US-Versicherungsunternehmen verzeichnet höchste Sterberate in der Geschichte

Verstorben (Bild: shutterstock.com/ Von asiandelight)
Verstorben (Bild: shutterstock.com/ Von asiandelight)

Der Chef des im Us-Bundesstaat Indianapolis ansässigen Versicherungsunternehmens OneAmerica meldet eine erschreckend hohe Sterblichkeitsrate bei Menschen im arbeitsfähigen Alter. Sie liegt, verglichen mit der Vor-Corona-Zeit, um sagenhafte 40 Prozent höher.

„Wir sehen derzeit die höchsten Sterberaten, die wir je in der Geschichte dieses Unternehmens erlebt haben“, erklärt Scott Davison, CEO von OneAmerica, einem 100 Milliarden US-Dollar schweren Lebensversicherungs- und Rentenunternehmen mit Hauptsitz in Indianapolis. Bei anderen Akteuren in der Versicherungsbranche sei die Datenlage ähnlich, so Davidson.

Es seien nicht erwartungsgemäß ältere Menschen, die sterben, sondern „hauptsächlich Menschen im arbeitsfähigen Alter von 18 bis 64“ – Angestellte von Unternehmen, die bei OneAmerica versichert seien: „Wir haben es im dritten Quartal festgestellt, und es setzt sich im vierten Quartal fort: Die Sterberaten liegen um 40 Prozent höher als vor der Pandemie.“

„Um Ihnen eine Vorstellung davon zu geben, wie schlimm das ist: Ein Anstieg von 10 Prozent gegenüber der Zeit vor der Pandemie würde eine Katastrophe bedeuten, wie sie nur einmal in 200 Jahren auftritt“, so Davison. „Das heißt, 40 Prozent sind einfach unerhört.“ Der Anstieg der Todesfälle sei enorm, es handle sich um „riesige Zahlen“.

Das Unternehmen sieht sich aufgrund der Pandemie auch riesigen Forderungen an kurz- und langfristigen Invaliditätsansprüchen gegenüber. Es erwartet Auszahlungen in Höhe von 100 Millionen US-Dollar an Versicherungsansprüchen. Dabei handele es sich sowohl um Ansprüche wegen sogenannter Long-Covid-Erkrankungen als auch Erkrankungen, die wegen fehlende Gesundheitsversorgung durch Überfüllung der Krankenhäuser zustande kamen. Die Kosten würden jetzt an die Arbeitgeber weitergereicht, die nun höhere Versicherungsprämien zahlen müßten.

Brian Tabor, Präsident der Indiana Hospital Association, bestätigte laut corona-transition.org unter Berufung auf das News-Portal The Center Square, daß die Krankenhäuser des Bundesstaates mit Patienten „mit vielen verschiedenen Erkrankungen“ regelrecht überschwemmt würden. Die durchschnittliche Gesundheit der Bewohner Indianas habe sich „während der Pandemie leider verschlechtert“. Die von Davison genannte ausserordentlich hohe Sterblichkeitsrate stimme mit den Zahlen der Krankenhäuser überein.

Auch Indianas oberster Chefarzt, Dr. Lindsay Weaver, äusserte sich am vergangenen Mittwoch auf einer Pressekonferenz ähnlich: Die Zahl der Krankenhauseinweisungen im Bundesstaat sei jetzt höher als vor der Einführung des Covid-Impfstoffs vor einem Jahr und sogar höher als in den letzten fünf Jahren.

Wie The Center Square recherchierte, sind nur noch 8,9 Prozent der Betten auf den Intensivstationen in den Krankenhäusern des Bundesstaates verfügbar. Das sei ein Tiefstand für dieses Jahr und niedriger als zu jedem anderen Zeitpunkt während der Pandemie. Die Mehrheit der Intensivbetten würde jedoch nicht von Covid-Patienten belegt – sie würden nur einen Anteil von 37 Prozent gegenüber 54 Prozent an Patienten mit anderen Krankheiten oder Leiden ausmachen. (MS)