Mit dem E-Auto "unterwegs" - in Berlin in 7 Jahren schon die einzige Fortbewegungsoption? (Foto: Scharfsinn/Shutterstock)

Allensbach-Umfrage: Deutsche zweifeln, dass sich Elektroauto durchsetzt

Die Regierung drängt darauf, dass Elektroautos in Zukunft eine dominante Rolle einnehmen sollen und immer mehr Autohersteller richten ihr Augenmerk auf sie. Doch trotz dieser Entwicklungen bestehen bei vielen Menschen in Deutschland nach wie vor Vorbehalte gegenüber einer breiten Einführung von Elektroautos, vor allem wegen der hohen Kosten. Laut einer Allensbach-Umfrage halten viele Menschen eine breite Einführung von Elektroautos gar nicht erst für wünschenswert, um die Straßen zu erobern (Handelsblatt: 13.02.23).

Ein Beitrag von Blackout-News

Umfrage zeigt: Bedenken in Deutschland gegenüber Elektroautos bleiben bestehen

Laut einer Allensbach-Erhebung im Auftrag der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften gibt es in Deutschland weiterhin große Vorbehalte gegenüber Elektroautos. Obwohl eine Mehrheit der Befragten davon ausgeht, dass sich der Elektroantrieb in den kommenden zehn Jahren durchsetzen wird, halten nur 22 Prozent der Befragten dies für wünschenswert. Die Akademie teilte mit, dass der Kreis derjenigen, die den Kauf eines E-Autos in Betracht ziehen, bei 23 Prozent stagniert. Die Hauptvorbehalte gegenüber Elektroautos sind demnach der Kaufpreis, die begrenzte Anzahl von Ladestationen, teurer Strom sowie Zweifel an der Umweltbilanz, aber auch die mittlerweile drohende Drosselung des Strombezugs.

Die neuste Allensbach-Umfrage ergab, dass für 72 Prozent der Befragten in Deutschland das Auto als Verkehrsmittel unverzichtbar ist. Davon verwenden 47 Prozent das Auto täglich und weitere 23 Prozent mehrmals pro Woche. Das Fahrrad wird von 18 Prozent der Befragten täglich genutzt. In Großstädten sehen 30 Prozent von ihnen Bus und Bahn als ernsthafte Alternative, während dieser Anteil auf dem Land unter 14 Prozent liegt.

Autohersteller setzen trotz massiver Vorbehalte der Käufer weiter auf Batterieautos

Obwohl es Vorbehalte gegenüber Elektroautos gibt, ist sich die Autohersteller-Branche einig: Batterieautos werden in Zukunft den Weltmarkt beherrschen. Viele der Hersteller wollen in Zukunft vollständig auf Batterieautos setzen. Wasserstoffautos als Alternative halten Branchenexperten, wie Stefan Bratzel, für nicht für konkurrenzfähig. Als Ursache dafür verweisen sie auf den hohen Energieeinsatz bei der Herstellung von Wasserstoff und die fehlende Infrastruktur zu dessen Verbreitung.

Wasserstoff als Energiespeicher: hohe Kosten und Energieverluste

Auf dem Weg vom Strom zum Wasserstoff und zurück zum Strom geht ein Großteil der Energie verloren. Obwohl Wasserstoff als Speicher für überschüssigen Strom und für den Transport über weite Strecken geeignet ist, müssen laut Bratzel auch die Kosten im Blick behalten werden.

E-Fuels: Stromintensiv und in Verbrennungsmotoren ineffizient

Öko-Sprit (E-Fuels) ist laut Helmut Becker, Ex-Chefvolkswirt bei BMW und Leiter des Instituts für Wirtschaftsanalyse und Kommunikation, sehr stromintensiv und in Verbrennungsmotoren ineffizient. Laut wissenschaftlichen Studien beträgt das Verhältnis zwischen der Antriebseffizienz von E-Fuels in Verbrennungsmotoren und Strom in Elektroautos etwa 1:7. Dadurch entsteht ein hoher Kosten- und Wettbewerbsnachteil für E-Fuels im Vergleich zu Elektroautos.

Laut Experten sind E-Autos „das umweltpolitische Optimum“ und die klimafreundlichste Option, aber nur, wenn sie mit grünem Strom betrieben werden, der aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind- oder Solaranlagen stammt. Beim aktuellen deutschen Strommix sehen Experten allerdings auch die Klimabilanz eines Elektroautos kritisch.

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