Bild: Uli Masuth

Zu viel quergedacht: Ettlinger Kulturamtsleiter cancelt Kaberettisten

Das Ettlinger Kulturamt, namentlich der selbstherrliche Leiter Christoph Bader, sagt den Auftritt des Kabarettisten Uli Masuth aus Weimar ab. Begründung des Ettlinger Cancel-Culture-Königs: Masuth sei seit Corona in der Querdenkerszene aktiv.

Der Kabarettisten Uli Masuth aus Weimar hatte mit der Stadt Ettlingen einen Gastspielvertrag. In dessen Rahmen war er für den 24. Februar in der neuen „Kultur live“- Reihe angekündigt. Masuth sollte innerhalb eines Nachtcafés im Epernaysaal des Schlosses sein aktuelles Programm „Lügen und andere Wahrheiten“ präsentieren. Daraus wird nun aber nichts.

Denn: Die Jakobiner aus der Redaktionsstube der Badischen Neuesten Nachrichten (BNN) wollen herausgefunden haben, dass Masuth “regelmäßig bei den Montagsspaziergängen von Verschwörungstheoretikern gegen die Coronabeschränkungen unterwegs gewesen war und auch Reden hielt. Zur Bundestagswahl 2021 stellte ihn die Partei „dieBasis“ zudem als Kandidat auf”.

Mit diesem Wissensfundus wendeten sich die eifrigen BNNler an das Kulturamt Ettlingen und – um es klar und deutlich zu sagen: denunzierten den Künstler beim zuständigen Kulturamtsleiter Christoph Bader mit dem erhofften Resultat.

Der selbstherrliche Ettlinger Cancel-Culture König teilte am Mittwoch laut dem Denunziantenblatt BNN – das Medienhaus versteht sich laut Selbstdarstellung als ” die Keimzelle für lebendigen, wahrhaftigen Journalismus” – mit: „In Absprache mit dem Oberbürgermeister haben wir entschieden, den Termin mit Masuth zu canceln“. Für Kabarett dieser Art sei Ettlingen keine Adresse. Mit der Agentur von Masuth, der vor der Pandemie einige Preise gewonnen hat, habe man bereits versucht, in Kontakt zu treten. Der Gastspielvertrag werde gelöst und die Stadt suche nach einem Ersatz für den Februar-Abend. deer mit Steuergeld rundum versorgte Bader erklärte weiter, Uli Masuth sei in der Vergangenheit in Ettlingen erfolgreich auf der Bühne gestanden. Eine Notwendigkeit, sich aktuell erneut mit dem Künstler und seinen Aussagen zu befassen, „haben wir daher nicht gesehen“.

Wer Uli Masuth erleben will, der sollte nach Weimar kommen. Dort findet vom 1. bis 3. September ein Freiheitsfestival statt.

(SB)

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