„Antimuslimischer Rassismus“: Irre Täter-Opfer-Umkehr im ZDF

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Keine Woche nach dem vorerst letzten islamistischen Horrorakt in Deutschland nutzte der oberste Framing- und Nudging-Sender der Republik, das zwangsgebührenfinanzierte ZDF, den gestrigen „Tag gegen antimuslimischen Rassismus“ (eine begrifflich wie inhaltlich verunglückte Widersinnigkeit per se) als willkommene Gelegenheit, das die Umma auf deutschem Boden einmal mehr als Opfergemeinschaft zu inszenieren. Zuständiger Kommentator war der türkischstämmige Politikwissenschaftler Ozan Zakariya Keskinkılıç.

Dieser lehrt an der Alice Salomon Hochschule Berlin und nennt – passend wie die Faust aufs Auge – als Arbeits- und Forschungsschwerpunkte „Rassismus, Antisemitismus, (Post-) Kolonialismus und Empowerment„. Anscheinend braucht es diese akademische Entrücktheit, um sich in dem geistigen Paralleluniversum einzurichten, über das Keskinkılıç in seinem ZDF-Gastbeitrag klagt: In seinem Lamento berichtet er von einem Deutschland, in dem „Misstrauen und Generalverdacht das Leben von Muslimen überschatten“ und Muslime praktisch an jeder Ecke angefeindet und diskriminiert werden.

Diese haarsträubende Realitätsklitterung untermauert er unter Verweis auf die die 1.026 „islamfeindlichen Straftaten„, die im vergangenen Jahr deutschlandweit (und auch nur dank eifrigen Monitorings der speziell ins Leben gerufenen bundesweiten „Meldestelle zur Erfassung von Übergriffen auf Muslime“) gezählt wurden; übrigens eine zwar beneidenswert niedrige Quote – angesichts der offiziell in Deutschland lebenden 5,3 bis 5,6 Millionen Muslime (je nach Hochrechnung, da hierüber keine detaillierten Statistiken erhoben werden). Die tatsächlich Zahl dürfte dank nichtregistrierter illegaler Einwanderer und nichtgemeldeter Personen deutlich darüber liegen.

Victim Blaming für Fortgeschrittene

Nur zum Vergleich: Laut „Bundeslagebild Kriminalität im Kontext von Zuwanderung 2020 in Zahlen“ des BKA waren 7,3 % aller 1.969.617 registrierten Tatverdächtigen im Vorjahr alleine Zuwanderer – rund 146.000 Personen. Da der Anteil der Muslime bei den Zuwanderer die große Mehrheit bildet (alleine bei den Asylbewerbern 2020 stellten sie 2020 67,3 Prozent), bedeutet dies, dass die von Muslimen – untereinander, vor allem aber gegen die nichtmuslimische Mehrheitsgesellschaft – begangenen Straftaten ein Vielfaches der gegen sie verübten „muslimfeindlichen“ Delikten beträgt. Anders ausgedrückt: In keinem Land leben Muslime sicherer, geschützter und faktisch privilegierter als in Deutschland.

Kein einziges islamisches Land bietet ihnen unbegrenzte Freiheiten der Religionsausübungen – nicht nur ihrer jeweiligen Konfession oder Strömung entsprechend oder und liegen im Promillebereich -, sondern auch öffentliche Sicherheit wie diese „bunte Republik“, und das ist vermutlich auch der Grund, warum so viele aus den Staaten wegwollen, in denen doch Koran und Scharia Verfassungsrang haben und es sie in dieses Deutschland zieht, vor dessen „Rassismus“ und „Islamophobie“ Märchenerzähler wie Keskinkılıç nicht müde werden zu berichten – dank tatkräftiger Plattformunterstützung des ZDF.

Da wird dann auf den „rassistisch“ motivierten Mord an Marwa El-Sherbini im Landgericht Dresden von 2009 berichtet, die sich in einem Prozess gegen einen Angeklagten zur Wehr setzte, der sie auf der Straße als „Islamistin“ und „Terroristin“ beschimpft hatte. Als Sherbini nach ihrer Vernehmung den Gerichtssaal verlassen wollte, warf sich der Täter auf sie und ermordete sie mit 18 Messerstichen. Eine schreckliche, aber zum Glück absolut untypische und seltene Einzeltat und bis heute eine der wenigen, die dankbar aufgegriffen werden, um das Narrativ des für Muslime tödlichen deutschen Alltagsrassismus hochzuhalten.

Unter den Teppich gekehrte Opfer durch Islamismus

Die hunderte Morde, Anschläge und Terroraktionen (die kurz vor Ausübung gerade rechtzeitig verhinderten Fälle wie den Fall des Rizin-Attentäters von Köln noch gar nicht berücksichtigt!) bleiben hier natürlich unerwähnt; ganz aktuell erst wieder der Würzburger Mordanschlag. Auch dass Muslime immer mehr Vorrechte, Sonderbehandlungen und „kulturelle Rücksichtnahmen“ geltend machen und gewährt bekommen, von Schweinefleischverzicht in Kantinen über Burkinis bis neuerdings zu Muezzinruf-Gestattungen, passt nicht ins Bild einer islamfeindlichen Gesellschaft. Doch Keskinkılıç ficht das nicht an; für ihn ist die Unterscheidung in politischen Islam und muslimische Glaubensausübung nur ein Trick, um „…Muslim*innen kollektiv zu verdächtigen und Grundrechte zu beschneiden„.

Dem Begriff „politischer Islam“ hafte „die Doppelmoral zäh und verbissen“ an, findet er. Damit hat er sogar recht: Tatsächlich nämlich gibt es streng genommen gar keinen Unterschied zwischen „politischem“ und irgendeinem sonstigen Islam (und so gesehen auch nicht zwischen Islam und Islamismus) – weil der Koran und damit der Islam per se immer politisch sind und weit mehr von einem weltlichen Rechts- und Wertekodex haben als von einem religiösen Bekenntnis, womit der Islam eher einer weltanschaulichen Ideologie als einer Religion gleichkommt. Dies zu verwässern und zu bestreiten, ist überhaupt die wichtigste Voraussetzung für die Islamisierung unseres Alltags – zu deren Protagonisten, Gesundbetern und Apologeten inzwischen auch das ZDF gehört. (DM)