(Symbolbild:Imago)

Chefreaktion gefeuert: “Bild” war Döpfner trotz Reichelt-Rausschmiss wohl noch nicht links genug

Völlig überraschend gab der Axel-Springer-Verlag gestern die Entlassung der kompletten Chefredaktion der „Bild“-Zeitung bekannt. Die Chefredakteure Johannes Boie, Alexandra Würzbach und Claus Strunz werden ausgewechselt, ob sie andere Aufgaben im Konzern übernehmen werden, ist noch nicht bekannt. Sie erfuhren aus heiterem Himmel von der Entscheidung. Künftig soll die Chefredaktion aus zwei statt vier Personen bestehen. Marion Horn, die bis Ende 2019 bereits Chefredakteurin der „Bild am Sonntag” (BAMS) war, übernehme mit sofortiger Wirkung den Vorsitz der Chefredaktion, hieß es weiter.

Im April wird dann Robert Schneider vom „Focus“ dazustoßen. Begründungen für diesen dramatischen und plötzlichen Schritt gab es nicht. Springer beschränkte sich auf die in solchen Fällen üblichen Phrasen und Danksagungen an die geschassten Mitarbeiter. Allerdings kommt „Bild“ seit der Entlassung des Chefredakteurs Julian Reichelt im Herbst 2021 nicht zur Ruhe. Ähnliches gilt auch für die „Welt“. Der seither eingeschlagene Linkskurs scheint noch nicht am Ziel angelangt zu sein.

Woke-Indoktrination als Redaktionsziel?

Letztes Jahr hatten mit Judith Sevinç Basad und Ralf Schuler zwei der bekanntesten Gesichter von „Bild“ gekündigt, weil sie Springer-Chef Mathias Döpfner vorwarfen, vor der woken Trans-Ideologie einzuknicken. Anfang Juni hatte Döpfner sich vehement und wütend von einem Meinungsbeitrag von über 100 Wissenschaftlern in der „Welt“ distanziert,
in dem diese ARD und ZDF eine völlig unkritische Indoktrinierung von Kindern mit der LGBTIQ-Ideologie vorgeworfen hatten.

Schon damals wurde spekuliert, dass diese Annäherung an den in den Medien vorherrschenden woken Ungeist mit Döpfners Expansionsplänen in den USA zusammenhänge. Seit Springer dort die Portale „Politico“ und „Business Insider“ erworben hatte, verdeutlichen sich die Anzeichen, dass das Kerngeschäft in Deutschland immer weiter in den Hintergrund treten und allenfalls noch als Melkkuh für weitere Investitionen in den UA dienen soll. Dieser Eindruck bestätigte sich Ende Februar, als Döpfner seine „Zukunftsstrategie“ ankündigte.

KI-Journalismus und Totaldigitalisierung

Springer will sich angeblich nun sukzessive komplett aus dem Printbereich zurückziehen und sein komplettes Programm nur noch digital anbieten. Stellen sollen abgebaut
und in den kommenden drei Jahren 100 Millionen Euro im deutschen Mediengeschäft eingespart werden. Und noch eine weitere besorgniserregende “Innovation” könnte den Personalwechsel an der Spitze erklären: Kürzlich hatte Döpfner behauptet, Journalisten könnten durch Künstliche Intelligenz ersetzt werden. Die Aussage – im Lichte von CHatbot-Sotware wie ChatGPT von nicht unerheblicher Brisanz – war auch in angelsächsischen Medien vielfach zitiert und aufgegriffen worden.

Döpfner schwebt also offensichtlich die rein digitale Utopie vor, in der sein Verlag sich durch Anpassung an den Zeitgeist und unter Aufgabe von allem, was ihn einst groß gemacht hatte, in den USA zum medialen Großplayer entwickelt und immer neue Milliardengewinne einstreicht. Die deutschen Marken „Bild“ und „Welt“ werden solange ausgepresst und marginalisiert, bis man sie endgültig für entbehrlich hält. Allerdings könnte Döpfner sich hier böse verrechnen. Das Letzte, was der US-Medienmarkt braucht, ist ein weiterer woker Konkurrent, der den gleichen Unsinn verbreitet wie CNN und Co. In Deutschland könnte er jedoch mit einem klaren konservativen Profil Leser hinzu- oder zurückgewinnen und sein Überleben dauerhaft sichern. In seiner von kurzfristiger Gier getriebenen Expansionsstimmung scheint er dies jedoch nicht mehr wahrnehmen zu können. (DM)

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