Immer pro Ausland und gegen Deutschland: Merkel genehmigte offenbar Lewandowski-Trip nach London

Merkel, Lewandowski 2013 (Foto:Imago/Newspix)

Ganz im Sinne des informellen Merkel-Amtseids, Schaden für das deutsche Volk zu mehren und von anderen Nationen abzuwenden, trifft Merkel bekanntlich grundsätzlich einsame Entscheidungen, die am Ende für die eigene Bevölkerung nur Leid und Zumutungen bringen. Das heißt aber nicht, dass sie autokratischen, selbstherrlichen Ausnahmen und Gnadenakten abhold ist – vorausgesetzt, diese werden vom Ausland an sie herangetragen. Während deutsche Bundesbürgertrottel nicht einmal im eigene Bundesland urlauben und das Land nicht verlassen sollen, brät Merkel für einen polnischen Profi-Fußballer gerne eine Extrawurst.

So verwundert die gestern für Aufsehen sorgende Meldung polnischer Medien, die auch Deutsche Onlineportale wie „Focus.de“ aufgriffen, Merkel habe „höchstpersönlich“ die Länderspiel-Reise von Robert Lewandowski nach London zur Teilnahme an der Partie England – Polen ermöglicht. Eigentlich hätte Lewandowski diesen Trip ins – bis vorgestern noch als „Virusvarianten-“ und damit Hochrisikogebiet eingestufte – Großbritannien gar nicht antreten dürfen. Lewandowskis Einsatz für die polnische Nationalelf stand bis zuletzt auf der Kippe. Präziser: Wäre er angetreten, dann hätte er nach seiner Rückkehr in München erst einmal in Quarantäne gemusst. Weil die Polen auf ihren Superstar nicht verzichten wollten, intervenierte Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki höchstpersönlich bei der Kanzlerin.

Die zögere zunächst, erteilte dann aber die Ausnahmegenehmigung. Prompt frohlockte auf Twitter sodann Zbigniew Boniek, Präsident des polnischen Fußballverbands: „Wir werden mit vollem Kader nach London fahren!“ Außerdem, wenig diplomatisch, brachte der Spitzenfunktionär gleich noch die eigene Regierung in Verlegenheit, indem er den Deal zwischen Merkel und Morawiecki öffentlich machte: „Ich möchte mich bei allen bedanken, die uns geholfen haben. Besonderer Dank an das Büro des Premierministers.“ Daraufhin blieb dem Warschauer Regierungssprecher Piotr Muller nicht viel übrig, als die Meldung zu bestätigen.

Peinlich, selbstherrlich, größenwahnsinnig

Deutsche Unternehmer, die seit Monaten auf ihre Corona-Hilfen warten, all die verzweifelnden deutschen Familien im Home-Office und in Kurzarbeit, hunderttausende im Lockdown depressiv und krank werdende Menschen, Kinder und Jugendliche, die an Spiel, Sport und Ausgelassenheit staatlich gehindert werden, können so wenigstens erfahren, wie rührend sich die Kanzlerin einsetzt. Zwar nicht für sie, aber dafür für andere. So wie sich ja auch Millionen Menschen weltweit über ihre rasche Impfung mit dem Pfizer/Biontech-Impfstoff freuen dürfen, weil die deutsche Bundeskanzlerin und die EU erst einmal auf Beschaffung verzichteten, um ja keinen „Impf-Nationalismus“ zu demonstrieren.

Vor allem aber steht der Verdacht im Raum, dass Merkel für die Einstufung Mallorcas (wo am Wochenende der „Inzidenzwert“ bei beneidenswerten, atemberaubend niedrigen 19,9 lag, als neuerliches Risikogebiet gesorgt haben soll: Wie das Portal „19vierundachtzig“ schreibt, wird von deutschen Politikern gegen gegen Urlauber gehetzt, die über Ostern nach Mallorca fliegen wollen – doch „just an dem Tag, an dem Bund und Länder die Maßnahmen für die nächsten Wochen beschließen wollen, verkündet Mallorcas Regionalregierung, die erst vor kurzem wieder geöffneten Innenräume von Cafés, Restaurants und Kneipen zu schließen.“ Die einen, Millionäre, erhalten Ausnahmegenehmigungen zum Reisen – und Millionen anderer werden mit allen Mitteln davon abgehalten. (DM)