Screenshot Verband Kita-Fachkräfte

Wutbrief des Kita-Fachkräfteverbands: Was hier passiert ist Massenkinderhaltung und hat mit Bildung nichts zu tun

Der Traum eines Olaf Scholz, die “Lufthoheit über die Kinderbetten” zu erlangen, ist längst perverse, sozialistische  Realität. In völlig überfüllten Kitas werden die Kleinsten vom schlecht ausgebildeten, überfordertem, immer mehr zur Gewalt neigendem Betreuungspersonal beaufsichtigt. Nun schlagen in Bayern Erzieherinnen mit Gewissen gegen Sozialministerin Scharf los und stellen in einem Wut-Brief klar: Das was hier passiert ist Massenkinderhaltung und hat mit Bildung nichts zu tun.

Die familienferne staatliche Ganztagsbetreuung ist der feuchte Traum eines jeden Sozialisten. Bereits vor rund 20 Jahren formulierte der SPD-Obermotz Olaf Scholz klar, was das Ziel seiner Genossen ist: Für jedes fünfte Kind unter drei Jahren soll ein Kitaplatz her. “Wir wollen die Lufthoheit über den Kinderbetten erobern”, frohlockt der SPD-Generalsekretär Scholz und bereitete das vor, was die traditionelle Familien hassende lesbische Kampffeministinnen aus der LGBTQ-Community in Tateinheit mit links-woken Familienzerstören umgesetzt haben und für Hunderttausende kleine Kinder zum täglichen Alptraum geworden ist: Die kleine Kinder sind durch die familienferne Fremdbetreuung in sogenannten Kindertagesstätten nicht nur massivem Stress ausgesetzt sind. Sie müssen mittlerweile durch sogenannte “Schutzkonzepte” vor den zunehmend gewalttätigen Übergriffen durch ein immer schlechter ausgebildetes Kita-Personal geschützt werden.

Dieses politisch vorbereitete Verbrechen an den Jüngsten ist jedoch für Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf offensichtlich nicht so schlimm. Die CSU-Funktionärin äußerte sich kürzlich in einem Interview mit der Mainpost und stellte fest, dass sie hierbei nicht von einer Krise sprechen wolle.

Der Kita-Fachkräfteverband reagierte auf die verbale Ohrfeige mit einem offenen Brief und zweifelt zudem die Kompetenzen der Ministerin an. In dem Wut-Schreiben ist von Massenkinderhaltung die Rede. Zu Dokumentationszwecken wird das Schreiben hier veröffentlicht:

Klartext – so sieht die Praxis in der Kita wirklich aus

“Kinder das höchste Gut? Weitgefehlt – Betreuung/Massenkinderhaltung statt Bildung wohl eher?

Sehr geehrte Frau Ministerin Scharf, sehr geehrte Damen und Herren im Bürgerbüro,

Wir nennen es sehr wohl Krise beziehungsweise einen sauberen Kollaps mit Ansage. Bei uns auf dem
Land im Landkreis Rosenheim stehen Einrichtungen leer, da kein Personal vorhanden ist.

Wir haben erneut den Eindruck es läuft auf “Massenkinderhaltung” hinaus. Nicht Bildung steht an erster Stelle sondern aufbewahren. Leider haben die Kinder keine Stimme bei der Wahl im Herbst. Wir zählen auf die Eltern, die eine qualifizierte Betreuung ihrer Kinder wünschen UND eine echte Wahlfreiheit ihr Kind U3 daheim zu bilden, erziehen und betreuen.

Es ist nicht “vollkommen normal” Einjährige in eine “KiTa” zu geben. Meinen Sie das wirklich ernst, was Sie im Artikel der “Mainpost” vom 28. April 2023 gesagt haben?!

Wir zweifeln sehr an Ihren Kompetenzen. Sie stellen uns Träger und Erzieher echt an die Wand! Die Qualität der Ausbildung leidet durch zu wenig Praxis. Die jungen Leute haben oft keine Ahnung mehr von Arbeit, sehen die Arbeit nicht. Da braucht es praktische Erfahrungen, und Anleitung!

Wenn die Staatsregierung den Basiswert nicht entsprechend der gestiegenen Lohn-Lebenshaltungskosten und Energiekosten, etc. anhebt, haben die Träger vor Ort, von denen Sie behaupten- es sei ihre Aufgabe die Leute gut zu bezahlen, keinerlei Möglichkeiten, zusätzliches Geld um die ständigen Tarifrunden im TVÖD anzugleichen und dann die Mitarbeiter gut zu bezahlen.

Des weiteren ist es uns unerklärlich, wie man einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz einführen kann, wenn man genau weiß, dass es kein Fachpersonal in ausreichender Menge geben wird!? Die Rahmenbedingungen für das pädagogische Fachpersonal (immer mehr Kinder mit Förderbedarf, immer noch jüngere Kinder, immer noch längere Betreuungszeiten, immer noch mehr Bürokratie, immer mehr verunsicherte Eltern) verschlechtern sich stetig. Viele Erzieherinnen und Erzieher sind am Ende ihrer Belastungsgrenze. Da hilft es auch nicht, sogenannte Quer- oder Seiteneinsteiger zu mobilisieren, um die Lücken im Dienstpan zu schließen! Von unserem pädagogischen Auftrag Erziehung, Bildung und Betreuung bleibt am Ende oft nur noch letzteres, die Betreuung.

Hauptsache die Kinder sind so früh und so lange, wie möglich untergebracht!? Uns macht es sprachlos und traurig, wie unsere Kinder, angeblich unser “höchstes Gut” sich in unsere Gesellschaft einfügen und funktionieren müssen.

Erziehung, Bildung und Betreuung durch die Eltern und dem pädagogischen Fachpersonal müssen mehr wertgeschätzt und angemessen honoriert werden. Gesellschaft, Politik und Arbeitswelt müssen sich an den wirklichen Bedürfnissen der Kinder orientieren und nicht umgekehrt!

Kommen sie zu uns – in unsere Kindergärten und machen sie sich ein Bild, welchen Rahmenbedingungen und Problemen wir gegenüber stehen. Qualität vor Quantität und “zufrieden und wertgeschätzt” sind wir schon lange nicht mehr. Wir brennen aus im für uns schönsten Beruf. Kinder das höchste Gut!

Mit freundlichen Grüßen

Annerose Ettenhuber – Mutter dreier Kinder, Erzieherin, Leiterin und Trägerin, Mitglied im Verband
Kita-Fachkräfte Bayern e.V.

Andrea Steiner – Mutter dreier Kinder, Erzieherin, Leiterin und derzeit Ständige Stellvertretende Leiterin, ab Herbst 2023 – 2027 Delegierte der VkKB, Mitglied im Verband Kita-Fachkräfte Bayern e.V.

Marianne Strauß – Mutter dreier Kindern, Erzieherin, mehrjährige Leitungstätigkeit, Mitglied im Verband Kita-Fachkräfte Bayern e.V.

(SB)

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