Weihnachten nur für Geimpfte?

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Schon im letzten Winter fiel Weihnachten in Deutschland aus. Die Märkte waren geschlossen, auch auf privater Ebene durften die Familien nicht wirklich gemeinsam feiern.

Und dieses Jahr? Da soll zumindest für die Ungeimpften, also eben auch für die Gesunden das Fest der Liebe ins Wasser fallen:

Städtetagspräsident Burkhard Jung (SPD) hat alle Bundesländer zu größeren Anstrengungen bei den Corona-Impfungen aufgerufen. „Vor dem Winter müssen wir noch mehr Menschen zur Impfung motivieren, nur dann können wir relativ sicher durch die kalte Jahreszeit kommen“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagsausgaben). „Deshalb müssen die kreativen und erfolgreichen niedrigschwelligen Impfangebote der Städte weiter laufen – zum Beispiel in Einkaufszentren, bei Sportveranstaltungen oder bei After-Work-Aktionen.“

Das müssten alle Bundesländer auf den Weg bringen, so der Leipziger Oberbürgermeister. Schulen und Kitas müssten unbedingt offenbleiben, forderte Jung. „Und wir alle wollen ohne Sorgen um die Gesundheit die Vorweihnachtszeit genießen.“

Für mehr Sicherheit seien weitere 2G-Regeln erforderlich. „Wer auf den Weihnachtsmarkt gehen will, soll sich vorher impfen lassen. Auch in pädagogischen Einrichtungen und in der Pflege sollte 2G gelten.“

Sinnvoll sei auch, wenn nur Geimpfte und Genese Kinos, Clubs oder das Fitnessstudio besuchen könnten.

Diese üblen Spalter sollten endlich mal aufgehalten werden. Die meisten Weihnachtsmärkte finden im Freien statt, Maskenpflicht ist ohnehin Vorschrift.

Und die neuesten Zahlen sind ebenfalls nicht gerade alarmierend:

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am frühen Dienstagmorgen nämlich nur noch vorläufig 4.799 so genannte Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 15,1 Prozent oder 628 „Fälle“ mehr als am Dienstagmorgen vor einer Woche. Die Inzidenz sank trotzdem laut RKI-Angaben von gestern 64,7 auf heute 63,6 neue Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage.

Dass die Zahl der neuen „Fälle“ gegenüber der Vorwoche steigt, der Inzidenzwert aber gleichzeitig sinkt, ist nur möglich, weil das RKI aktuell zahlreiche Nachmeldungen aus früheren Zeiträumen hat, die in die Inzidenzwertberechnung nicht mehr eingehen. Insgesamt geht das Institut laut der vorläufigen Zahlen derzeit von rund 122.900 angeblich positiv Getesteten aus, das sind etwa 9.000 weniger als vor einer Woche.

Also, wo liegt das Problem?

Willkür und Drangsalierung bleiben die obersten Gebote dieses Corona-Regimes. Wird Zeit, dass die Ungeimpften ihre Ruten auspacken. (Mit Material von dts)