Die Geister, die ich rief: Linke Systemkünstler jammern über „Friendly Fire“ der eigenen Kollegen

Wenn Linke argumentieren (Grafik: Shutterstock)

Unser Mitleid hält sich doch sehr in Grenzen: Ausgerechnet die so „haltungsstarken“ Vertreter der Spalterfront, die bei Kritikern der Flüchtlingspolitik bis hin zu Querdenkern und Grundrechtsdemonstranten in der Pandemie immer flink mit ihren Pauschaletikettierungen Andersdenkender waren, werden nun von den Geistern bedrängt, die sie selbst über Jahre riefen: Weil sie sich ein einziges Mal trauten, den Mund aufzumachen und Kritik an einer ruinösen Lockdown-Politik zu üben, fallen sie prompt in die selbstgegrabene Grube des „rechtspopulistischen“ Sündenpfuhls. Jetzt erfüllt ihr Geheule die Social-Media-Kanäle.

Nein, ernstnehmen kann man etwa das erschrockene Gejammer etwa von Monitor-Frontmann und Antifa-Fanboy Georg Restle weiß Gott nicht: der hatte sich nach seinem Kommentar zu „allesdichtmachen“ in den Tagesthemen, in dem er die Kampagne teilweise in Schutz genommen hatte, einem linken Shitstorm ausgesetzt gesehen – und durfte so einmal höchstpersönlich die Früchte der von ihm seit jeher selbst propagierten Spaltkultur kosten. Verdattert und verstört schrieb Restle auf Twitter:

(Screenshot:Twitter)
Tja, Restle, so ist das mit dem Lagerdenken: Es fällt erst auf, wenn man das eigene Lager verlässt. Deshalb entweder Husch zurück ins Körbchen, den Canossagang antreten und drei Monate in Sack und Asche gehen – spätestens nach der nächsten Monitor-Eloge auf „#aufstehen“ oder „#wirsindmehr“-Demos hat der Linksmob den Fehltritt vielleicht verziehen. Oder der WDR-Anchorman bleibt sich treu, reflektiert vielleicht einmal die bitteren kulturbolschewistische Realitäten in diesem Land und entdeckt so etwas wie Rückgrat; dann ist er an dem Punkt angelangt, den viele Corona-Maßnahmenkritiker, Lockdownskeptiker vor etwa einem Jahr (bzw. überzeugte Liberalkonservative in diesem Staat schon viel länger) erreicht haben: Sie haben sich damit abgefunden, dass der Preis einer eigenen, unerschrocken vertretenen Überzeugung zwingend das Stigma des „Neurechten“ ist.
Zu denen, die da lieber zwischen allen Stühlen sitzen und nun winselnd bei den Moralwächtern der unfehlbaren Gesinnung angekrochen kommen, um ihre Vergebung zu erbitten, und sich als Opfer eines fundamentalen Missverständnisses zu inszenieren, gehört leider etwa auch Schauspielerin Meret Becker, die zuvor sogar Morddrohungen aus den eigenen Reihen erhielt. Ihr half nicht einmal, zu den ersten gehört zu haben, die sich von „allesdichtmachen“ wieder distanziert hatten, kurz nachdem die Aktion viral gegangen war.
Petition für Berufsverbote der „allesdichtmachen“-Teilnehmer
Inzwischen hat der linke Furor sogar zu einer eigenen Petition auf chance.org geführt, in der die Intendanten der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten aufgefordert werden, alle an der Satire-Aktion beteiligten Künstler mit konsequenten Berufsverboten zu belegen. Das Juste Milieu der Kulturschaffenden und ihre linken Wadenbeißer in den Sozialen Medien kennt kein Pardon. Den ersten um Ablass Bettelnden wird es bald dämmern: Die, die sich jetzt bis zum Anschlag in den Enddarm der Regierung kriechen und durch gefällige Empörung ihre Loyalität bekunden, in der Hoffnung, für ihre wohlfeile Distanzeritis einen faulen Lohn einzustreichen und vom Staat, der ihre Branche vernichtet, schon nicht im Stich gelassen zu werden, werden sich umsehen, denn all ihre Ergebenheitsadressen werden sie nicht retten. Sie sterben in der Pandemie dann eben als zweites oder drittes.
Besser stehen da die Mitläufer und linientreuen Prominenten da, die von vornherein den Pfad der Gerechten erst gar nicht verlassen haben. So wie zum Beispiel Ex-Meteorologenlegende Jörg Kachelmann, der aktuell dabei ist, die letzten Reste von Sympathie aus den Reihen unabhängig-kritischer Bürgerrechtler und freien Medien zu verspielen, die ihm während seiner aufschlussreichen und schockierenden Erfahrungen mit der deutsche Justiz stets den Rücken gestärkt haben: Schlimmer noch als die meisten gebührenfinanzierten Meinungsmacher biedert sich Kachelmann seit Monaten beim Mainstream an, drischt undifferenziert auf Corona-Kritiker ein und stellt sie mit Rechtsradikalen auf eine Stufe, wobei er vor allem wieder mal sein persönliches Mütchen mit „Bild“ kühlt:
(Screenshot:Twitter)
Oder auch diese Perle Schweizer Sprachmanierismus aus der Feder/Tastatur des einzigen Wetterpapstes hat es in sich:
(Screenshot:Twitter)
Kolumnist Wolfgang Ackner (u.a. „Achse des Guten„) schrieb hierzu bissig: „Kachelmann hat offensichtlich verdrängt, dass er während seiner Auseinandersetzung mit Alice Schwarzer und seiner Twitter-Gefechte mit grünen ‚Klimarettern‘ selber ein ’neues Idol der Claqueure des rechtsextremen Schwurbeltums‘ war. Oder er will seinen alten Job bei der ARD zurück.“ Letzteres scheint wohl die wahrscheinlichste Erklärung zu sein. Der Lohn des kulturrevolutionären Eifers lässt womöglich nicht lange auf sich warten; wenn die von ARD-Rundfunkräten verlangten Säuberungen Wirkung zeigen, sind bestimmt jede Menge neue Posten zu besetzen.
Eine besondere „Praline“ politischer Schützenhilfe für das corona-loyale Mainstream-Künstlerkollektiv gab es am Samstag übrigens auch wieder einmal von Deutschlands peinlichstem Außenminister aller Zeiten, Heiko Maas, der bekanntlich immer dann schweigt, wenn er den Mund aufmachen müsste (etwa gegen iranische Mullahs, Erdogan-Angriffskriege oder palästinensischen Terror), und sich stattdessen zuverlässig stets dann zu Wort meldet, wenn er besser schweigen sollte. So wie jetzt etwa, als er in einem geschmacklosen Tweet die statistische Propagandazahl der 80.000 Corona-Toten in Bezug zu den Opfern des syrischen Bürgerkriegs stellte, um damit die „allesdichtmachen“-Teilnehmer zu diskreditieren:
(Screenshot:Twitter)
Hier twittert der Außenminister einer Bundesregierung, die Assads und Putins Morden in Syrien jahrelang tatenlos zuschaute. Jetzt nutzt er die Kriegstoten für eine billige Pointe gegen kritische Schauspieler„, kommentierte „Bild“-Kolumnist Filipp Piatov dieses erneute Beispiel für die gänzlich diplomatiefreie und polarisierende Hetze eines Außenministers, der permanent aus der Rolle fällt. (DM)