Es wird eng für Drosten: „Kampagne gegen mich“

20 führende Wissenschaftler fordern zu Beginn der Olympischen Spiele in Beijing eine ernstzunehmende Aufklärung der Corona-Pandemie. Der deutsche »Corona-Papst« Christian Drosten gerät wegen seiner Rolle bei der angeblichen Verschleierung eines möglichen Labor-Ursprungs in Bedrängnis und teilt wütend auf Twitter aus.

Der Hamburger Professor Dr. Roland Wiesendanger führte in Interviews mit der NZZ, Cicero und Tichys Einblick seine Vorwürfe gegen Drosten und Konsorten aus, und forderte abermals eine juristische Aufarbeitung. Es gebe bereits einen ersten Strafantrag beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, so Wiesendanger zur NZZ.

Freie Welt war eines der ersten Medien in Deutschland, die über Wiesendangers schwerwiegende Vorwürfe gegen Drosten berichteten, und seit 2021 ausführlich über den möglichen Labor-Ursprung der Corona-Pandemie berichten. Auf Twitter teilte Drosten aggressiv gegen Wiesendanger aus und nannte ihn einen »Extremcharakter« der »provoziert persönliche Angriffe« gegen ihn fahren würde. »Betreibt hier jemand eine Kampagne?« raunte Drosten, ohne mit einem Wort sachlich auf die schweren Vorwürfe gegen ihn vorzugehen.

Anläßlich der heutige Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Beijing fordert Wiesendanger zusammen mit Jamie Metzl vom Atlantic Council und 18 anderen Experten »eine umfassende Untersuchung der Ursprünge der Pandemie«, die Freie Welt im Wortlaut wiedergibt:

Eine ernsthafte internationale Untersuchung der Ursprünge der Pandemie wäre der wahre Ausdruck olympischer Werte

Die Olympische Charta besagt: »Ziel des Olympismus ist es, den Sport in den Dienst der harmonischen Entwicklung der Menschheit zu stellen, um eine friedliche Gesellschaft zu fördern, die der Wahrung der Menschenwürde verpflichtet ist.«

Während sich heute Athleten aus der ganzen Welt zur Eröffnung der Olympischen Winterspiele 2022 in Beijing versammeln, wird dieser hehre Anspruch leider durch die laufenden Bemühungen der Gastregierung untergraben, eine umfassende internationale Untersuchung zu den Ursprüngen der COVID-19-Pandemie zu verhindern, die Millionen von Menschen getötet hat und Milliarden auf der ganzen Welt geschädigt hat.

Es ist wichtig, dass wir verstehen, wie diese schreckliche Krise begann, um künftige Pandemien zu verhindern und eine sichere Zukunft für alle zu gewährleisten. Die anhaltenden Bemühungen der chinesischen Regierung, jegliche ernsthafte Untersuchung der Pandemieursprünge zu blockieren – inklusive der Zerstörung biologischer Proben, dem Verstecken von Unterlagen, der Inhaftierung mutiger chinesischer Whistleblower und der Durchsetzung einer Reihe von Zensurbefehlen, die chinesische Wissenschaftler daran hindern, ohne vorherige staatliche Genehmigung über die Ursprünge der Pandemie zu sprechen oder zu schreiben – sind ein andauernder Affront gegen die internationale wissenschaftliche Gemeinschaft und die ganze Menschheit.

Ein andauernder Affront gegen die ganze Menschheit

Vor allem Aufgrund der Unnachgiebigkeit der chinesischen Regierung und des aggressiven Drucks, den sie auf ausländische Regierungen und internationale Institutionen ausgeübt hat, wurden noch keine umfassenden internationalen Ermittlungen zu den Ursprüngen der COVID-19-Pandemie durchgeführt.

Vor fast einem Jahr, auf einer Pressekonferenz am 9. Februar 2021, sagte der Vorsitzende der internationalen Mission nach Wuhan Dr. Peter Ben Embarek, organisiert von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass das internationale Expertenteam zu dem Schluss gekommen sei, dass die Pandemie wahrscheinlich »natürlichen Ursprungs« sei, die Möglichkeit eines Laborunfalls »extrem unwahrscheinlich« sei und daher nicht untersucht werden sollte.

Später gab Dr. Embarek jedoch zu, dass er eigentlich der Meinung war, dass mindestens ein Vorfall eines Laborunfalls »wahrscheinlich« sei, er aber von seinen chinesischen Gastgebern unter Druck gesetzt worden sei, die Laborunfall-Hypothese nicht zu erwähnen, und dass er seine Meinung revidiert habe, um die Empfindlichkeiten der chinesischen Gastgeber nicht zu verletzen.

China hat WHO unter Druck gesetzt, Laborursprung nicht zu erwähnen

Obwohl die WHO vor kurzem ein neues Expertengremium gegründet hat – den Wissenschaftlichen Beirat zu den Ursprüngen neuartiger Pathogene (Scientific Advisory Group for the Origins of Novel PathogensSAGO) – um das Sekretariat der WHO zu technischen und wissenschaftlichen Fragen zu neu und erneut auftretenden Krankheitserregern zu beraten, und um die Ursprünge neuartiger Krankheitserreger einschließlich SARS-CoV-2 zu untersuchen, hat dieses Gremium scheinbar immer noch keinen uneingeschränkten Zugang zu den relevanten Rohdaten und betreffenden Orten in China. Es wird ihm nicht gestattet, das Wuhan-Labor zu untersuchen, in dem vor dem Ausbruch Coronaviren von Fledermäusen gesammelt, gelagert und manipuliert wurden.

Ohne einen vernünftigen Plan für eine umfassende und uneingeschränkte internationale Untersuchung der Ursprünge von COVID-19 bleiben alle Menschen dieser Erde und zukünftige Generationen einem erhöhten und unnötigen Risiko zukünftiger Pandemien ausgesetzt.

An diesem Tag, an dem Sportler aus der ganzen Welt zusammenkommen, um für Offenheit und gegenseitiges Vertrauen einzustehen, ist der Ruf nach einer umfassenden Untersuchung der Ursprünge der COVID-19-Pandemie die bestmögliche Äußerung der olympischen Ideale, die diesen Spielen zugrunde liegen.

Als Gemeinschaft von Wissenschaftlern und Experten aus aller Welt, die sich für die Aufklärung der Ursprünge dieser Pandemie zur Voraussetzung der Verhinderung zukünftiger Pandemien, understützen wir diesen Aufruf:

● Wir rufen alle Nationen der Welt und alle Menschen auf, gemeinsam eine umfassende und uneingeschränkte Untersuchung der Herkunft von COVID-19 in China und gegebenenfalls darüber hinaus zu fordern;

● Wir rufen die chinesische Regierung auf, eine umfassende internationale Untersuchung der Ursachen der Pandemie zu unterstützen, mit uneingeschränktem Zugang zu allen relevanten Informationen, Aufzeichnungen, Proben, nachträglichen Kontaktverfolgungsdaten und Zeugen in China;

● Wir rufen die Vereinigten Staaten, die Europäische Union und andere nationale und alle internationalen Gremien auf, umfassende COVID-19-Aufklärungskommissionen zur Untersuchung der Pandemieursprünge einzurichten, um Wege vorzuschlagen sicherzustellen, dass eine solche Pandemie nie wieder auftritt;

● Wir rufen alle Nationen auf, die Wissenschaftler in ihren Ländern, die mit chinesischen Labors zusammengearbeitet haben, welche Coronavirusforschung betreiben, aufzufordern, alle relevanten Daten und Unterlagen zu veröffentlichen;

● Wir rufen die chinesische Regierung auf, den Zugang zu wichtigen Informationen zu ermöglichen, um eine ordnungsgemäße Bewertung der mögliche Ursprünge der Pandemie vorzunehmen, darunter

– die Veröffentlichung der fehlenden Virussequenzen und der gelöschten Virusdatenbank des Wuhan Instituts für Virologie (WIV), die am 12. September 2019 aus dem Internet entfernt wurde, obwohl sie die weltweit wichtigste wissenschaftliche Ressource zu neuentdeckten Fledermaus-Coronaviren war;

– die Veröffentlichung zur gemeinsamen Nutzung der Aufzeichnungen aller Expedition zum Sammeln von Coronaviren, an denen Mitarbeiter des Wuhan-Labors 2018 und 2019 beteiligt waren;

– die Veröffentlichung aller Daten der medizinischen Proben von den Bergleuten, die in Mojiang, Yunnan im Jahr 2012 bei ihrer Arbeit Covid-19-ähnliche Symptome entwickelten, sowie eine Liste der Institutionen, die diese Proben erhalten haben;

– Zugang zur Mojiang-Mine in Yunnan für internationaler Forscher, um dort Proben zu nehmen, sowie den Shitou-Höhlen, die im Jahr 2018 im Forschungsantrag DEFUSE beschrieben wurde, der von der EcoHealth Alliance bei der Pentagon-Forschungsabteiliung DARPA eingereicht wurde;

– die Veröffentlichung aller Unterlagen und Forschungsaufzeichnungen aus den Laboren in Wuhan, insbesondere, aber nicht beschränkt auf das WIV in  Xiaohongsha (BSL-2/3) und seine Standorte in Zhengdian(BSL-2/3/4), Universität Wuhan (ABSL-3), Wuhan CDC BSL-2 und das Wuhan Institute of Biological Products sowie alle Aufzeichnungen zur Laborsicherheit, die seit 2016 jährlich von diesen Institutionen an die chinesischen Behörden eingereicht wurden.

● Wir rufen die Weltgesundheitsorganisation  WHO auf, ein System zum Schutz von Whistleblowern einzurichten und zu unterhalten, die es Wissenschaftlern und Experten in China und auf der ganzen Welt sicher ermöglicht, Informationen über die Ursprünge der Corona-Pandemie mitzuteilen;

● Wir rufen die internationale Gemeinschaft auf, die heldenhaften chinesischen Mediziner, Fachleute und die vielen einfachen chinesischen Bürger anzuerkennen, die sich bei der Aufklärung des Pandemie-Ausbruchs in Wuhan persönlichen Risiken ausgesetzt haben, um die Welt zu warnen und dafür teils schwer bestraft wurden.

Diese Forderungskatalog ist von vorrangiger Bedeutung, um eine sichere Zukunft für uns alle zu gewährleisten, und wäre daher der ultimative Ausdruck der wahren olympischen Werte.

Unterschrieben:

– Dr. h.c. Colin D. Butler, Australian National University, Canberra, Australien (ORCID 0000-0002-2942-5294)

– Dr. Henri Cap, Zoologe, Toulouse, Frankreich

– Prof. Jean-Michel Claverie, Virologe, emeritierter Professor für öffentliche Gesundheit, Aix-Marseille Universität, Frankreich (ORCID 0000-0003-1424-0315)

– Virginie Courtier, Evolutionsgenetikerin, Forschungsdirektorin, Institut Jacques Monod, CNRS, Paris, Frankreich (ORCID 0000-0002-9297-9230) (Mitorganisator)

– Gilles Demaneuf, Ingenieur und Datenwissenschaftler, Auckland, Neuseeland (ORCID 0000-0001-7277-9533) (Mitorganisator)

– François Graner, Biophysiker, Forschungsdirektor, CNRS und Université de Paris, Frankreich (ORCID 0000-0002-4766-3579)

– Prof. Mai (Mike) He, Pathologin, außerordentliche Professorin, Washington University St. Louis Medizinische Fakultät, MO, USA

– Prof. Hideki Kakeya, Informationswissenschaftler, außerordentlicher Professor, Universität Tsukuba, Japan

– Prof. Richard Kock, Professor für Wildtiermedizin und neue Krankheiten, Royal Veterinärhochschule, London, UK.

– Dr. Jonathan Latham, GF The Bioscience Resource Project, USA

– Milton Leitenberg, Senior Research Fellow, University of Maryland, USA

– Prof. Steven E. Massey, Computerbiologe, Universität von Puerto Rico, Rio Piedras, San Juan, Puerto Rico, USA

– Jamie Metzl, Senior Fellow, Atlantic Council, USA (Mitorganisator)

– Steven Quay, ehemals Pathologieabteilung, Stanford University School of Medicine, USA (ORCID 000-002-0363-7651)

– Monali Rahalkar, Mikrobiologin, Agharkar Research Institute, Pune, Indien

– Bahulikar Rahul, Experte für Pflanzengenetik und Taxonomie, BAIF Development Research Foundation, Pune, Indien (ORCID 0000-0002-0442-4607)

– Charles Rixey, MA, ehemals CBRN-Chef, United States Marine Corps; Analytiker, DRASTIC, Dallas TX, USA

– Prof. Günter Theißen, Genetiker, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Deutschland

– Prof. Roland Wiesendanger, Nanowissenschaftler, , Universität Hamburg, Deutschland

– Dr. Allison Wilson, Wissenschaftliche Direktorin, The Bioscience Resource Project, Ithaca, New York, USA.

 

Zuerst veröffentlicht auf Freie Welt.

 

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