Salman Rushdie (Bild: shutterstock.com/360b)
Salman Rushdie (Bild: shutterstock.com/360b)

Das ist der Islam: „Rushdie selbst ist verantwortlich“

Das Mullah-Regime im Iran sieht die Schuld, dass ihm ein Allah-Jünger das Messer in den Leib rannte, allein beim Opfer. Salman Rushdie sei selbst verantwortlich, weil er „die heilige Sache des Islams beleidigt“ und „die rote Line von 1,5 Milliarden Muslimen“ überschritten habe. Der Gottesstatt Iran bestreitet zudem jegliche Verbindung zum Attentäter.

Nach dem Messerangriff auf den Schriftsteller Salman Rushdie hat der Iran jegliche Verstrickung in die Tat zurückgewiesen. „Es gibt keine Verbindung zwischen dem Iran und dem Täter“, so Irans Außenamtssprecher Nasser Kanaani.

Schuld daran, dass ihm ein Messer mehrmals in den Leib gerammt wurde, ist der Schriftsteller selbst. Denn: Durch seine Schriften habe Rushdie hingegen den Iran und Moslems weltweit beleidigt. „Niemand außer ihm und seinen Anhängern hat Schuld und Anschuldigungen verdient“, so die islamische Überzeugung aus den Reihen des Mullaregimes. Wörtlich: „Bei diesem Angriff ist niemand anderer als Salman Rushdie und seine Unterstützer verantwortlich zu machen oder gar zu verurteilen“, so Kanani laut übereinstimmender Medienberichte. Niemand habe das Recht, der Islamischen Republik Iran die Schuld zuzuweisen. Indem er die heilige Sache des Islam beleidigt und damit für mehr als 1,5 Milliarden Muslime und ihre Anhänger die roten Linien überschritten habe, habe sich Rushdie „selbst dem Volkszorn ausgesetzt. Rushdie selbst ist für den Anschlag verantwortlich.“

Zu dieser hoch offiziellen Demonstration, was der Islam bedeutet, wie das Rechtsverständnis innerhalb dieser archaischen Ideologie funktioniert, lobten iranische Medien die Tat des  24-jährigen, Messer schwingenden Allah-Jüngers ausdrücklich . So schrieb die Zeitung „Kayhan“, der Angreifer habe dem „lasterhaften“ Rushdie „den Hals mit einem Messer aufgerissen“ und lobte den Täter als „mutigen Mann“. Auch in Pakistan äußerten sich Medien positiv zum Anschlag.

Rushdie, der seit mehr 30 Jahren unter Polizeischutz lebt, wurde vom islamischen Terrorfürst Ajatollah Chomeini mit einer Todesfatwa überzogen. In der menschenverachtenden Islam-Ideologie trifft eine Fatwa all jene, die den Islam beleidigen. Der Iran setzte zudem ein Kopfgeld von drei Millionen Euro auf Rushdie aus. Am Freitag hatte der Attentäter den Autor während einer Vortragsveranstaltung im US-Bundesstaat New York angegriffen und in den Hals gestochen. Der mutmaßliche Täter konnte überwältigt werden.

Wie Rushdies Sohn auf Twitter mitteilte, ist sein Vater auf dem Weg der Besserung:

Super spannend, war unser aller Bundespräsidenten, dieser Regierung, dieser Koalition und die grüne Frau Roth kommen nach dem Mordanschlag auf Salman Rushdie verlauten lassen wird.

Screenshot

Vermutung: Erst einmal so lange wie möglich gar nichts. Dann, so eine Internetstimme, wird wohl eine windelweiche Beteuerung des Mitgefühls kommen. Da man diese aber ja schlecht nach Teheran schicken kann, wie nach längerem Nachdenken auch den Mitarbeitern von Steinmeier und Scholz auffallen dürfte, stellt man sie einfach mal so in den Raum. Dann aber, und alleine das zählt in deren Augen, wird eine dringende Ermahnung erfolgen, dass dieser kleine ärgerliche Zwischenfall bloß nicht die sogenannten Iran-Atom-Verhandlungen beeinträchtigen dürfe, der ganze verbliebene Stolz der deutschen sogenannten Nahostpolitik. Und die Beteuerung, dass das eine habe mit dem anderen WIRKLICH GAR NICHTS zu tun hat. Jedes endgültige Scheitern würde nur die gemäßigten Kräfte im Iran bla bla bla. Wait and see.

(SB)

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