Ricarda Lang (Foto: Imago)

Erdingers Absacker: Die Grünen – koste es was es wolle

Mein Kollege Daniel Mattisek war bei Peter Weber und „Hallo Meinung“ zu Gast. Es ging um die Energie-Versorgungskrise infolge der westlichen Sanktionen gegen Russland, die Abhängigkeit von Gas und die Ursachen dieser Abhängigkeit – alles richtig analysiert und dargestellt. Eine sehr sehenswerte Sendung. Alice Weidel hat das deutsche Problem mit der Regierung schon vor einiger Zeit genial heruntergebrochen auf ein Bildungsproblem. Wenn es um Zahlen gehe, so Weidel, könne in der Regierung niemand mehr die Dimensionen erfassen, um die es geht. Das bleibe ihr alles abstrakt. Auch richtig, alle haben Recht. Aber die wirklich wichtige Frage stellt merkwürdigerweise niemand. Warum konnte es so weit kommen und weshalb lassen sich die Deutschen das alles gefallen? Wie man sich unbeliebt macht, exemplarisch vorgeführt …

von Max Erdinger

Sie können in Deutschland alle möglichen richtigen Analysen anstellen. Wenn die niemand mitbekommt, dann hat es keinen Effekt. Das ist das eine. Etwas anderes ist, daß Sie Analysen veröffentlichen könnten, die tatsächlich weite Verbreitung finden – und gerade dann könnten Sie eine wahre Aussage nicht machen, egal, wie sehr Sie davon überzeugt wären, daß sie zutrifft: „Das deutsche Wahlvolk ist doof. Es ist zielgerichtet verblödet worden seit Jahrzehnten und hat sich das gefallen lassen. Das ist wahr. Sie sind doof, Ihre Kollegen sind doof, Ihre Kinder wahrscheinlich sowieso – wieso auch nicht? – alle sind doof, außer mir. Ich bin der einzige, der nicht doof ist, weswegen ich Ihnen jetzt einmal Folgendes erzähle. Stellen Sie Ihre Lauscher auf und halten Sie den Mund!“ – Niemand würde Ihnen zuhören, wenn Sie so auftreten würden. Die einzige Reaktion, die Sie dafür bekämen, wäre ungefähr die: „Was bildet der sich ein? Der spinnt wohl? Eine aufs Maul kann er haben!“

Das heißt: Immer wenn Sie eine große Öffentlichkeit erreichen wollen, müssen Sie so tun, als würden Sie die ernstnehmen. Sonst können Sie es von vornherein bleiben lassen. An dieser Stelle einmal eine ketzerische Frage. Ich drehe den Spieß einfach um: „Erklären Sie mir doch mal, warum ein Volk, das sich die Grünen in der Regierung erlaubt, nicht abgrundtief doof sein soll!“ – Sehen Sie, jetzt haben Sie Schwierigkeiten. Sie können das nicht erklären. Weil es stimmt. Ein Volk, das sich eine Regierungspartei wie die Grünen erlaubt, mit einer Parteivorsitzenden namens Ricarda Lang, der personifizierten Einbildung, ist leider doof. Aber das sagt niemand. Ich rechne mich selbst dem Wahlvolk zu und verwende deshalb ausnahmsweise einmal das Personalpronomen „Wir“. Wir stecken in einem Dilemma. Wir wollen nicht wahrhaben, daß wir doof sind. Weil das so ist, können Grüne darauf pochen, daß sie ernstzunehmen seien. Die sind auch ernstzunehmen, aber nicht politisch, sondern als die größte Gefahr für Leib & Leben seit dem ollen GröFaZ. Wir alle befinden uns in der Geiselhaft von absolut soziopathischen Pseudomoralisten. Scheinheilig, bigott und bis zum Erbrechen verlogen.

Berlin ’38-Style (in London 2022) – Screenshot Facebook
Berlin ’38-Style original – Screenshot YouTube

Gas aus Russland

Seit es die Grünen gibt, basierte alles, was diese Figuren sich in der Einbildung ihrer moralischen Höherwertigkeit zusammengesponnen haben, auf der Selbstverständlichkeit, daß andere die Ressourcen und die wirtschaftliche Sicherheit zur Verfügung stellen, aufgrund welcher sie selbst komfortabel ihre Visionen und Postulate verkünden können, gern auch im Angriffsmodus gegen diejenigen, die ihnen diese Basis lange genug zur Verfügung gestellt hatten. Atomkraft – Nein danke! Kohlekraft – Nein danke! Strom aus Gas? – nur als „Übergangstechnologie“. Stattdessen: Friede, Freude, Eierkuchen – Sonne & Wind. Was muß sich ein Grüner dafür interessieren, daß hierzulande über 80 Mio. Menschen leben, und daß deren Auskommen von der Produktion in ihrer Industrienation abhängt? Und daß diese Produktion günstige Energie braucht, wenn die Produkte international konkurrenzfähig bleiben sollen? – Das hat sie nicht interessiert. Die sehr energieintensive Aluminiumproduktion ist schon lange vor den Sanktionen gegen Russland aus Deutschland abgewandert. Immer mehr energieintensive Produktion wandert aus Deutschland ab. Aktuell sind es die Ford-Werke in Saarlouis, die nach Spanien umziehen, um die an sich schon völlig schwachsinnigen E-Autos dort zu produzieren. Wenn die BASF in Ludwigshafen nicht mehr mit Energie versorgt werden kann, dann war es das für den größten Chemiestandort der Welt. Das sind die Fakten über den Zusammenhang von Wohlstand in Deutschland und Energieversorgung.

Wir müssten keine Gaskrise haben, wenn die deutsche Regierung nicht das gesamte deutsche Volk in Geiselhaft nehmen würde für seine eingebildete, sehr selektive Moral, den selbstexkulpatorischen „Sanktionsmoralismus“ gegen Russland. Wegen eines Krieges, mit dem die Deutschen eigentlich nichts zu tun haben müssten. Die Nord-Stream-2 Pipeline könnte jederzeit in Betrieb gehen. Geht sie aber nicht. Jedenfalls noch nicht. Weil die deutsche Regierung noch nicht so weit ist, zuzugeben, daß sie mit ihrem bescheuerten „Sanktionsmoralismus“ diejenigen malträtiert, deren Nutzen sie zu mehren hätte, während sie Schaden von ihnen abwendet. Das ist eine Geiselnahme nach Bruch eines Amtseides. Wer sich das bieten läßt, ist leider doof.

Wer sich ein Fernsehinterview mit der o.g. Ricarda Lang bieten läßt, in dem sie behauptet, die letzten drei in Betrieb befindlichen Atomkraftwerke in Deutschland könnten nicht länger weiterbetrieben werden, weil die Betriebsgenehmigungen bald ablaufen und daß für die bereits stillgelegten Atommeiler neue Genehmigungsverfahren aufgelegt werden müssten, die dann Jahre brauchen, bis sie durch sind, der ist leider doof. Zeitungsmeldung dazu: Ukraine bietet an, Deutschland Atomstrom zu verkaufen. Die Ukraine – das Land von Tschernobyl. Ausgerechnet! Jeder könnte wissen, daß sich Grüne ansonsten nie für Genehmigungsverfahren interessieren, solange ihre ideologischen Lieblingsvorhaben vom Desinteresse profitieren. Naturschutz? Vogelschutz? Abstandregelungen für Windräder und Wohnhäuser? – So unbürokratisch wie nur möglich weg damit! Jahrzehntelange Regelungen zur Arzneimittelsicherheit konnten im Rahmen des Impfwahns, welchem sie frönen, gerade erst gekippt werden, um die Zulassung unsicherer Impfstoffe schnellstmöglich durchzusetzen. Kein Problem. Grüne können uns im Wahlkampf den Bären aufbinden, sie seien aber sowas von gegen Waffenexporte in Kriegs- und Krisengebiete, um uns ein halbes Jahr später im Brustton der Überzeugung von ihrer moralischen Höherwertigkeit zu erzählen, Waffenexporte in ein Kriegsgebiet seien jetzt das allerwichtigste, moralisch ganz unbedingt geboten.

Weil wir uns das gefallen lassen, sind wir leider doof. Wir lassen uns von einem grünen Kinderbuchautor in seiner Rolle als Wirtschafts- und Klimaminister erzählen, daß wir auch einmal kalt – und überhaupt viel weniger oft und viel kürzer duschen könnten. Und warum? Damit er uns für seinen selbstexkulpatorischen „Sanktionsmoralismus“ in Geiselhaft nehmen kann, den er selbst wiederum deswegen dringend zum Vortrag bringen muß, damit niemand auf die Idee kommt, das westliche Politpersonal insgesamt trage selbst ein gerüttelt Maß an Schuld für den Krieg, dessentwegen die Sanktionen dann verhängt wurden. Wir sollen frieren und stinken, damit sich diese Blase aus ihrer Verantwortung stehlen kann. Wir lassen uns von dieser Regierung, die selbst wiederum von den Grünen und deren Medienbütteln vor sich hergetrieben wird, in Geiselhaft nehmen! – Warum? Weil wir doof sind!

Bamboozled

„Bamboozled“ ist ein schönes Wort aus der englischen Umgangssprache. Carl Sagan hat es verwendet. Auf deutsch heißt es „verarscht worden sein“. Carl Sagan: „Eine der traurigsten Lektionen der Geschichte ist, daß wir dazu tendieren, die Beweise für unsere Verarschung zurückzuweisen, wenn sie nur bereits lange genug erfolgte. Wir sind nicht mehr daran interessiert, die Wahrheit herauszufinden. Die Verarschung hat uns gefangen genommen. Es ist einfach zu schmerzhaft, einzugestehen – sogar sich selbst gegenüber – , daß man sich hat verarschen lassen. Wer einem Scharlatan Macht über sich verleiht, erhält sie fast niemals wieder zurück„. Daran, daß die Grünen Scharlatane sind, kann gar kein Zweifel mehr bestehen. Das ist der Punkt, an dem wir heute sind. Wir können nur dann etwas verändern, wenn wir uns vorher eingestehen, daß wir saudoof gewesen sind, uns so verarschen zu lassen, um als nächstes zu geloben, nie wieder derartig doof zu sein. Aber da müssen wir leider durch. Es hilft nichts. Solange sich hierzulande kaum jemand eingestehen will, daß er längst nicht so schlau ist, wie er sich das aus schmeichelhaften Eigenwahrnehmungsgründen jahrzehntelang eingeredet hat, so lange können die Grünen weitermachen. So lange können sich Grüne darauf verlassen, daß das doofe, wahlberechtigte Klugscheißerlein, gefangen in der Vorteilhaftigkeit seiner Eigenwahrnehmung, auch weiterhin behaupten wird, daß Grüne Bedenkenswertes zum Besten zu geben hätten und daß es zu berücksichtigen sei.

Im Ernst: So jemand könnte auch behaupten, daß die Insassen einer Irrenanstalt die Regierung stellen sollten, weil es schön demokratisch ist und mit der gräßlichen Diskriminierung der zerebral Herausgeforderten Schluß macht.  Überlegen wir doch einmal: es sind Grüne, die uns weismachen wollen, Geschlecht sei keine biologische Angelegenheit, sondern ein soziales Konstrukt, und daß es was-weiß-ich-wieviele Geschlechter gebe. Wir nehmen das hin, als ob wir aufgrund irgendeines unbekannten Gesetzes gehorchen müssten, anstatt uns auf das zu verlassen, was wir selber wissen. Es gibt zwei Geschlechter. Es sind Grüne, die jedem von uns am liebsten bis ins Detail vorschreiben würden, wie er sein Leben zu führen hat, was er dürfen soll und was ihm verboten werden muß, ob er einem steilen Zahn hinterherpfeifen darf oder nicht, daß er seine Kinder in der Schule indoktrinieren lassen muß, daß er ein weißer Rassist sei und daß es keine anderen Rassisten gebe, daß man das Vaterland zum Kotzen finden kann, um dennoch die Interessen des Volkes zu vertreten, daß E-Autos eine gute Ökobilanz hätten, daß Windräder schön seien, weil sie gut sind, daß die Grünen selbst schön seien, weil sie gut sind, daß uns „die anderen Weltmenschen“ folgen würden, wenn wir nur vorausgehen – und daß wir uns niemals umzudrehen bräuchten, um selber nachzusehen, ob uns tatsächlich jemand folgt; daß wir den Fernsehzuschauer als Fernsehzuschauenden und Goldgräber als Goldgrabende zu bezeichnen hätten  -usw.usf. – das sind Terroristen, verwöhnte Bratzen, das eitrige Furunkel am Arsch der deutschen Parteiengeschichte.

Ehrliche Frage: Wenn jemand mit dem ganzen grünen Schnack bei einem anderen durchkommt, was ist der dann? – Doof ist er! Wir sind doof!  Unsere eigene Doofheit ist die Existenzgrundlage der Grünen. Und so lange wir das nicht wahrhaben wollen, werden wir das auch nicht ändern können. Sie werden uns weiterhin die Haare vom Kopf fressen! Es hilft leider nichts: wer die Grünen und diese ganzen Spinner in ihrem Umfeld loswerden will, der muß sich erst einmal darüber klarwerden, warum die überhaupt die Relevanz erringen konnten, die sie heute haben. An den Grünen alleine liegt das nicht. Da fand ein Wechselspiel zwischen Politik, Medien und Wahlvolk statt, bei dem sich das Wahlvolk übelst hat über den Tisch ziehen lassen. Weil wir doof gewesen sind! Das müssen wir erst einmal zugeben, bevor sich etwas ändern kann. Ein Politiker kann uns das nicht auf den Kopf zusagen, weil er von uns sympathisch gefunden werden muß, damit wir ihn wählen. Ich bin kein Politiker. Und ob ich beliebt bin, ist mir vergleichsweise egal. Wenn es der Wahrheit dient, bin ich nolens volens eben unbeliebt. Also: Geben wir es endlich zu. Alle gemeinsam – und stellen wir uns nicht an wie die Prinzessin auf der Erbse – drei, zwo,eins: „Wir sind doof gewesen und wollen in Zukunft klüger sein.“ – Na also. Geht doch.

 

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