"Correctiv" gibt sich mal wieder die Ehre (Symbolbild:Pixabay/Schwerdhoefer)

Immer stramm im Dienst der Regierungspropaganda: “Correctiv” versucht den Abhörskandal herunterzuspielen

Dass es sich bei „Correctiv“ nicht ansatzweise um eine unabhängige Rechercheplattform, geschweige denn um die „Faktenchecker“ handelt, als die man sich öffentlich ausgibt, ist spätestens seit der haarsträubenden Lügengeschichte um das angebliche rechtsradikale Geheimtreffen in Potsdam vom 25. November auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Florian Warweg von den „Nachdenkseiten“ hat nun aufgezeigt, dass „Correctiv“ geradezu gewohnheitsmäßig die Unwahrheit verbreitet und sich immer im Einklang mit der Regierung befindet, die es mit Steuergeld finanziert. In seinem Newsletter vom Montag ging es um den Abhörskandal von letzter Woche, als sich vier hohe Bundeswehroffiziere seelenruhig über eine ungeschützte Leitung darüber austauschten, wie die Krimbrücke in Kertsch durch deutsche Taurus-Marschflugkörper zerstört werden könnte, ohne dass deutsche Soldaten daran mitwirken müssten bzw. wie man eine deutsche Beteiligung vertuschen könnte. Dies geht aus dem Mitschnitt unmissverständlich hervor.

In seiner „Einordnung“ des Gesprächs, behauptet „Correctiv“ jedoch, die Offiziere hätten gesagt, „man könne ukrainische Soldaten ausbilden, um die Raketen zu steuern“. Russland sei es also darum gegangen, „die Glaubwürdigkeit des Kanzlers und damit der Bundesregierung insgesamt zu beschädigen“. Olaf Scholz verweigert -bislang- die Lieferung der Taurus-Raketen, weil er befürchtet, dass Deutschland damit endgültig die Schwelle zum offenen Kriegseintritt überschreiten würde. Warwegs Fazit lautet, „Correctiv“ verkaufe „seine eigenen Leser für dümmer, als sie vermutlich sind“, bzw. vertraue darauf, „dass wohl kaum jemand der Newsletter-Leser_:innen* sich die Mühe macht, neben der „Einordnung“ durch die Redaktion auch noch das 38-minütige Gespräch in Gänze anzuhören“. Damit nicht genug, behauptet „Correctiv“ auch noch, Russland habe das Gespräch durch seine Geheimdienste abhören lassen, um „seine (vermeintliche) Überlegenheit gegenüber dem Westen zu demonstrieren“. Warweg erinnert daran, dass dies keineswegs erwiesen sei und etwa der Militärexperte Oberst a. D. Ralph Thiele, der Vorsitzende der Politisch-Militärischen Gesellschaft, darauf hingewiesen habe, dass neben Russland auch westliche Staaten, insbesondere Großbritannien, das Gespräch abgehört und publik gemacht haben könnten, um „das vorsichtige Vorgehen von Bundeskanzler Scholz zu untergraben.

Pistorius-Sprachregelung unkritisch übernommen

Da in der hybriden Kriegsführung – in der zum Beispiel auch die Briten Meister sind – bevorzugt über Dritte agiert wird, ist zunächst nichts so, wie es scheint“, so Thiele. Mit solchen Vorbehalten hält „Correctiv“ sich jedoch nicht auf und übernimmt die offizielle Parole von Verteidigungsminister Boris Pistorius, der von einem „Informationskrieg“ Russlands gegen Deutschlandsprach und davor warnte, Putin „auf den Leim zu gehen“. Und schließlich behauptet „Correctiv“ auch noch, Russland werde für den Urheber des sogenannten Havanna-Syndroms gehalten, bei dem Mitarbeiter mehrerer US-Einrichtungen, erstmals in Havanna, über starke Kopfschmerzen oder Schwindel geklagt hatten, weil „russische Geheimdienste die Botschaftsmitarbeiter mit elektromagnetischer Strahlung attackiert haben könnten“. In den Ermittlungsbehörden vermute man, „es könne sich um eine reine Machtdemonstration Russlands gehandelt haben“, so „Correctiv“. Warweg erinnert daran, dass die US-Geheimdienstkoordinatorin Avril Haines bereits vor einem Jahr in einer Pressekonferenz öffentlich erklärt hatte, dass es die US-Geheimdienste nach einer umfangreichen Untersuchung als „höchst unwahrscheinlich“ eingestuft hätten, dass ein gegnerischer Staat für die Gesundheitsbeschwerden von US-Diplomaten verantwortlich sei. Ursachen der Symptome seien vielmehr „Vorerkrankungen, gewöhnliche Krankheiten und Umweltfaktoren“ gewesen.

Diese Aussage sei auch von allen großen westlichen Nachrichtenagenturen verbreitet und von fast allen deutschen Leitmedien aufgegriffen worden. „Correctiv“ unterschlägt diese zentrale Information jedoch zugunsten einer plumpen, längst widerlegten Behauptung. Damit ist abermals erwiesen, mit welch zutiefst unseriösen und propagandistischen Methoden man dort arbeitet. Es handelt sich nicht um „Faktenchecker“, sondern um Faktenerfinder- und verdreher. (TPL)

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