Denk ich an Deutschland in der Nacht...(Foto: SugaBom86/Shutterstock)

Kennzeichen “D”: Deindustrialisierung, Demografie, Dekadenz, Degeneration …

Knapp 270.000 Deutsche haben im Jahr 2022 ihr Heimatland für immer verlassen und sind ausgewandert. Darunter befinden sich sehr viele Hochqualifizierte, Leute also, denen man unterstellen darf, daß sie die Lage in ihrem Heimatland analysiert haben, ehe sie sich zum Auswandern entschlossen. Das Gesamtbild setzt sich aus vielen Einzelbildern zusammen wie ein Puzzle.

von Max Erdinger

Anlaß für diesen Artikel war einer im “Focus“: Brüllen, Zank und Stänkern. Auf Heizungsdebakel folgt Chaos im Bundestag: „Nerven liegen hier blank”

Kommentiert hatte das unter dem Link zum “Focus”-Artikel ein User folgendermaßen:

SPD Gruene Ahnung Twitter
Kommentar bei Facebook – Screenshot Facebook

Die letzte Legislaturperiode

Der Kommentator hat richtig bemerkt, daß es die Abgeordneten der Regierungsparteien sind, die sich um ihre Zukunft nach der  “letzten Legislaturperiode” sorgen. Den Spitzenfunktionären hingegen kann Legislatur oder nicht unter genau diesem Gesichtspunkt ziemlich egal sein. Mir fällt gerade kein Spitzenfunktionär ein, der nach seinem Ausscheiden aus einem politischen Amt hart in der Realität aufgeschlagen wäre. Die Doku “Rot-Grün macht Kasse” ist auch schon wieder zwölf Jahre alt. Geändert hat sich seither nichts. Für vormalige Spitzenpolitiker ist eine Karriere als Lobbyist meistens eine Option. Für den Deutschen Bundestag hätten, so heißt es, etwa 800 Lobbyisten Hausausweise,  also etwas mehr als es Abgeordnete gibt. Daß sich in der Bundesrepublik jemand für das reine “Regieren zum Wohle des Volks” interessieren könnte, halte ich für eine naive Unterstellung. Daß er es in den Wahlkämpfen dennoch behaupten muß und deshalb auch behaupten wird, ist eine ganz andere Geschichte.

Das Gewissen

Der Bundestagsabgeordnete ist allein seinem Gewissen verantwortlich. Da wurde also unausgesprochen vorausgesetzt, daß er eines hat. Es gibt schon schöngeistige Gesetze. Nun ist es aber so, daß “Bundestagsabgeordneter” zu werden unter finanziellen Gesichtspunkten gerade für solche Leute interessant ist, die sich außerhalb des Bundestags mit weit weniger zufrieden geben müssten. Ein Lehrer z.B., der Bundestagsabgeordneter wird, erfährt etwa eine Verdoppelung seines bisherigen Gehalts. Mit allen Zulagen sogar noch deutlich mehr. Für einen Spitzenmann aus Forschung & Wissenschaft hingegen oder für einen erfolgreichen Selbständigen ist ein Abgeordnetenmandat nicht reizvoll, es sei denn als Zusatzverdienst. “Abgeordnete im Nebenberuf” kann der Souverän aber nicht gebrauchen – und zwar so wenig, wie er Spitzenfunktionäre und hohe Amtsträger gebrauchen kann, die nebenher noch in einem Dutzend Aufsichtsräten sitzen. Daß jemand aus Gewissensgründen Sorgen wegen “letzte Legislaturperiode” haben könnte, halte ich für ausgeschlossen.

Widersprüche

Der Nachweis dafür, daß die AfD nicht wegen ihrer politischen Ausrichtung bis aufs Messer bekämpft wird, läßt sich ziemlich leicht erbringen. Das ganze Altparteien-Geschwafel, das mit Unterstützung der Medien im Linksstaat gegen die AfD vom Stapel gelassen wird, entbehrt jeglicher Glaubwürdigkeit. Genau die Altparteien nämlich, die hyperventilierend von “Rechtspopulismus”, Rechtsextremismus”, “Demokratiefeindlichkeit” , “Verfassungsfeindlichkeit”, “westlichen Werten”, der “Gefahr von rechts” und von der AfD als einer Partei außerhalb des “Verfassungsrahmens” reden, haben nämlich nicht das geringste Problem dabei, mit Milliarden deutschen Steuergeldes genau solche zu unterstützen, die ihnen sonst als “rechts” (“braunlinks” also) gelten. Die Ukraine ist genau der braune Faschostaat, in dem auf jene  “Westlichen Werte” maximal geschissen wird, welche die Altparteien wie einen Schutzschild im eigenen Lande vor sich hertragen. Was die Ukraine schon vor dem 24. Februar 2022 gewesen ist – und was sich seither in keiner Weise verbessert hat – haben damals sogar die Öffentlich-Rechtlichen unverblümt beschrieben. Sämtliche “westlichen Werte”, welche die Bundesregierung so gern von “der Ukraine” verteidigt sieht, werden dort mit Füßen getreten. Die Bundesregierung redet einer vollkommen verwahrlosten US-Administration nach dem Mund, der es völlig egal ist, wer sein Leben für ihre geopolitischen Interessen lassen muß – solange es möglichst keine Amerikaner sind. Allein dieser Sachverhalt verdeutlicht schon, daß eine souveräne “Deutsche Demokratie”, die sich an “westlichen Werten” ausrichtet, nichts als eine verheerende Illusion ist.

Der Höhenflug der AfD

Innerhalb des gesetzten Rahmens – also “parlamentarische Demokratie”, “Bündnispflichten”, “Medienmacht”, Kompetenzenverteilung national / international usw. – steht auch die AfD vor denselben Schwierigkeiten wie jede andere Partei. Rein theoretisch unterstellt, daß sie daran gehen könnte, die zu lösen, etwa weil sie eine absolute Mehrheit errungen hätte: Man kann Gift darauf nehmen, daß ihr von außen (USA, EU, UN, WHO, WEF, OSF, NGOs usw.) derartig Knüppel zwischen die Beine geworfen werden würden, daß sich eine ganze Menge neuer Probleme ergeben, die heute noch gar nicht genau zu benennen sind. Außerdem ist evident, daß sich etliche Probleme nicht auf die “schöne Art” werden lösen lassen.

Auf jeden Fall muß man an “Sanktionen” gegen Deutschland denken.  Anders wäre das allenfalls dann, wenn der Siegeszug der AfD in Deutschland Teil eines allgemeineren Siegeszuges artverwandter Parteien in ganz Europa wäre. Sollte sich Europa – hoffentlich! – zu einem in sich multipolaren, und deshalb auf originär europäische Weise “eigenständigen Pol” in einer multipolaren Welt entwickeln, müsste man sich nicht wundern, wenn eine solche Entwicklung erheblichen Gegenwind aus den USA bekäme. Auch wenn die EU inzwischen völlig indiskutabel geworden ist, – um ein irgendwie geartetes Bündnis der Europäer wird man kaum herumkommen. Im Augenblick wurzelt der Höhenflug der AfD in einer weitverbreiteten Hoffnung auf Besserung im weitesten Sinne. Die Lebenserfahrung allerdings zeigt, daß es mit den Hoffnungen so ist: eher folgt ihnen die Ernüchterung als die Freude über ihre Übererfüllung. Daß die hoffnungsvollen Wähler von heute hernach unterscheiden würden zwischen dem, was in der Verantwortung der AfD liegt und dem, wofür sie nichts kann, ist meiner Überzeugung nach nichts als eine weitere Illusion. Im Kleinen wird sich das jetzt schon verfolgen lassen an den Zustimmungswerten für den AfD-Landrat Sesselmann im Landkreis Sonneberg. Ich bin mir nicht sicher, ob die Wähler dort berücksichtigen werden, welche Grenzen selbst dem besten Landrat gesteckt sind, ohne daß er das ändern könnte.

Aber wie gesagt, sind das alles Überlegungen innerhalb des gesetzten Rahmens. Weswegen es sich lohnen könnte, einmal über eine gänzlich neue Rahmensetzung nachzudenken. So viel steht nämlich fest: Der gesetzte Rahmen konnte nicht verhindern, daß sich die Dinge zu der verlogenen Scheußlichkeit entwickelt haben, die heute zu konstatieren ist. Die AfD innerhalb dieses Rahmens zu wählen, ist zwar keinesfalls verkehrt, aber rein theoretisch ginge es sogar noch besser.

Rein theoretisch: Die Vierte Republik

Bisher hatten wir seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges die Bonner Republik, die DDR und die Berliner Republik. Die beiden Letzteren waren und sind ein einziges Desaster. Erstere war zwar angenehm, aber das hing an begünstigenden Voraussetzungen, die heute allesamt weggefallen sind. Zeit also für eine “Vierte Republik”. Die muß gegründet werden. Es wird eine verfassungsgebende Versammlung geben müssen, in der alle die Schwachstellen berücksichtigt werden, derentwegen die Berliner Republik zum Desaster werden musste. Eine Medien- & Massendemokratie wird das nicht wieder werden können. Das Lebensalter als Kriterium für die Wahlberechtigung wird nicht länger mehr ausreichen können. Das passive Wahlrecht wird an Qualifikationen und/oder Verdienste zu knüpfen sein. Es wird eine rigorose Gewaltenteilung garantiert werden müssen. Es wird sichergestellt werden müssen, daß sich Parteien niemals wieder den Staat zur Beute machen – und es muß sichergestellt werden, daß sich der Staat nicht zu einer einzigen Monstrosität auswächst, welche die Bürger um ihres fetten Selbsterhalts Willen aussaugt wie ein Vampir und noch im letzten Winkel des je individuellen Lebens ihre gottverdammten Drecksgriffel stecken hat.

Da aber das Fell des Bären nicht verteilt werden kann, ehe der Bär erlegt ist, stellt sich also aktuell die Frage, wie sich die Berliner Republik beerdigen läßt. Allerspätestens bei dieser Überlegung hat man aber alle diejenigen in der Berliner Republik gegen sich, die eben prächtig davon leben, daß die Republik den verkommenen Saustall darstellt, zu dem sie geworden ist. Und sie wissen das ihnen zur Verfügung stehende Instrumentarium zu nutzen, um die Gründung einer vierten Republik zu verhindern.

Auf Sicht fahren

Es gibt so viele Unwägbarkeiten, daß es zwar ein spannender Zeitvertreib ist, sich zu überlegen, was sein könnte, wenn dies und das … , aber sinnvoller ist wohl, kleine Schritte zu unternehmen. Probieren Sie`s aus. Schauen Sie sich um. Was sehen Sie? Jetzt gehen Sie einen oder zwei, drei Schritte in eine x-beliebige Richtung und sehen sich wieder um. Was sehen Sie jetzt? Dasselbe wie vorher, aber: Die Dinge scheinen sich neu sortiert zu haben. Im Verhältnis zueinander haben sie die  Positionen gewechselt. Der Laternenmast, der vorher knapp rechts von der hohen Tanne im Hintergrund stand, steht jetzt links davon. Will sagen: Es ändert sich in der Wahrnehmung ohnehin alles. Das ist die Taktik. Stehen und bewerten. Einen Schritt weitergehen – neu bewerten usw.usf. Die Bewertungen ändern sich ständig mit jedem neuen Schritt. Jeder Landschaftsfotograf weiß das. Er muß langsam und vollkommen ungestört wandern, um alle fotografischen Möglichkeiten zu erfassen, anstatt mit dem Auto durch die Gegend zu fahren.

Die “Dinge vom Ende her” zu “denken”, wie das die Altkanzlerin zu tun pflegte, führt zuverlässig deshalb ins Desaster, weil alles, was zeitlich zwischen dem Augenblick “jetzt” und dem Ziel in der Ferne liegt, so uminterpretiert werden muß, daß es nicht in Konflikt mit der Zielsetzung gerät.  “In fünf Minuten” wird in fünf Minuten “jetzt” sein. In zehn Minuten wird es bereits Vergangenheit sein.  “Die Dinge vom Ende her zu denken”, ist etwas, das alle Ideologen tun. Ständig wabert eine Fata Morgana von “bessere Zukunft” vor ihren Augen. Unwägbarkeiten blenden sie gerne aus. Natürlich kann jetzt etwas sinnvoll sein, das auch später noch sinnvoll sein wird. Theoretisch betrachtet gibt es zwar keine Gegenwart im Sinne eines Stillstandes, weil alles ständig im Fluß ist, praktisch darf man aber schon von “Gegenwart” sprechen. Außer, daß ich morgen schon wieder einen Tag näher an meinem unbekannten Sterbedatum bin, ändert sich an “meiner Gegenwart” voraussichtlich nichts bis übermorgen. Deshalb sollte man das tun, was überschaubar ist, weil es in einer wie auch immer langen Gegenwart liegt. Die neue Gegenwart liegt immer in der Zukunft und wird neue Bewertungen erfordern. Was sich in der “Gegenwart” auf jeden Fall empfehlen läßt ist: Wählen Sie um Himmels Willen keine Altparteien mehr! Wählen Sie die AfD! Es wird nicht ausbleiben, daß sich dadurch etwas ändert. Was das dann genau ist, wird sich zeigen. – “Schaumer mal, dann seng ma’s scho.”

Braucht kein Mensch

Einen Bundespräsidenten, der sich zu seiner Zeit als Außenminister vehement für einen weltweit gültigen Vertrag zur Ächtung von Streumunition eingesetzt hat, und nur, um heute ihre Lieferung an die Ukraine zu befürworten, braucht kein Mensch. Streumunition ist nämlich heute so sehr Streumunition, wie sie es vor 15 Jahren gewesen ist. Was sich nie ändert, ist nämlich, daß die Dinge sind, was sie sind, ganz egal, wohin man in der Zwischenzeit seinen Standpunkt verlegt hat. Ein gebrochenes Versprechen ist ein gebrochenes Versprechen, ganz egal, weshalb es gebrochen wurde.  “Keine Waffenlieferungen in Kriegsgebiete!” heißt: Keine Waffenlieferungen in Kriegsgebiete! Das an die Adresse der feministischen Außenministerin. Daß es sich dabei ansich schon um eine schwachsinnige Forderung handelt, weil in ausgesprochenen Friedensgebieten sowieso niemand Kriegswaffen braucht, steht auf einem anderen Blatt. Warum brauchen wir “Fachkräfte” aus Entwicklungsländern, wenn die doch ihre Fachkräfte selber brauchen? Sollen sich Entwicklungsländer etwa nicht entwickeln? Offensichtlich sind es keine Fachkräfte, die hier bei uns ankommen. Warum gelten die Grünen als Ökopartei, wenn sie doch ersichtlich die Landschaft ruinieren mit ihren Windrädern und darüber auch noch zu Vogelmördern werden? Warum sollen die Leute E-Autos kaufen, wenn von vornherein klar ist, daß es nicht genug Strom gibt, um sie zu laden? Wie verblödet muß man sein, sich so ein Vehikel zuzulegen, um mit stolzgeschwellter Brust auf die eigene Cleverness zu verweisen, indem man auf die Subventionen und Steuervergünstigungen verweist, ohne dabei den enormen Wertverlust beim Wiederverkauf mit einzukalkulieren und gegenzurechnen? Und wie bescheuert muß man überhaupt sein, sich ein gebrauchtes E-Auto zu kaufen? Wer in aller Welt kauft sich ein angelutschtes Wassereis gebraucht? Wer in aller Welt braucht hundert eigenkonstruierte Geschlechter und den ganzen Regenbogen-Dingsbums? – Kein Mensch.

Die Berliner Republik ist ein veritables Irrenhaus, eine riesige Freiluftklapse. Weg damit! Alles andere wird sich weisen. Etwas Besseres als diese durchgeknallte und vollkommen würdelose Veranstaltung findet sich allemal. Was geht auf jeden Fall? – AfD wählen geht. Also los.

Disclaimer: Ich bin selbst kein AfD-Mitglied. Der “gesetzte Rahmen” von weiter oben ist ein wichtiger Grund dafür. Mir gefällt nicht, wie “Partei” in Deutschland funktioniert. Eine “Parteiräson” wäre das letzte, dem ich mich beugen würde. Aber die AfD hat unter den gegebenen Umständen mein ganzes Wohlwollen. Das darf so sein. Die Schriftgriffel aus dem Medien-Mainstream verbergen ihre Vorliebe für die Roten und die Grünen schließlich ebenfalls nicht – und Neutralität ist eine Fata Morgana. Eine schöne zwar, aber eben Fata Morgana.

 

 

 

59d1f6a644b9447382c80903d8c84e72

Themen

Entdecke mehr von Journalistenwatch

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen