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Werden Druckerzeugnisse bald ganz aussterben?

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Druckerzeugnisse ade. Folgt man dem allgemeinen Trend, wäre diese Frage mit einem eindeutigen “Ja” zu beantworten. Allerdings gibt es noch reichlich Menschen, die das anfassbare und blätterbare Leseerlebnis nicht missen wollen. Die sogenannten Pads, mit ihren tausenden Büchern (e-Books) auf dem internen Speicher sind sicher eine interessante Alternative, zumal man auf diese Art und Weise gleich eine ganze Bibliothek mit sich herumtragen kann. Nur gleicht dieser Komfort scheinbar das emotionale Erlebnis der der Menschen die echte Bücher in der Hand halten wollen nicht wirklich aus.

Werden Druckerzeugnisse bald ganz aussterben word to pdfHeute ist es für jeden Anwender eine absolute Leichtigkeit sich elektronische Publikationen auf den Rechner oder vergleichbares technisches Gerät zum Zweck des Lesens zu laden. Es geht allerdings auch der umgekehrte Weg, sodass man beispielsweise PDF in Word umwandeln kann, um bestimmte Texte zur Grundlage seiner eigenen Bearbeitungen zu machen. Will sagen, der Umgang mit Texten hat sich in wenigen Jahrzehnten so dramatisch gewandelt, dass letztlich der eigenen Kreativität im Umgang damit keinerlei Grenzen mehr gesetzt sind. Dabei lassen wir den Kopierschutz (Copyright) als gesetzliche Hemmung einmal außer Acht.

Verdrängung von Druckerzeugnissen in Zahlen

Der Vormarsch digitaler Medien in den letzten drei Jahrzehnten hat einen tiefgreifenden Einfluss auf die Art und Weise, wie wir Informationen konsumieren und verarbeiten, gehabt. Dies hat auch zu einem deutlichen Rückgang der Nachfrage nach gedruckten Büchern und Zeitschriften geführt. Die Entwicklung der Buch- und Zeitschriftenbranche in den letzten 30 Jahren gibt allerhand Aufschluss über den angedeuteten Trend, die zur Verdrängung von Druckerzeugnissen durch digitale Medien beigetragen haben.

Ein paar Zahlen zur Entwicklung

Der Buchverkauf: Der Umsatz mit gedruckten Büchern in Deutschland ist seit 2000 stetig zurückgegangen. Im Jahr 2000 lag der Umsatz bei rund 4,4 Milliarden Euro, während er im Jahr 2022 auf 3,6 Milliarden Euro sank.

Zeitschriftenauflagen: Die Auflagen von Zeitungen und Zeitschriften sind ebenfalls stark zurückgegangen. Die Gesamtauflage deutscher Zeitungen sank von 27,3 Millionen im Jahr 2000 auf 10,9 Millionen im Jahr 2023 (hier bei Statista nachzusehen). Die Auflage von Zeitschriften sank in einem ähnlichen Zeitraum von 140 Millionen auf 70 Millionen.

Die Ursachen der Verdrängung im Blick

Steigende Beliebtheit von E-Readern und Tablets: E-Reader wie Kindle und Tablets wie iPad bieten eine bequeme und portable Möglichkeit, Bücher und Zeitschriften zu lesen. Sie bieten auch Zugriff auf eine riesige Auswahl an Titeln zu wettbewerbsfähigen Preisen.
Verbreitung des Internets: Das Internet bietet eine Vielzahl von kostenlosen und kostenpflichtigen Online-Inhalten, darunter Nachrichten, Artikel und Bücher.

Dies hat dazu geführt, dass viele Menschen weniger Geld für gedruckte Medien ausgeben.
Kostensenkung bei digitalen Medien: Die Herstellung und der Vertrieb digitaler Medien sind deutlich günstiger als die Herstellung und der Vertrieb von gedruckten Medien. Dies hat zu niedrigeren Preisen für digitale Produkte geführt, was sie für Verbraucher attraktiver macht. Veränderte Lesegewohnheiten: Die Menschen lesen heute eher kürzere Textformate wie Blog-Posts und Social-Media-Nachrichten als lange gedruckte Texte. Dies hat zu einem Rückgang der Nachfrage nach längeren Formaten wie Büchern und Zeitschriften geführt. Hier lauern allerdings ganz neue Gefahren, wie hier nachzulesen ist: Meinungskontrolle in Echtzeit: Bundesregierung startet weiteres Projekt gegen “Desinformation” … [Journalistenwatch].

Auswirkungen der Verdrängung von Printmedien

Die Verdrängung von Printmedien durch digitale Medien hat eine Reihe von Auswirkungen auf die Gesellschaft, darunter auch der massive Verlust von Arbeitsplätzen. Die Branche für gedruckte Medien hat in den letzten Jahren allerhand Federn lassen müssen. Dies hat sich negativ auf die Wirtschaft und die Beschäftigung ausgewirkt und weitere Veränderungen in der Medienlandschaft verursacht. Dadurch haben sich auch die Machtverhältnisse in der Medienlandschaft deutlich verschoben. Neue Akteure wie Google und Facebook sind zu dominanten Akteuren im Bereich der Nachrichten- und Informationsvermittlung geworden.

Die Zukunft der Buch- und Zeitschriftenbranche ist hochgradig ungewiss. Es ist möglich und eher wahrscheinlich, dass gedruckte Medien in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung verlieren. Es gibt jedoch einige positive Entwicklungen, die Hoffnung für die Zukunft einiger Randbereiche dieser Branche machen. So erleben beispielsweise Hörbücher und Vinylschallscheiben derzeit eine Renaissance.

Fazit

Die Verdrängung von Printmedien durch digitale Medien ist ein tiefgreifender Trend, der weitreichende Folgen für die Gesellschaft hat. Es ist wichtig, die Auswirkungen dieses Trends zu verstehen und Maßnahmen zu ergreifen, um die negativen Folgen zu minimieren. Gleichzeitig sollten wir die Chancen nutzen, die digitale Medien bieten, um neue Formen der Informationsvermittlung und des kreativen Ausdrucks zu schaffen.