Nicole Höchst MdB; Bild: Nicole Höchst
Nicole Höchst (MdB) vom AfD-Landesverband Rheinland-Pfalz

Höchst brisant: Die Genderdebatte ist keine Luxusdebatte!

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Es geht in diesen Tagen um nicht weniger als die fundamentale Ablösung des christlichen Abendlandes durch einen „Wertewesten“, der an sich selbst krankt / von Nicole Höchst

Es geht um nicht weniger als Dominanz: Ideologie und Zeitgeist bemühen sich in allen Lebensbereichen die Herrschaft zu erringen. Ja, auch über die Wissenschaft. Dabei scheint es überhaupt nichts auszumachen, dass die vertretene Ideologie in sich überhaupt nicht stimmig ist. Sie heuchelt, sie widerspricht sich selbst, sie cancelt. Aber wer will das überhaupt?
Es ist eine Generation, die oft nicht mehr weiß, ob sie Männchen oder Weibchen ist. Die sich selbst einredet, dass sie sich das „wissenschaftsgestützt“ aussuchen kann. Allzuoft bleiben funktionierende Geschlechtsorgane dabei auf der Strecke, werden amputiert, ganze Körperregionen werden umgebaut. Löcher werden chirurgisch installiert in Regionen, wo genetisch keine vorgesehen sind und die natürlich wieder zuwachsen wollen, weil dort nun mal keine Löcher vorgesehen sind. Kindern im Selbstfindungsstadium werden in sehr zweifelhaften Verfahren Geschlechtsverwirrungen angedichtet, die nur mit resoluter chemischer Kastration „behoben“ werden können.

Dass all dies schädlich ist, ist nicht nur logisch, sondern auch noch nachgewiesen. Es ist die Generation, die nicht nur die Biologie neu definiert, sondern sich eben auch gerne in Allmachtsfantasien ergeht. So können sie durch Verzicht auf warmes Duschen die Welt vor dem Klimatod durch CO2 retten, was eine wirklich zweifelhafte Weltsicht ist, die sprichwörtlich auf der Straße klebt. Es ist die Generation, die Probleme vor allem mit Sprache und Haltung lösen möchte. Der Beispiele gibt es viele und Ausnahmen bestätigen natürlich immer die Regel, Gottseidank!

Was lernen die Kinder heute da eigentlich?

Und dennoch muss sich unsere Gesellschaft langsam fragen: Was lernen Kinder bei ihren Eltern? Spielen Eltern bei der Degradation des Wissens eine Rolle? Wenn ja, welche? Ist das reversibel?“ Und, natürlich: Was, zum Henker, lernen die Kinder in Kindergarten und Schule? Entschuldigen Sie bitte den Fluch, aber zu dieser Frage sind leider ein paar Antworten bekannt, die Lehrpläne zur Buntisierung der Gesellschaft durch den Regenbogen-Buchstabensalat stehen offen für jeden einsehbar im Netz. Auch die Agenda 2030, die die Zukunfts- Haltung vorgibt, ist einfach zu recherchieren.

Was also lernen die Kinder in den Schulen? Zum Beispiel das Gendern: „Die Gruppe mit den meisten Gender-Befürworter:innen ist weiblich, lebt in Westdeutschland, hat einen Hochschulabschluss und ist zwischen 30 und 45 Jahre alt“, sagt Rüdiger Maas, Leiter einer Gender-Studie im Alltag.  Und Statista weiß: „Im Schuljahr 2022/23 belief sich der Frauenanteil unter den Lehrkräften an allgemeinbildenden Schulen auf ca. 73 Prozent. Die Statistik bezieht sich auf voll- und teilzeitbeschäftigte Lehrkräfte. Der Anteil der Lehrerinnen variiert nach Schulart und betrug zwischen 93 Prozent in Schulkindergärten und 57 Prozent an Abendrealschulen. Insgesamt arbeiteten im Schuljahr 2022/23 mit einer Anzahl von rund 250.000 (hier mit stundenweise beschäftigten Lehrkräften) die meisten Lehrkräfte an Grundschulen.“  Ob da wohl ein kausaler Zusammenhang besteht? Und wieviele Lehrerinnen werden selbst Mütter? Spielt das eine Rolle?

Verwirrten Kindern fehlt die Mutter

Ein wichtiges Ziel des Gender Mainstreaming ist es ja, die Geschlechter gleichzustellen. Den Staat interessiert hierbei vor allem das Bereitstellen der mütterlichen Arbeitskraft für die Lohnerwerbstätigkeit ausser Hause. So erhöht man die Steuereinnahmen. Und Frauen in ihrer Leidensfähigkeit und Leistungsbereitschaft halsen sich doch gerne die doppelt- und dreifache Arbeit auf und verinnerlichen quasi “ab Kita” das Mantra der illusorischen Vereinbarkeit von Familie und Beruf.  Es gelingt jedenfalls zunehmend, Frauen und Mütter in die Erwerbstätigkeit zu locken oder eben zu pressen. Die “Zeit” schreibt: „Der Anteil der erwerbstätigen Mütter steigt weiter. Mehr als zwei Drittel der Mütter mit minderjährigen Kindern (69,3 Prozent) waren im vergangenen Jahr in Deutschland erwerbstätig. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, waren es 14 Jahre zuvor – also im Jahr 2008 – noch 62,8 Prozent… Seit 2008 lag der Anteil der Mütter mit mindestens einem Kind unter drei Jahren noch bei 30,8 Prozent. Mittlerweile ist die Quote bei Müttern mit Kleinkindern auf fast 40 Prozent gestiegen. Im vergangenen Jahr betrug sie 39,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Bei den Müttern mit älteren Kindern ist der Anteil deutlich höher.“

Wenn man also betrachtet, welche Entwicklungen zeitlich korrelieren, könnte man zu folgender provokanter These gelangen: All den verwirrten Kinderlein, die nicht mehr wissen, ob sie Männlein oder Weiblein sind, fehlt die Mutter! Der Verdacht jedenfalls ist plausibel und steht im Raum. Wo sind die Studien/Metastudien, die genau diese Vermutung untersuchen? Soweit so gut… oder eben so schlecht. Diese These wird allerdings spontan widerlegt – denn mir fallen aus dem anekdotischen Bereich unzählige Beispiele ein, wo die Kinder ebenfalls die arbeitende Mutter entbehren mussten und dennoch nicht zu Klima-Angstpsychosen oder Geschlechtsverwirrungen neigten.

Die Groteske ist schon erreicht

Schauen wir also auf die frühkindliche Bildung, die für “Chefindoktrineusen” à la Nancy Faeser ja immer stärker in den Vordergrund rückt: Nachdem der Staat nun einmal die Hoheit über die Kinderbetten errungen hat, können dort die kleinen Gehirne nach belieben durchgewaschen werden – gerade was Geschlecht, Haltung und anbetrifft. Gefühlsstriptease, Sexualitätstraining und sexuelle Verfügbarkeit überschreiten Grenzen und ver(zer)stören. Nahezu pawlowsches Konditionieren gegen Rechts und Eintrichtern von Zukunftsängsten, so wie es derzeit läuft, werden wohl noch ganz andere Phänomene als das Gendern aufwerfen. Dabei ist die Groteske schon erreicht. Dazu zwei Beispiele: Das eine ist ein eigentlich für sich selbst sprechend-absurdes Zitat von Sheila Jeffreys: “Wenn eine Frau einen Orgasmus hat, kollaboriert sie mit dem patriarchalischen System, indem sie ihre eigene Unterdrückung erotisiert.“

Das andere betrifft eine Anekdote aus meiner Heimatstadt: In Speyer wurde vergangene Woche ernsthaft das „Mutter unser“ (!)  gebetet – in der katholischen Kirche! In dem wahnhaften Bemühen, die Frau dem Manne gleichzusetzen, was in der Realität einer Überhöhung über den Mann gleichkommt, beschreitet die Gesellschaft – eingepeitscht von Hardcore-Feministinnen ohne Maß und Mitte, aber einigem Männerhass – immer gefährlichere Pfade. Die Frau muss in so vielen Bereichen alles können (siehe auch das Mantra „Frauen können alles“), so sehr, dass sie darüber ihre wahre Spezialkraft vergessen: Nur eine Frau kann Mutter sein. Das ist von Natur aus eine ziemlich exklusive und privilegierte Fähigkeit. Sie darf sich jedoch, laut Jeffreys, in der freien Entfaltung ihrer Sexualität nur des feministischen Zuspruchs sicher sein, wenn diese ohne Männer stattfindet. Was soll das?

Die Welt ist aus den Fugen geraten

Die immer gottloser werdende Menschheit überhöht sich insgesamt selbst, wenn sie sich über Biologie und Schöpfung erhebt, indem sie undefiniert und kruden Ideen Realitätsstatus verleiht. Einige Frauen hassen Männer so sehr, dass sie allen Frauen das intime Zusammensein mit Männern madig machen wollen. Manche erheben sich sogar über Gott und machen ihn zur Mutter. Was sind das eigentlich für Männer, die sich mit Verve für die eigene Unterwerfung stark machen? Billige Beischlaf-Erschleicher? Oder ist das die neue “Generation Adam”, die den toxischen Apfel von Eva nimmt, Vulven töpfert und die Feminisierung Gottes als eigene Enteierung betet? Einer solchen Gesellschaft in der moralischen Sackgasse des „Wertewestens“ kann man alles für bare Münze verkaufen, die Zerstörung der eigenen Existenz und der deutschen Wirtschaft als Sieg über das böse CO2, Abtreibung (sprich: Töten) als Menschenrecht oder Krieg als Frieden. Endstation Indoktrination. Vermutlich erkennt man am Gendern sofort, wo das gut geklappt hat.

Unser „Wertewesten“ braucht weniger Kampf gegen Rechts und Geschlechter unter dem Regenbogen als vielmehr eine Rückbesinnung auf seine festen christlichen Wurzeln. Unsere Welt ist aus den Fugen geraten. Der Mensch will einmal mehr größer sein, als er eigentlich ist. Demut ist dahin. Dabei sind die Liebe, die Güte und das Opfer Jesu nichts, was überwunden werden müsste… und schon gar nicht, um es durch Klimareligion, Gleichstellungsfetisch und Transhumanismus zu ersetzen!

Frohe Ostern!

 

 

 

Zur Person:

Nicole Höchst, Jahrgang 1970, ist AfD-Bundestagsabgeordnete aus Rheinland-Pfalz. Sie trat 2015 in die AfD ein und ist seit 2017 Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis 201 (Bad Kreuznach/Birkenfeld). Dort ist sie unter anderem als ordentliches Mitglied und Obfrau des Bildungsausschusses und als Sprecherin der AfD-Fraktion für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung tätig. Ferner ist sie stellvertretendes Mitglied in den Ausschüssen für Familie, Senioren und Jugend sowie für Digitales. Höchst ist desweiteren Delegierte des Deutschen Bundestages in den Europarat für die AfD-Fraktion und stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums der Desiderius-Erasmus-Stiftung.

Bis 2012 unterrichtete sie als Studienrätin am Staatlichen Speyer-Kolleg, anschließend war sie bis Oktober 2017 Referentin am Pädagogischen Landesinstitut (vormals IFB). Höchst war 2015 Mitglied der AfD-Bundesprogrammkommission und ist stellvertretende Vorsitzende des AfD-Kreisverbands Speyer. Sie ist katholisch, hat vier Kinder und lebt mit ihrer Familie in Speyer, wo sie auch Stadträtin ist.

Auf jouwatch veröffentlicht Nicole Höchst alle 14 Tage die kritische Kolumne “Höchst brisant” zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen. Der erste Jahrgang dieser Kolumnen ist auch in Buchform erschienen. Unter demselben Titel veröffentlicht sie in unregelmäßigen Abständen Videobeiträge auf ihrem YouTube-Kanal.

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