Spielt den heldenhaften Kämpfer gegen Antisemitismus: Ayman Mazyek (Foto:Imago/photothek)

Faesers Islamkonferenz: Nicht eingeladener Aiman Mazyek versteht die Welt nicht mehr

Bei Nancy Faesers Islamkonferenz war ausgerechnet der Zentralrat der deutschen Muslime (ZMK) nicht zugeladen, jedenfalls laut seinem Vorsitzenden Aiman Mazyek. Eigentlich kein Wunder – denn dieser vertritt erstens nur einen Bruchteil der deutschen Muslime, und zweitens tat er sich bislang nicht eben mit besonderer Abgrenzung von Antisemitismus hervor. Sollte dies eine Rolle gespielt haben, wäre es erstaunlich – denn die taktlose linksextreme Bundesinnenministerin Nancy Faeser hatte bei ihrer Konferenz, die sechs Wochen nach den barbarischen Hamas-Attacken in Israel und seitherigen pausenlos judenfeindlichen Kundgebungen und Ausschreitungen in Deutschland stattfand, ausgerechnet “antimuslimischen Rassismus” in den Fokus gerückt – eigentlich eine Paradedisziplin Mazyek, der sich bestens aufs Herumopfern versteht. Da zuletzt unter massiver Kritik die Frage des importierten muslimischen Antisemitismus mehr und mehr in den Vordergrund rückte, wurde der Themenschwerpunkt der Islamkonferenz dann mehr und mehr auf die Frage der Positionierung deutscher Muslime zu Juden- und Israelfeindlichkeit gerückt.

Beleidigt meldete sich Mazyek zu Wort und empörte sich über die Nichteinladung: Sein ZKM engagier sich sehr wohl gegen Antisemitismus, sagte er. Man arbeite mit Gruppen von Muslimen zusammen, die etwa gemeinsame Holocaust Gedenkstätten-Besuche organisiere. Anscheinend meint der Funktionär, damit seine Schuldigkeit getan zu haben. Henryk M. Broder brachte es im “Welt”-Interview auf den Punkt: Mazyek & Co. sollten doch einmal Israel besuchen oder in den Libanon fahren, wo die Hisbollah regiert, oder “Ferien in Gaza” verbringen. Broder sagte, Gedenkstättenbesuche als Alibi für den Kampf gegen Antisemitismus vorzuschützen sei reiner Symbolismus.

Broder: “Muslimischer Antisemitismus existiert!”

Broder ging auch hart mit Faeser wegen ihrer Konferenz ins Gericht: Die Ministerin warne ständig vor der Ausgrenzung von Muslimen, dabei sei die Konferenz selbst “ein einziger Generalverdacht”. Allerdings hätten die Muslime selbst Anlass zu diesem Verdacht gegeben – auch, indem ihre große Mehrheit in Deutschland, die – wenn sie schon nicht gegen sie auf die Straße ginge – kein bisschen gegen radikale Hamas-Sympathisanten und Islamisten protestierten und sich von ihnen distanzierten. So habe die Berliner Rechtsanwältin Seyran Ates die von ihr betriebene, bezeichnenderweise in einer Kirche untergebrachte liberale Moschee schließen müssen wegen muslimischer Terrordrohungen. Umso absurder stellt sich angesichts dieses zutreffenden Befundes die Aussage Mazyeks dar, viele Muslime hätten Angst, sich in Deutschland “überhaupt zu Wort zu melden”. Aus der islamischen Community Deutschlands gab es keinerlei Unterstützung für Ates, die selbst übrigens ebenfalls an Faesers Konferenz teilnahm. “Muslimischer Antisemitismus existiert”, konstatierte Broder. Wer dies als Politiker leugne, solle doch einfach einmal mit “mit Kreuzen und Kippa und Davidstern in Neukölln” einlaufen. Jahrelang habe man “den grünen Elefanten im Raum spielen lassen” und so getan, als sei Antisemitismus in Deutschland eine ewige Domäne und Privileg der Rechten. Das räche sich nun. (TPL)

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