Julian Reichelt (Screenshot:Youtube)

Richtige Diagnose, falsche Schlüsse: “Nius”-Reichelt fremdelt weiter mit der AfD

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„Nius“-Chefredakteur Julian Reichelt ist zwar im bittersten Unfrieden von „Bild“ und dem Springer-Verlag geschieden, die alten Reflexe greifen jedoch anscheinend immer noch. „Bild“ erweist sich seit Monaten als heftiger Verbündeter des linken Medien-Establishments beim Niederschreiben der AfD. Immer wieder schwafelt das Blatt von heftigen Umfrageeinbrüchen der Partei und vermittelt den Eindruck, sie stünde kurz davor, an der Fünf-Prozent-Hürde zu scheitern. Die Schwanengesänge für die AfD erweisen sich dabei als ebenso glaubwürdig, wie die zahllosen Siege, die „Bild“ in den letzten zwei Jahren schon für die Ukraine herbeigeschrieben hat. Wenn auch nur ein Teil davon gestimmt hätte, müssten deren Truppen schon kurz vor der chinesischen Grenze stehen. Die Realität sieht bekanntlich völlig anders aus.

Das alles hält Reichelt leider nicht davon ab, sich am publizistischen Kampf gegen die AfD zu beteiligen. Auf Twitter teilte er das jüngste „Bild“-Gefasel über deren angeblich desolate Lage und kommentierte: „Die AfD hat ein massives Personal-Problem. Selbst viele Menschen, die Weidel wählen würden, gruseln sich vor anti-westlichen, oft primitiv auftretenden Proll-Kandidaten und Pseudo-Patrioten, deren Loyalität zu unserem Land zweifelhaft erscheint.“ Die Alternative heißt für ihn also offensichtlich CDU. Augenscheinlich gibt er sich der Illusion hin, die zu weiten Teilen noch immer vermerkelte Union mit ihrem ewig schwankenden Vorsitzenden Friedrich Merz, dessen einziges politisches Ziel das Kanzleramt ist – gerne auch mit den Grünen, die Reichelt jeden Tag angreift – könnten Deutschland aus seiner katastrophalen Lage herausführen.

Die CDU als Hauptschuldige

Und das, obwohl die CDU dafür nach wie vor die Hauptschuld trägt. Ohne ihre Vorarbeit wäre das Vernichtungswerk der Ampel gar nicht möglich gewesen. Sie ist in jeder Hinsicht verbraucht, hat sich in der Opposition nicht auf ihre von Merkel gekappten Wurzeln zurückbesonnen und sieht dem Ampel-Wahnsinn tatenlos zu. Die Merz-Partei ist tatsächlich so gespalten, dass sie den Deutschen nicht einmal die Befreiung von den Grünen zusichern will. Wer CDU wählt, läuft Gefahr, die Grünen zu bekommen.

Außer Frage: Reichelt hat sich bei „Nius“ und mit seiner eigenen Sendung große Verdienste bei der Entlarvung und Bekämpfung der Ampel erworben. Leider ist er augenscheinlich aber noch immer in der Bundesrepublik der 80er-Jahre verankert. Dass die Union seines Helden Franz-Joseph Strauß ebenso tot ist, wie Strauß selbst, scheint ihm nicht in den Kopf zu wollen. Wenn es um die Macht geht, wäre sie sofort bereit, sich für ein paar Regierungsposten zum Lakaien der Deutschlandhasser- und zerstörer zu machen. So macht er sich zum Propagandisten einer CDU, die sich nur in unbedeutenden Nuancen von den Grünen unterscheidet- und selbst das größtenteils nur für die Öffentlichkeit. (JS)