Ulrike Guérot, Politikwissenschaftlerin, (hier bei "Markus Lanz" im ZDF) - Foto: Imago

Mobbingkampagne erfolgreich: Uni Bonn schmeißt Ulrike Guérot raus

Erneut wird eine profilierte Kritikerin der Coronamaßnahmen abgestraft und weggecancelt: Heute wurde bekannt, dass der renommierten Publizistin und Politiwissenschaftlerin Ulrike Guérot von der Universität Bonn, wo sie seit 2021 den Lehrstuhl für Europapolitik innehatte, zum 31. März wegen “Plagiatsvorwürfen” gekündigt wurde. Dabei dürfte es sich um einen Vorwand handeln, um endlich einen Grund für den Rausschmiss der unbequemen Intellektuellen zu haben.

Guérot selbst verteidigt sich mit durchaus überzeugenden Argumenten gegen die Vor- beziehungsweise Anwürfe, dass sich die seitens der Universität beanstandeten Passagen in Büchern fänden, die keinen wissenschaftlichen Anspruch erhoben und sie der Universität bei ihrer Berufung auf den Lehrstuhl allesamt bekannt gewesen seien. Sie vermutet daher, höchstwahrscheinlich zu Recht, eine Kampagne gegen sie.

Vom Medienliebling zur Unperson

Solange sich Guérot vor Corona für die Auflösung der Nationalstaaten zugunsten einer diffus-utopischen “Europäischen Republik” einsetzte, war sie noch lieb Kind bei den  Linken und fester Bestandteil des Establishments; damals avancierte sie gar zum Dauergast in Talkshows – kein Wunder, erfüllte sie doch das dafür erforderliche Hauptkriterium und lag  ganz sie auf der Linie der tonangebenden Kreise.

Seit sie sich dann jedoch zunehmend zum kritischen Freigeist wandelte, zuerst vehement gegen die Corona-Beschränkungen und dann auch noch gegen den NATO-Kriegskurs zugunsten der Ukraine ausspricht, wurde sie zunehmend geschnitten. Mittlerweile ist sie im Mainstream vollends zur Persona non grata mutiert. Der Rausschmiss durch die Universität muss wohl als die logische Folge dieser Entwicklung gesehen werden.

Frevel der Narrativverletzung

Bekanntlich herrscht hierzulande ausgerechnet in wissenschaftlichen Einrichtungen, wo Dissens und Vielfalt eigentlich das Selbstverständlichste der Welt sein müssten, seit Jahren ein unappetitlicher sauertöpfischer Ungeist der Dogmatik und Ausgrenzung Andersdenkender, gepaart mit einem extremem weltanschaulichen Konformismus.

Vom vorgegebenen Narrativ und linksgrünen Regierungskurs abweichende Meinungen – sei es zum Gender-Wahn, zur Massenmigration, zum Klima oder eben zur Ukraine-Krise, wie auch zu jedem anderen Thema – sind mittlerweile Garanten für das sichere Karriereende. Dass die Universität Bonn ausgerechnet jetzt, zum ersten Jahrestag des Ukraine-Krieges, plötzlich Anstoß an angeblichen Plagiaten Guérots nimmt, wirkt wie ein allzu durchschaubarer Vorwand, um eine unbequem gewordene Stimme loszuwerden. Selbst wenn es sich – was eher unwahrscheinlich sein dürfte – um keine Kampagne, sondern berechtigte Vorwürfe handeln sollte, ist die Wahl der Mittel mehr als drastisch.

Andere kamen mit echten Plagiaten glimpflicher davon

Der unterschiedliche Standard je nach politischer “Zuverlässigkeit” zeigt unter anderem ein Vergleich mit der Soziologie-Professorin Cornelia Koppetsch, die von der Technischen Universität Darmstadt kürzlich zum zweiten Mal Dutzender Plagiate in wissenschaftlichen Arbeiten überführt, dafür aber lediglich verwarnt wurde. Um ihren Job muss Koppetsch also nicht fürchten – obwohl sie sogar als Wiederholungstäterin überführt ist.

Auch der Blick auf die politischen Eliten zeigt eine völlig andere, geradezu ignorante Grundakzeptanz selbst bei dreisten und wissentlich oder gar vorsätzlich begangenen geistigen Betrugsdelikten: Man denke nur an die unzähligen Plagiate, die Außenministerin Annalena Baerbock in ihrem Buch unterbrachte, was ihrer Karriere nicht schaden konnte – ebenso wenig dies bei der Regierenden Bürgermeisterin von Berlin, Franziska Giffey, der Fall war.

Exempel soll statuiert werden

An Guérot soll hier also offenkundig wieder einmal ein Exempel statuiert werden. Dazu passt, dass sie seit Monaten öffentlich diffamiert wird: Bereits vor der Ankündigung ihres Rausschmisses beschloss das Studentenparlament, sie solle sich nicht mehr öffentlich zum Ukraine-Krieg äußern; ihre Kollegen distanzierten sich von ihr und sie wurde aus der Jury des NDR-Sachbuchpreises entfernt.

Nun kostet sie diese anhaltende Mobbingkampagne also auch noch ihre Professur. Damit ist wohl einmal mehr bewiesen, wie weit es mit der Freiheit des Wortes in diesem Land gekommen ist; Idi Amins zynisches Wort von der “Freedom After Speech“, die er im Gegensatz zur Freedom of Speech niemandem garantieren könne, kommt einem da unweigerlich in den Sinn. (DM)

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