Die Börse für jedermann, kann das gutgehen?

Wall Street; Foto: © jouwatch
Wall Street; Foto: © jouwatch

Früher einmal war das Geschäft mit dem Handel von Wertpapieren, Optionsscheinen, Warentermingeschäften und dergleichen Produkte mehr, eine recht beschauliche Angelegenheit. Es war und und ist durchaus sinnvoll, über ein wenig Fachwissen zu der Materie zu verfügen. Darüber hinaus braucht es auch immer eine gewisse Zeit, solche Aufträge auszuführen. Für gewöhnlich ging man dazu in seine Hausbank. Dort beauftragte man das Institut, im Rahmen eines bestimmten Preiskorridors, die ausersehenen Papiere zu beschaffen, was dann einige Tage in Anspruch nehmen konnte.

Das Geschäft hat sich inzwischen dramatisch gewandelt. Onlinehandel und Homebanking haben diese Märkte quasi über Nacht ins Wohnzimmer geholt. Jeder kann heute von der Couch aus Aktien kaufen und verkaufen. Seine Ersparnisse oder liquiden Mittel nach Lust und Laune umschichten, stets in der Hoffnung dabei noch „etwas mehr“ zu machen. Alles geht heute mit einem Klick, im Zweifel auch die Vernichtung beträchtlicher eigener Vermögenswerte. Vielen Leuten ist selbst das ist inzwischen zu fad geworden. Ihnen fehlt dabei der letzte Kick. Früher galt einmal die Weisheit unter Bankern: „wenn die Börse zur Hausfrau kommt, ist alles zu spät“. Inzwischen ist nicht nur die Börse bei der Hausfrau angekommen, sondern ausnahmslos alle artverwandten Geschäftsmöglichkeiten.

Es geht noch spannender …

Und so haben sich im Verlauf der letzten Jahre weitere Spezialitäten in diesem Markt herausgebildet, die sich des Handels bestimmter Finanzprodukte angenommen haben, die eben genau diesen Nervenkitzel zu bieten haben. Man muss es unumwunden zugeben, das CFD Trading gehört eindeutig in diese Kategorie. Um im Positiv-Sprech zu verbleiben, sowohl die Gewinn- als auch Verlustchancen sind hier ziemlich hart optimiert. Es drängt sich förmlich der Gedanke auf, beim Betreiben solcher Hobbys, neben viel Geld auch überaus starke Nerven verfügen zu müssen.

CFD steht übrigens für „Contract for Difference“, oder auf deutsch „Differenzkontrakt“. Dabei handelt es sich Finanzprodukte aus der Gruppe der „Derivate“, zum Teil auch als Optionsscheine bekannt. Mithin um ein Wertpapier, dessen Preis sich von anderen Anlageklassen ableitet. Niemals hat man direkt mit den sogenannten Basiswerten zu tun, die diesen „Wettscheine“ zugrundeliegen. Überwiegend sind es Aktien die den Basiswert von CFDs bilden. Es könnten aber ebensogut Rohstoffe sein. Auch hier sind der Phantasie, ähnlich wie beim Pferderennen, keinerlei Grenzen gesetzt.

Wie lange soll das gutgehen?

Man darf sich darüber im Klaren sein, dass diese Geschichte ein wenig von einem Online-Casino hat. Allerdings steht es noch nicht so sehr im Fokus, wie beispielsweise der Hochfrequenzhandel (die große Bedrohung für kleine Anleger)[DieKleinanleger]. Letzterer könnte im Fall alles größeren Systemproblems automatisierte sämtliche Finanzmärkte ruinieren. Das wird quasi die Computer unter sich ausmachen können. Man zwar inzwischen einige Sicherungen eingezogen, Wenn die Computer verrückt spielen, dann einfach den Handel auszusetzen. So bedeutsam ist das hier beschriebene Segment (noch) nicht, dass es jetzt vor einer großartigen gesetzlichen Regulierung stehen würde.

Um auf die initiale Frage zurückzukommen, ob es mit der Börse für jedermann gut gehen kann, sei klar gesagt: Nein, auf Dauer kann da gar nichts gut gehen. Das liegt aber nicht speziell an der hier erwähnten Form des neuartigen Geld-Abenteuers. Dafür, dass es langfristig nicht gut gehen kann, zeichnet das Finanzsystem höchstselbst verantwortlich. Aufgrund seines Konzeptes und inneren Aufbaus ist es dazu verurteilt, zirka alle drei Generationen zusammenzubrechen zu müssen. Hier eine weitre Meinung dazu: „Der Crash kommt” – Punkt.PRERADOVIC mit Florian Homm[Journalistenwatch]. Bis es allerdings soweit ist, werden wir sicherlich noch den ein oder anderen Aufschwung an der Börse erleben dürfen. Etwas versiertere Beobachter reden hier lieber schon mal offen von üppiger „Blasenbildung“. Bis dahin wird es in allen Bereichen dieses Marktes noch reichlich Gewinnmöglichkeiten geben. Also bis zum Tag „X“, wenn der Zenit endgültig überschritten wird, dann ist es einfach nur noch vorbei.