Erdingers Absacker; Bild: Collage
Erdingers Absacker; Bild: Collage

Erdingers Absacker: Bodyshaming & Lookism

+++ Die neue Grünen-Chefin Ricarda Lang hat es aus mehreren Gründen nicht leicht, außer bei den Grünen. Dort thematisiert niemand Ricarda Langs Übergewicht und niemand stellt die Frage, warum sie mit Nachnamen nicht Breit heißt. Landläufig mutmaßt man ja, daß jemand, der fortwährend nur Stuß erzählt, „breit“ bis „total breit“ sein muß. Daher auch die Phrase von der „breiten Mehrheit“. Mit dem optischen „Erscheinungsbild nach Länge mal Breite“ hat das nichts zu tun. Wenn es stimmt, was dieser Tage zu lesen war, dann handelt es sich bei Karl Lauterbach für die breite Mehrheit um den beliebtesten Politiker in Deutschland. Man müßte also von einer total breiten Mehrheit reden, um präzise zu sein. Nein, jemanden zu kritisieren, daß sie nicht aussieht wie Sawsan Chebli, ist unfair. Schließlich kommt es bei der Vertretung von Volksinteressen darauf an, was jemand im Kopf hat. Und da hat Sawsan Chebli auch nicht besser ausgesehen als Ricarda Lang. Deswegen kann man sich dieses chauvinistische Geläster auch sparen. Besonders, wenn man ein alter weißer Mann mit Bauch ist. Und ohne Bauch auch. Es ist einfach unanständig und verletzend. Ricarda Lang war frauenpolitische Sprecherin der Grünen, bevor sie Parteivorsitzende geworden ist. Als solche wußte sie, daß sie mit gestrengem Blick einen Tampon in die Kamera halten muß, um als Expertin identifiziert zu werden. Das war eindeutig ein Hinweis auf ihren Intellekt und wo sie ihn vermutet. Ein inexistenter Experte für Erinnerung & Doppelstandards meinte, es mache Ricarda Lang auch gar nichts aus, wenn sich jemand überflüssigerweise auf ihre Breite bezieht. Schließlich habe sie als frauenpolitische Sprecherin auch nicht darüber gemeckert, daß Männer angeblich Schweine seien. Daß sie angesichts ihres eigenen BMI, welcher sie eindeutig als eine Angehörige der Corona-Risikogruppe für schwere Krankheitsverläufe kennzeichnet, für eine allgemeine Impfpflicht votierte, habe allerdings bewiesen, daß sie auch intellektuell näher am Burger als am Bürger angesiedelt ist. +++

+++ Die alte Reichsstadt Nürnberg ist im Dritten Reich auch Stadt der Reichsparteitage gewesen. Das war immer ein schönes Ereignis für die „Deutsche Evangelische Kirche“ des Reichsbischofs Ludwig Müller. Retrospektiv finden das die Evangelischen natürlich nicht so schön. Deswegen ist auch gut, daß sie lernfähig sind. Aus der Nürnberger Südstadt gibt es heute ein vorbildliches Foto beim Bayerischen Rundfunk. Evangelische haben in der Nürnberger Südstadt ein elftes Gebot gefunden, was kein Wunder ist, weil das ehemalige Reichsparteitagsgelände gleich in der Nähe ist. Wahrscheinlich sind sie mit einem Gebotsdetektor dort umeinandergelaufen. Hier das tagesaktuelle Foto:

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Die Geläuterten des Tages – Foto: Screenshot Facebook

Das ist schon ein Unterschied zu früher: „Mehrere evangelische Kirchen aus der Nürnberger Südstadt sehen sich als Vertreter einer schweigenden Mehrheit.

Der Unterschied zu früher. Hier ein Bild aus der Zeit, als die Evangelisch-Lutherischen sich noch als Vertreter einer brüllenden Mehrheit verstanden haben. Hauptsache Mehrheit. Die Kontinuität: Mehrheit, egal, ob brüllend oder schweigend – und egal, wieviele inzwischen ausgetreten sind.

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Hatten schon immer recht: Evangelische – Foto: Imago

Ein inexistenter Experte für Recht & Unrecht meinte, eine Glaubenskrise breche bei den Lutherischen immer erst dann aus, wenn die weltliche Mehrheit der Ansicht ist, sie hätten nicht rechtgehabt. Da hole sich die Depression ihre Opfer sogar in den höchsten Kirchenkreisen. Er verwies auf einen entsprechenden Wikipedia-Eintrag zu Reichsbischof Ludwig Müller: „Ob Müller wenige Monate nach dem Ende des nationalsozialistischen Terrorregimes eines natürlichen Todes aufgrund eines Herzleidens starb oder Suizid beging, ist ungeklärt. Für möglich gehalten wird auch eine Kombination aus einem schlecht ausgeführten Suizidversuch, seiner Herzschwäche, seiner körperlichen und geistigen Erschöpfung nach dem Ende der NS-Herrschaft und unzureichender medizinischer Versorgung.“ Jede Wette, meint der inexistente Experte , daß es die geistige Erschöpfung gewesen ist. Von daher sei verständlich, daß die Evanglisch-Lutherischen von heute allesamt Stein & Bein schwören, sie seien die Nachfolger von Bonhoeffer, Heinemann und der „Bekennenden Kirche“. Wer’s glaubt, sei selig. Es sei nämlich so: Wenn der ganze Schmäh mit der gar erschröcklichen Pandemie erst einmal aufgeflogen sei, so, wie in Österreich demnächst, würde unter den Lutherischen in der Nürnberger Südstadt die geistige Erschöpfung wieder gnadenlos zuschlagen, während sich am ehemaligen Reichsparteitagsgelände überhaupt nichts ändert. Er halte die evangelisch-lutherische Amtskirche für den erbärmlichsten aller pseudochristlichen Vereine.   +++

+++ Die oberösterreichische SPÖ-Vorsitzende Birgit Gerstorfer muß ihren Posten räumen. Grund: Zu viel hinterfotzige Gefühlsmanipulation in einer Angelegenheit, die nach Faktenkenntnis und Realitätssinn verlangt. Gerstorfer ist die Verantwortliche für eine Plakataktion. Zu sehen war auf dem Plakat unter der Überschrift „Zukunft & Zusammenhalt“ das Gesicht eines etwa zehnjährigen Mädchens, das äußerst betröpfelt, um nicht zu sagen: weinerlich-vorwurfsvoll in die Kamera linst. Text: „Ich will dich nicht verlieren. Lass dich impfen“. Ein inexistenter Experte für Gefühltes & Geheucheltes vermutete, die Basis der oberösterreichischen Genossen hätte daraufhin ein Gesicht gemacht wie das Mädchen auf dem Plakat, ehe sie ihrer Vorsitzenden erklärte: „Wir wollen dich verlieren, Genossin Petra. Laß dich hier nicht mehr blicken.“ Das sei auch ein Indiz dafür, daß die oberösterreichsichen Genossen als Wetterhähne:innen gut zu gebrauchen wären, weil sie ein Gespür dafür hätten, wann der Wind sich dreht. +++

+++ „Das Bundesverfassungsgericht hat elf Beschwerden der Deutschen Umwelthilfe wegen angeblich unzureichender Klimaschutzgesetze zurückgewiesen. Der Verband fordert von der Bundesregierung dennoch, die bestehende rechtliche Bestimmung nachzuschärfen.„, meldet die „Junge Freiheit“. Ein inexistenter Experte für Seuchen, Kult & Plagen erklärte dazu, daß dann, wenn der Klima-, Östrogen- & Virenkult endlich besiegt sei, auch die sogenannte „Deutsche Umwelthilfe“, ein Abmahnverein, der sich unter finanziellen Gesichtspunkten mit dem Zauberwort „Umwelt“ selbst ganz gut hilft, ebenfalls besiegt sei. Dann würde es teuer werden für die Herren Resch & Co. – Jürgen Resch, Geschäftsführter der DUH, war vergangenes Jahr bei einem Kurzstreckenflug von Berlin nach Stuttgart ertappt worden. +++

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