Katharina Schulze beim Politischen Aschermittwoch im Allgäu, 22.02.2023 - Foto: Imago

Schulze & Özdemir: “Zwei Grüne im Bierzelt” – der Text zum Bild

Daß der Besuch von Cem Özdemir und Katharina Schulze in einem Chieminger Bierzelt nicht die beste aller Ideen gewesen ist, läßt sich seit Tagen in der Presse nachlesen. Als regelrecht mutig muß man es aber bezeichnen, daß sie im besagten Bierzelt auch noch Volksreden halten wollten. Bei aller grünen Tapferkeit: Das ging gründlich daneben.

von Max Erdinger

In den vergangenen Tagen ist schon viel über den phänomenalen Auftritt von Özdemir und Schulze im Chieminger Bierzelt geschrieben worden, so daß sich eine Schilderung der Vorkommnisse erübrigt. Der Auftritt der beiden Grünen wurde zum Fiasko. Eine zwerchfellerschütternde Betrachtung der grünen Niederlage lieferte Claudio Michele Mancini mit “Chieming – oder der grüne Untergang im Bierzelt“.

So mancher Fremdling, der glaubte, man könne einen Bayern mit ein paar lockeren Sprüchen hinter die Fichte führen, nur weil er eine Lederhose trägt und einen schwer verständlichen Dialekt spricht, unterschätzt dessen Blick fürs Wesentliche und Realistische. Dampfplauderer und zuagroaste Zipflklatscher haben bei ihm ganz schlechte Karten, selbst wenn sie sich im Trachtenlook anscharwanzen. Eine Maß Bier, ein Dirndl oder ein Gamsbart am Hut machen einen passdeutschen Türken oder eine infantile Tanzmaus auf der Bühne noch lange nicht zu Bayern.

So auch in Chieming. Denn im brechendvollen Bierzelt saßen ausnahmslos Bauern der Region, die weder große Sympathien mit einem „urdeutschen“ Agrarminister wie Cem Özdemir, noch mit der gender-affinen „Mistamsel“ Kathrin Schulze hegen. Bereits der Einmarsch der grünen Polit-Prominenz sorgte für gewisse, oberbayerische Dissonanzen, zumal die Grün-Elite mit einem starken Polizeiaufgebot prophylaktisch vor fliegenden Bierkrügen beschützt werden musste. Zweifellos muss man dem Mut der beiden Festredner Respekt zollen …

Tatsächlich hatten die beiden Grünen sich ohne irgendwelche Vorkenntnisse hinsichtlich der speziellen bayerischen Toleranz in die Höhle des Löwen gewagt. So ist z.B. “du Hund!” keineswegs eine Beleidigung, sondern die bewundernde Anerkennung einer gewissen Tollkühnheit selbst beim Gegner, wenn er denn eine solche gezeigt hat – “a Hund is er scho”. Die gesteigerte Anerkennung: “Du Sauhund!”. Es gilt: “Mir samma mir” (wir sind wir). Aber was genau sind die Oberbayern, außer “mir” resp. “wir”? Hier kommt die “liberalitas bavariae” ins Spiel, die spezielle bayerische Toleranz: “Mir samma Hund” (wir sind Hunde). “Die andern san aa Hund” (die anderen sind auch Hunde). “Oba mir samma die gressanan Hund” (aber wir sind die größeren Hunde). Pech für Schulze & Özdemir: Sie gingen in Chieming “ums Verrecka ned” (ums Verrecken nicht) als “Hund” durch.

Meinereiner hat sich die Reden der beiden abgewiesenen, trojanischen Grünpferde im Bierzelt nicht angehört. Ich habe mir stattdessen eine ausgedacht, um sie dem Landwirtschaftsminister in den Mund zu legen, so, daß sie zu seiner listigen Verkleidung und derjenigen der “gender-affinen Mistamsel” paßt, mit welcher sich die beiden, Mancinis Worten zufolge, “anzuscharwanzen” gedachten. Eine Rede also, die zum untenstehenden Bild paßt. Ich hatte sie vor drei Tagen bereits auf meiner privaten Facebook-Seite gepostet. Da sie dort für viel Gelächter sorgte, will ich sie den “jouwatch”-Lesern nicht vorenthalten. Für noch viel mehr Gelächter.

Oezedmir Schultze Verkleidung
Die grüne Verkleidungsnummer: “Mir samma vo eich wöche!” – Screenshot Facebook

Die fiktive Rede des grünen Landwirtschaftsministers Özdemir, niemals gegeben im Bierzelt zu Chieming in Oberbayern im Jahre des Herrn 2023.

“Guten Tag, liebe Menschen in Bayern!

Ich bin der Cem und neben mir, das ist die Kati. Wie ihr sehen könnt, sind wir genau solche wie ihr. Deswegen sind wir alle gemeinsam bayerisch in euerem Bierzelt. Kein Unterschied, ehrlich. Das müsst ihr gemeinsam an meinem Sepplhut erkennen und an dem Dirndl, das die Kati – eins, zwei, gesoffen! – jeden Tag bei sich zuhause wäscht, damit sie es am nächsten Tag wieder tragen kann und so sauber aussieht wie sie in ihrem original bayerischen Kopf auch ist. Weil es nicht stimmt, daß sie nicht ganz sauber im Kopf ist, nämlich. Ehrlich.

Und jetzt genießen wir – auf geht es! – alle gemeinsam unsere diversen Getränke, die so aussehen wie ein Bier. – Eins, zwei, gesoffen! – Ich habe schon viel Bier aus meinem bayerischen Literglas herausgetrunken, wie wir alle gemeinsam und zusammen sehen können, weil ich das bayerische Literglas in meiner Hand halte, damit wir es auch gemeinsam sehen können. Es ist kein schwäbischer Apfelsaft nicht darinnen, ehrlich. Die original bayerische Kati mag auch einen Fetzenrausch, so, wie wir alle in Bayern gemeinsam. In ihrem bayerischen Literglas hat sie ein dunkles Bier, das kein Coca-Cola nicht ist.

Kati, bist du schon besoffen von dem starken dunklen Bier in deinem schönen bayerischen Literglas? – Ha-ha-ha. Wir sehen alle gemeinsam: Sie lacht, weil sie schon glücklich und besoffen ist. So muß es sein in unserer gemeinsamen bayerischen Heimat. – Eins-zwei-gesoffen!

Deshalb freuen wir uns alle gemeinsam, daß wir unsere bayerische Heimat auch in diesem Bierzelt lieben dürfen. Holla-räh-dulli- … äh … öh. – Eins, zwei, gesoffen! – Weil wir alle gemeinsam bayerische Originale sind. Aber so etwas von. Ehrlich.”

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