenplan. Dieser machte die Situation der Alsayed publik und erregte die Aufmerksamkeit der ehemaligen Grundschullehrerin Gundula Barth. Sie und ihr nicht minder gutmenschlicher Ehemann initiierten daraufhin eine Online-Spendenaktion und sammelten bei Gleichgesinnten, die ebenfalls ihr Herz für die sudanesische Vielenergieverbraucherfamilie entdecken, 5.173 Euro ein.

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Damit konnten nun mehr als die Hälfte der Schulden bei den Stadtwerken für die Sudan-Migranten beglichen werden. Der für die Familie tätig gewordene Anwalt konnte zudem bei den Stadtwerken erwirken, dass diese die Forderungen halbierten. Weil die ach so geschundene Familie aber durch die Zahlungsforderungen immer noch stark gefordert werden, bleibe die Spendenaktion nach wie vor bestehen, berichtet hierzu der Marktspiegel in seiner Printausgabe.

Was die gutmenschlichen Unterstützer sich indes nicht erklären können: Auch im Folgejahr liegt die Stromrechnung weit über dem Normalverbrauch einer Familie in der Größe. “Ob womöglich ein Problem mit dem Zähler besteht”, ist nun die Frage und natürlich nicht, ob die Sudanesen eventuell ein anderes Verhältnis zum Stromverbrauch haben, wie jene, die schon länger hier leben.

Die Bloggerin Anabel Schunke bringt es mit einem X-Statment auf den Punkt:

” […] Frage: Wie viel Deutsche finden sich und begleichen die Rechnungen einer alten Rentnerin, die sich die Mieterhöhung ihrer kleinen Wohnung nicht mehr leisten kann?”

(SB)

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