Israel beim ESC: Zwangsläufiges Politikum (Symbolbild:Imago)

Juden unerwünscht? Israel-Song soll beim ESC nicht gespielt werden

Die Ereignisse im Gazastreifen haben nun sogar den Eurovision Song Contest (ESC) erreicht. Stein des Anstoßes ist der israelische Beitrag „October Rain“, der von der 20-jährigen Sängerin Eden Golan. Die europäische Union der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (EBU), will darin einen Gedenksong für die Opfer des Hamas-Massakers vom 7. Oktober sehen – obwohl dies nirgendwo explizit erwähnt wird. Seit Wochen gibt es bereits Forderungen, Israel wegen des Gazakrieges vom ESC in Malmö ganz auszuschließen, wobei man die israelische Militäraktion gegen den Terror der Hamas absurderweise mit dem russischen Angriff auf die Ukraine gleichsetzt. Der Streit um das Lied könnte nun den ersehnten offiziellen Vorwand dafür bieten.

Die EBU betont, der ESC sei “unpolitisch”, Ansprachen und Gesten politischer Natur sind laut Reglement nicht erlaubt. Das ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten, denn der ESC ist, wie die fast alle internationalen Kulturveranstaltungen, seit Jahren ein reines Festival der woken Ideologie. Hier werden alle möglichen mehr oder weniger offenen politisch-ideologischen Statements geduldet und sogar gefeiert, solange es nur die „richtigen“ sind. Vergangenes Jahr stand der ESC ganz im Zeichen des Ukraine-Krieges.

Besser verzichten als politisieren

Israel werden hingegen jede auch nur scheinbaren und vorgeblichen “Statements” verwehrt – was seinerseits Ausdruck der Politisierung des Festivals ist.  Die israelische Rundfunkstation Kan hatte zunächst angekündigt, den Songtext auf keinen Fall zu ändern und lieber auf die Teilnahme am ESC zu verzichten, dann aber doch einen zweiten Text zur Prüfung vorgelegt, der jedoch ebenfalls abgelehnt wurde. Spätestens damit ist der Fall tatsächlich zum Politikum geworden. Israel habe das Recht, über das zu singen, was es durchgemacht habe und es auch so zu nennen, „wie wir wollen“, erklärte Außenminister Israel Katz. Staatspräsident Izchak Herzog hatte die Wichtigkeit des ESC für Israel betont, weil dieser eine Bühne für Hunderte Millionen von Zuschauern sei.

Umgekehrt hätte natürlich niemand auch nur das Geringste zu beanstanden gehabt, wenn in irgendeinem anderen Song Israel für sein Vorgehen im Gazastreifen kritisiert worden wäre. Sollte Israel tatsächlich die Teilnahme verweigert werden und Deutschland dann trotzdem teilnehmen, wäre – gerade nach dem Antisemitismus-Skandal bei der Berlinale- endgültig der Beweis erbracht, dass es nicht besser ist, als die anderen israelfeindlichen Nationen und gar nichts aus der Geschichte gelernt hat. (TPL)

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