Türkische Anti-Israel-Hetze in Deutschland – kein Thema für die Bundesregierung

In dem Maße, wie die Wirtschaft im türkischen „Reich des Bösen“ unter Recep Tayyip Erdogan abschmiert und die Zustimmungswerte für den Autokraten am Bosporus purzeln, versucht dieser jede Gelegenheit zu ergreifen, durch nationalistisch-völkische Hetze seine Machtposition zu stärken – und inszeniert sich hierbei gerne als eine Inkarnation einstiger Sultanen-Großmacht, indem er militärisch und diplomatisch an die Hegemonialstellung des Osmanischen Reichs anzuknüpfen versucht – von Libyen über Syrien bis Aserbaidschan. Auch der Nahostkonflikt kommt Erdogan da wie gerufen.

Wer sich wunderte, wieso auf den antisemitischen und judenfeindlichen Kundgebungen der letzten Woche vor allem zahllose türkischen Flaggen geschwenkt wurden, wo es doch um „Free Palestine“ ging, der findet seine Antwort genau hier: Dahinter stehen die Grauen Wölfe, die zumeist AKP-treuen „Kettenhunde“ des türkischen Staates auf deutschem Boden. Wie Tobias Huch vergangene Woche auf „Yahoo“ schrieb, gehört Erdogan zu den größten Unterstützern der terroristischen Hamas in Gaza – und verfolgt mit dieser Partnerschaft seine Destabilisierungsagenda im gesamten Nahen Osten und Orient.

Als „Befreier“ des Tempelbergs und des Felsendoms mit der weithin sichtbaren goldenen Kuppel, dieses ältesten muslimischen Sakralbaus und eine der Heiligen Stätten des Islam, würden sich militante „Jungtürken“ und Erdogan-Trolle nur zur gerne inszenieren – und manche können es kaum abwarten, wie sie sogar auf Facebook mit verbalonanistisch kommentierten Fotomontagen feiern:

(Screenshot:Facebook)

„Sehr bald“ soll in diesem Zusammenhang ausdrücken, was viele junge Muslime auch bei uns kaum abwarten zu können scheinen: Die militärische Befreiung Jerusalems und das Ziel, Palästina endlich „judenrein“ zu machen. Wenn man sich die Likes und Herzchen vor allem in Deutschland lebender türkischer und arabischer Fanboys dieser faschistoiden Botschaft anschaut, dann lässt sich die Dimension des Problems des eingewanderten Antisemitismus (den es nach linksgrüner Überzeugung ja nicht geben soll) erahnen.   Nicht der Rede wert übrigens, dass solche Posts auf Facebook natürlich ungestört stehenbleiben dürfen, ohne jede Zensur und Sperrungen – und das, obwohl speziell die hier abgebildete Seite „Türkische Fakten“ eine schamlose Anti-Israel-Hetze betreibt, über IDF-Soldaten spottet und die Existenz sowie Integrität des israelischen Staates in volksverhetzender Weise in Frage stellt. So etwas fällt im besten Deutschland aller Zeiten offenbar nicht unter „Hetze“…

Huch schreibt: „Den meisten türkischen Demonstranten, die sich dieser Tage gegen Israel und Juden öffentlich positionieren, geht es weder um Palästina noch um das humanitäre Leid der Palästinenser. Ihnen sind die Menschen in Gaza vollkommen gleichgültig. Für sie sind jene nur Mittel zum Zweck – und einen Staat Palästina würden sie ebenso wenig akzeptieren wie ein freies Kurdistan. Was sie beflügelt und berauscht, ist alleine die Vision eines neuen Osmanisches Großreichs – und die Wiedereroberung Jerusalems.“ Dabei wissen viele Menschen in den palästinensischen Autonomiegebieten selbst offenbar nur zu gut, dass Erdogan nicht ihr Freund ist; kürzlich kam es vor der Al-Aqsa-Moschee sogar zu palästinensischen Anti-Erdogan-Protesten, weil der türkische Präsident dort als Maulheld angesehen wird, seit den martialischen „Befreiungs-„Ankündigungen keine Taten folgten: „Wo bleibst du, Erdogan?„, skandierten sie ironisch. In Deutschland erlegen sich dessen Anhänger vor Synagogen dafür umso weniger Zurückhaltung auf. (DM)