Mut-Buntdeutscher im Verteidigungsfall: Hilfe, Hilfe! (Symbolbild:Imago)

Kriegslüsterne deutsche Maulhelden: Den “Sieg der Ukraine” propagieren, aber im Ernstfall selbst nicht kämpfen wollen

Im Zweiten Weltkrieg erwarben sich vor allem die Italiener den bleibenden Ruf, als Angsthasen Konflikten im Eskalationsfall aus dem Weg zu gehen. Ein italienischer Panzer hat fünf Gänge, davon vier Rückwärtsgänge, lautete etwa ein Witz, der noch bis in die 1980er erzählt und vom Kontext her verstanden wurde. Heute kann damit in Deutschland kein Mensch mehr etwas anfangen – genauso wenig wie mit der Realität des Krieges. Und je weniger Ahnung Deutschlands Politiker und Journalisten selbst eine Ahnung von dem haben, wofür die Begriffe wirklich stehen, die sie da so pathetisch und martialisch in den Mund nehmen, desto sorgloser machen sie von ihnen Gebrauch.

Das gilt für die Nazi- und Faschismuszuschreibungen für alles und jeden, was der eigenen Meinung widerspricht, ebenso wie für so achtlos diahingeplapperte Termini à la “Kriegswirtschaft“, “wir sind im Krieg“, “es ist Krieg“, “wir müssen kämpfen” oder “wir müssen die Ukraine bis zum Sieg unterstützen“. Aus der sicheren Etappe das große Wort schwingen, nach dem Motto “Hannemann, geh du voran”, ohne selbst je eine Waffe in der Hand gehalten zu haben oder – wie Sahra Wagenknecht es diese Woche bei “Maischberger” treffend ausdrückte – ohne je einen Panzer von innen gesehen zu haben: Das ist der deutsche Haltungs-Bellizist von 2023.

Infantile Inkonsequenz

Im Blindflug und in berauschter Borniertheit reden diese wieder mal kompromisslos “solidarischen” Deutschen ihr Land immer weiter in einen Konflikt hinein, der nicht der unsere war – und erhöhen mit jedem Tag die Gefahr, direkt in die Eskalation verwickelt zu werden. Wie es aber dann, im Ernstfall, um die tatsächliche Verteidigungsbereitschaft bestellt ist, das steht auf einem ganz anderen Blatt – und beweist das erschreckende Ausmaß an Verantwortungslosigkeit und infantiler Inkonsequenz, die für diese verweichlichte spätdekadente und pseudomoralstrotzende Bevölkerung inzwischen prägend ist.

Laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage sind nämlich nur fünf Prozent der Deutschen freiwillig bereit, im Verteidigungsfall – d.h., wenn Deutschland also auf eigenem Territorium angegriffen wird – zur Waffe greifen. Schlimmer noch: Derselben Umfrage zufolge leben in Deutschland heute über 20 Millionen bekennende Deserteure: Ein Viertel der Bevölkerung würde nämlich im Kriegsfall sofort das Land verlassen – also selbst zu “Flüchtlingen” werden. Dann hat Deutschland noch mehr “Platz”.

Problem beginnt im Kopf

Was die grundsätzliche Bereitschaft anlangt, nicht freiwillig, aber dann auf auf Einberufungsbescheid oder öffentliche Mobilmachung hin zu dienen, so sind es zwar doppelt so viele, die ihr Land verteidigen würden – doch das sind immer noch nur 10 Prozent. Einen ähnlich niedrigen Wert dürfte es in keinem anderen westlichen Staat geben und die Zahl zeigt, wie wenig die Deutschen mit ihrem eigenen Heimatland zu tun haben (wollen) und wie fremd es ihnen ist. Mit Blick auf diese Zahlen fordert nun, so “dts Nachrichtenagentur” der Reservistenverband eine neue Wehrpflicht – und damit eine Stärkung der deutschen Verteidigungsfähigkeit.

Da das Problem allerdings bereits im Kopf beginnt, ist hier keine Besserung zu erwarten. Allerdings spielt dieser fehlende Kampfwille in der Praxis ohnehin keine Rolle – denn anders als es die Ignoranten der nuklearen Bedrohung im Fall des Ukraine-Konflikt glauben machen wollen oder sich selbst einreden, sind konventionelle kriegerische Auseinandersetzung in einer Welt der ungebrochenen atomaren Massenbedrohung eine abwegige Annahme; ab einem gewissen Zuspitzungsgrad wird jeder Konflikt zwischen Großmächten (und Deutschland gehört nun einmal zentral zur NATO) nuklear. Da spielen die Zahlen jener, die sich im Ernstfall braune Hosen holen oder Reißaus nehmen, respektive jener, die dies eben nicht tun und wacker Richtung Front streben, keine Rolle. (DM)

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