„Kinder- und Jugendgipfel“ gefordert: Drogenbeauftragte schlägt Alarm wegen Lockdown-Schäden

Kinder leben im Lockdown gefährlich (Symbolbild:JouWatch)
Kinder leben im Lockdown gefährlich (Symbolbild:JouWatch)

Offiziell mag die Bundesregierung keine großen sozialen Verwerfungen und Zuspitzungen als Folge ihres bald achtmonatigen Dauerlockdowns anerkennen; Hiobsbotschaften von Kinderärzten, Pädagogen und Drogenexperten werden zumeist ignoriert oder schmallippig beiseite gewischt. Hinter den Kulissen aber brodelt es – und anscheinend lässt sich das Ausmaß der Katastrophe, das die Politik vor allem in der jungen Generation angerichtet hat, nicht länger verleugnen.

Anders ist nämlich die gestrige Forderung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Daniela Ludwig, nach einem Kinder- und Jugendgipfel nicht zu interpretieren. Die CSU-Politikerin möchte mit diesem „ressortübergreifend alle Auswirkung der Corona-Pandemie für die junge Generation“ analysieren“ und will, dass daraus „konkrete Konsequenzen“ gezogen werden, wie sie dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ sagte Es dürfe nicht nur um den Bildungsbereich gehen, sondern zum Beispiel auch um die gesundheitlichen Folgen. Geld allein werde nicht ausreichen; man müsse auch über Strukturen sprechen, also etwa „über erweiterte Hilfsangebote für Kinder aus Suchtfamilien oder für Heranwachsende, bei denen der Lockdown zu psychischen Problemen geführt hat„.

Wir erleben hier offenkundig, dass erste Spitzenvertreter der Regierung selbst also auf Distanz zum eigenen Handeln der letzten 14 Monate gehen. Ludwig erklärt nämlich wörtlich: „Ich habe immer davor gewarnt, dass eine Generation Corona entsteht. Aber leider muss ich jetzt sagen: Derzeit ist das die Realität.“ Welche Überraschung! Derartige Thesen galten vor wenigen Monaten noch als querdenkeraffine Übertreibung und „Hetze“, und jetzt werden sie ausgerechnet von denen bestätigt, die alle Warnungen in den Wind schlugen.

Die „gesamte Gesellschaft“ soll es wieder richten

Verbockt haben das Schlamassel wenige – aber richten soll es natürlich wieder die „solidarische“ Allgemeinheit: „Um die Schäden zu beheben, hat die gesamte Gesellschaft ordentlich was zu tun„, so Ludwig, und dies werde sich weitaus schwieriger gestalten als die Überwindung der wirtschaftlichen Folgen der Krise. Das von der Großen Koalition beschlossene Aufholpaket sei ein sehr guter Schritt in die richtige Richtung, doch „es reicht nicht.“ Ludwig forderte eine zügige Öffnung von Schulen und Kitas. Viele Kinder hätten seit November kein Klassenzimmer mehr von innen gesehen. Das sei „ein Desaster.“ Kitas und Schulen seien aber keine Treiber der Pandemie. Wem erzählt die Frau das? Die Freien Medien geben dies seit Beginn der Krise zu bedenken.

Es müssten jetzt alle Möglichkeiten, die die sinkende Inzidenz und die steigende Impfquote bieten, umgehend für Öffnungen genutzt werden – zunächst für Wechselunterricht verbunden mit regelmäßigen Tests, prescht Ludwig vor; auch Freizeitangebote wie Vereinssport, Musikschulen oder Jugendtreffs sollten schnell wieder starten: „Da müssen wir endlich in die Puschen kommen.“ Der plötzliche Aktionismus lässt erahnen, dass die Regierung über Horrorzahlen verfügt, die den eiligen Handlungsbedarf begründen.

Ehrlicher und glaubhafter wäre es allerdings, wenn die Drogenbeauftragte endlich diese Zahlen veröffentlichen würde: Die pandemiebedingten Selbstmorde, die versuchten Selbstmorde vor allem unter Kindern, der auf Corona zurückzuführende Anstieg von Drogenmissbrauch, Suchtpatienten und Fälle von Psychiatrisierung, die Zunahme häuslicher Gewalt und, und, und. Bisher gab sich die Bundesregierung stets arg- und ahnungslos; Ludwigs neu erwachter Tatendrang deutet darauf hin, dass der Regierung entsprechende Daten – und damit Alarmsignale – sehr wohl vorliegen. Totschweigen und Kleinreden, um sich bis zur Bundestagswahl durchzuhangeln, kann nicht länger akzeptiert werden. (DM)